Frischgemacht: Im vergangenen Jahr wurde die Grundschule Altstadt für 900.000 Euro saniert. Dabei wurde auch die Wasseranlage erneuert. - © Heidi Froreich
Frischgemacht: Im vergangenen Jahr wurde die Grundschule Altstadt für 900.000 Euro saniert. Dabei wurde auch die Wasseranlage erneuert. | © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen Legionellen in der Altstadt-Grundschule Bad Oeynhausen

Stadt hat Gegenmaßnahmen ergriffen und wartet nun auf das Ergebnis der Wasserproben. Bis dahin sind die Duschen und Wasserhähne tabu

Jörg Stuke
12.06.2019 | Stand 12.06.2019, 17:24 Uhr

Bad Oeynhausen. Das Wasserleitungssystem der Grundschule Bad Oeynhausen Altstadt ist von Legionellen befallen. Das bestätigte Stadt-Pressesprecher Volker Müller-Ulrich am Mittwoch auf Anfrage der NW. Bereits vor anderthalb Wochen seien die Bakterien bei einer turnusmäßigen Überprüfung in der Grundschule aufgefallen, so Müller-Ulrich. Das Immobilienmanagement der Stadt habe nach dem Befund die Anlage "thermisch desinfiziert", so der Stadtsprecher. Das heißt, dass das gesamte Wassersystem auf über 60 Grad aufgeheizt wurde, um die Bakterien abzutöten. Legionellen sind Erreger, die schwere Infektionen vor allem der Lunge verursachen können. Die Duschen seien umgehend abgeschlossen, die Wasserhähne gesperrt worden. Unterricht, auch der Sportunterricht, habe deswegen aber nicht ausfallen müssen, erklärt Müller-Ulrich. Stadtläufer mussten aufs Duschen verzichten Folgen hatte der Legionellen-Befal aber am vergangenen Freitag für die Teilnehmer des Stadtlaufes. Denen sollten nämlich eigentlich die Duschen in der Sporthalle der Altstadt-Grundschule nach dem Lauf zur Verfügung stehen. Einige Sportler erfuhren erst während des Laufs, dass sie auf diese Duschmöglichkeit verzichten müssen. "Es war kurzfristig keine vernünftige Alternative zu organisieren", erklärt Müller-Ulrich. Das Überraschende an dem Legionellen-Befall in der Altstadt-Grundschule ist: Die Installation ist erst ein Dreivierteljahr alt und technisch auf dem neuesten Stand. Sie ist sogar mit einer Technik versehen, die das Warmwassersystem - in dem sich Legionellen vornehmlich ausbreiten - regelmäßig durchspült. "Wir müssen mit diesen neuen Anlagen erst noch Erfahrungswerte sammeln", sagt der Stadtsprecher. Verbrühungsschutz konnte der Keimherd gewesen sein Als eine mögliche Ursache hat die Stadt einen Verbrühungsschutz ins Auge gefasst, der verhindern soll, dass sich die Kinder durch zu heißes Wasser verletzen. Dafür wird kurz vor Wasserhahn oder Duschkopf dem Warmwasser kaltes beigemischt. Möglich, dass sich genau hier die Legionellen besonders wohl fühlten. "Es wird auch zu überlegen sein, ob wir an den Wasserhähnen in den Klassenräumen überhaupt warmes Wasser brauchen", berichtet Müller-Ulrich. Nach der Hitze-Desinfektion der Anlage wartet die Stadt nun auf die Untersuchungsergebnisse der Wasserproben. Erst wenn die ohne Befund sind, können Duschen und Wasserhähne wieder benutzt werden. Die letzten größeren Legionellen-Befunde in öffentlichen Gebäuden liegen in Bad Oeynhausen schon ein paar Jahre zurück. 2015 war das Lehrschwimmbecken der Grundschule Rehme-Oberbecksen betroffen. 2014 mussten die Duschen gleich in vier Bad Oeynhausener Schulen geschlossen werden, nachdem dort die Erreger nachgewiesen worden waren.

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