0
Üben fürs Seepferdchen: Am Ende der Grundschulzeit sollten Kinder sicher schwimmen können. - © Felix Eisele
Üben fürs Seepferdchen: Am Ende der Grundschulzeit sollten Kinder sicher schwimmen können. | © Felix Eisele

Bad Oeynhausen Stadtsportverband setzt auf die Bad Oeynhausener Lehrschwimmbecken

Vorsitzender Hans Milberg macht sich für den Erhalt an den zwei Standorten stark. Kinder müssten die Chance haben, schwimmen zu lernen, nennt er als Grund.

Nicole Sielermann
13.07.2019 | Stand 12.07.2019, 22:22 Uhr

Bad Oeynhausen. Seit Jahren ist klar, dass die beiden Lehrschwimmbecken an den Grundschulen Werste und Rehme-Oberbecksen marode sind. "Sie sind beide technisch am Ende ihrer Möglichkeiten", lautete schon vor vier Jahren das Fazit einer gutachterlichen Bestandsaufnahme. "Mit der Eröffnung des neuen Hallenbades werden beide Becken geschlossen", bestätigt Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich gegenüber der NW. Doch nun prescht der Stadtsportverband (SSV) nach vorne. Er will die Lehrschwimmbecken erhalten, wie Vorsitzender Hans Milberg betont. "Kinder müssen sicher schwimmen lernen", nennt er als Begründung. Doch warum sollten sie das künftig nicht im neuen Hallenbad können? Zu wenig Zeit: Schulstunden sind knapp bemessen "Weil die Wege zu weit sind und der Bustransfer zu viel Zeit in Anspruch nimmt und oftmals zu aufwendig ist", erklärt Hans Milberg. Schulstunden seien knapp bemessen, und für den Schwimmunterricht ginge bei Busfahrten und Umziehen viel zu viel Zeit für den eigentlichen Unterricht verloren. "Die Kinder müssen weiterhin vor Ort schwimmen können", betont Milberg. Bisher allerdings können lediglich zwei Grundschulen vor Ort schwimmen - nämlich die, mit den Lehrschwimmbecken vor der Tür. Lediglich die Werster und Rehmer-Oberbecksener Schüler können das Bad in wenigen Minuten zu Fuß erreichen. Die Schüler der restlichen sieben Grundschulen im Stadtgebiet sind schon seit vielen Jahrzehnten auf den Bustransfer angewiesen. "Schwimmen ist lebenswichtig" "Wir als Stadtsportverband haben es uns nicht erst seit gestern auf die Fahnen geheftet, das Thema Schul- und Schwimmsport deutlicher als bisher anzusprechen", betont der SSV-Vorsitzende. Für Kinder müsse das Schwimmen, so Milberg, mit Schuleintritt eine Selbstverständlichkeit sein. "Schwimmen ist ein gesundheitliches Thema, Schwimmen ist geradezu lebenswichtig und darf nicht stiefmütterlich als Randerscheinung betrachtet werden." Das zeige sich auch daran, so der Vorsitzende, das die Landesregierung jüngst den "Aktionsplan Schwimmen lernen in NRW" ins Leben gerufen habe. Schwimmen lernen sollen die Bad Oeynhausener Kinder und Jugendlichen auch. Im neuen Hallenbad, das der Rat der Stadt Bad Oeynhausen im Mai beschlossen hat, sollen Kinder im mit einem Varioboden versehenen Mehrzweckbecken, das 12,5 mal 8 Meter messen wird, ihr Seepferdchen ablegen. Laut Auskunft der Stadt wird das eine Becken ausreichen, um alle Grundschulklassen terminlich zu berücksichtigen, erklärte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich. Weiterführende Schulen nutzen sowieso das Sportbecken für den Unterricht. Vorsitzender möchte Kosten ermitteln "Noch haben wir kein neues Hallenbad", sagt Hans Milberg. Laut Plan der Stadtwerke soll das im Dezember 2021 seine Türen öffnen. "Das kann sich auch verzögern", warnt Milberg. Deshalb müssten die Lehrschwimmbecken schnell nutzbar gemacht werden. "Eltern und auch politische Parteien aus den Ortsteilen machen sich ebenfalls dafür stark", weiß der Vorsitzende. Er möchte schnell die Kosten für die Instandsetzung geklärt haben und notfalls Förderprogramme abgreifen. "Wir wollen schließlich, dass alle Generationen irgendwo schwimmen können." Irgendwo? "Auch im Hallenbad", fügt Milberg an.

realisiert durch evolver group