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Lernplakate auf Papier wie auf diesem Symbolbild werden auch in Bad Oeynhausen bald Geschichte sein. - © Gymnasium Delbrück
Lernplakate auf Papier wie auf diesem Symbolbild werden auch in Bad Oeynhausen bald Geschichte sein. | © Gymnasium Delbrück

Bad Oeynhausen Verzögerung: Medienprojekt startet erstmal nur an einer Bad Oeynhausener Schule

Eigentlich sollten Schüler aller Grundschulen nach den Sommerferien für die digitale Welt fit gemacht werden. Wegen Problemen beginnt damit jetzt nur eine Schule.

Nicole Bliesener
13.07.2019 | Stand 13.07.2019, 11:05 Uhr

Bad Oeynhausen. Das Ziel ist klar gesteckt: Kinder und Jugendliche sollen die grundlegenden Prinzipien der digitalen Welt kennenlernen, sie verstehen und bewusst nutzen. Wie das künftig aussehen kann, dafür gibt Sebastian Plöger, Leiter des Grundschulverbunds Wichern-Lohe ein Beispiel: „Im Moment erstellen unsere Kinder Lernplakate, um beispielsweise die Lebensweise der Bienen darzustellen", sagt Plöger. Künftig sollen solche Gemeinschaftsarbeiten digital entstehen – mit selbst gemachten Filmen, Interviews, eigenen Recherchen und viel Interaktivität. Gemeinsam für mehr Medienkompetenz von Kindern Die Grundlagen dafür gibt der Medienkompetenzrahmen NRW vor, der ab 2020 für alle Schulen verpflichtend wird. Aus diesem Grund hatten die Stadt und die Stadtbücherei im März gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern der Bad Oeynhausener Grundschulen das Projekt „Gemeinsam für mehr Medienkompetenz von Kindern" auf den Weg gebracht. Das Projekt sollte nach den Sommerferien an allen Bad Oeynhausener Grundschulen starten – so lautete die Planung im März. Doch statt wie geplant an allen Grundschulen der Stadt wird das Projekt nach den Sommerferien nun als Pilot nur an der Altstadt-Grundschule starten. Grundschulen brauchen ein zusätzliche WLAN-Netz Dafür gibt es zwei Gründe: Der eine ist der Weggang der Stadtbücherei-Leiterin Susanne Sieker. Die hatte bekanntlich die Büchereien in Bad Oeynhausen und Porta Westfalica geleitet. Diese Kooperation hatte die Stadt Porta wie berichtet gekündigt. „Wir haben die Stelle der Bücherei-Leitung in Vollzeit ausgeschrieben", teilt Kerstin Vornheder vom Büro des Bürgermeisters auf NW-Anfrage mit. Der zweite Grund ist ein technisches Problem, das der Stadt einen Strich durch die Rechnung macht. „Die für das Projekt notwendige technische Ausstattung der Schulen lässt sich nicht so schnell einrichten", sagt Rainer Printz vom städtischen Schulamt. Denn für das Medienkompetenz-Projekt müssen alle Grundschulstandorte mit einem separaten, offenen WLAN-Netz ausgestattet werden. „Eine Verbindung ins Schulnetz ist nicht erlaubt", fügt Printz hinzu. Denn die Grundschulkinder können für ihre Entdeckungsreise in die digitale Welt auch die technische Ausstattung der Stadtbücherei nutzen. „Und diese Geräte der Bücherei dürfen keine Verbindung mit dem Schulnetz eingehen", so Printz. 55.000 Euro fließen in das Projekt Insgesamt fließen in das Projekt 55.000 Euro. 60 Prozent der Summe kommen als Fördermittel vom Land, den Eigenanteil teilen sich Schulamt und Stadtbücherei, wobei allein 3.600 Euro vom Förderverein der Stadtbücherei kommen. Angeschafft werden unter anderem 30 Tablets, 16 Laptops, 36 Ozobots (programmierbare kleine Roboter für Kinder). „Ein Teil der Geräte wird jetzt in den Sommerferien bestellt", sagt Rainer Printz. Ursprünglich war indes geplant, bereits in den Sommerferien im Rahmen des modernisierten Sommerleseclubs digitale Testprojekte anzubieten, doch das ließ sich wegen der genannten Personalveränderung nicht umsetzen. Während bei den künftigen Projekten in der Stadtbücherei eher der Freizeitgedanke im Vordergrund steht, geht es im Schulunterricht um Lerninhalte mit digitalem Mehrwert, etwa mit selbsterstellten Lernvideos. Überschneidungen gibt es natürlich. Nicht nur beim Thema „Robotik". So werden die kleinen Ozobots in der Schule wie auch in der Bücherei eingesetzt. „Neben der Anwendung von Ozobots wird die Greenscreen-Technik eine weitere Komponente darstellen", erläutert Rainer Printz. „Hier können die Kinder mit den Tablets fotografieren und sie können diese Fotos ergänzen mit Hintergründen nach eigenen Wünschen", nennt Printz ein Beispiel für Projekte in der Stadtbücherei. Mit wenigen Klicks kann ein in Bad Oeynhausen aufgenommenes Gruppenfoto dann in den Urwald oder ins Weltall verlegt werden.

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