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Ungewöhnliche Instrumentierung: Schüler der Musikschule schlagen im Kurpark den Rhythmus auf Mülltonnen. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Ungewöhnliche Instrumentierung: Schüler der Musikschule schlagen im Kurpark den Rhythmus auf Mülltonnen. | © Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen Musiker spielen im Kurpark Bad Oeynhausen auf Mülltonnen

Bei der dritten Veranstaltung der Philharmonischen Gesellschaft gibt es jede Menge zu hören, zu sehen und zum Selbermachen. Mit knapp 800 Besuchern werden die Erwartungen der Veranstalter nicht erfüllt.

Elke Niedringhaus-Haasper
03.06.2019 | Stand 02.06.2019, 18:55 Uhr

Bad Oeynhausen. Ein guter Meter Gartenschlauch. Ein einfacher Trichter. Und ein Mundstück: Fertig ist die Trompete. Beim OWL-Familien-Musikfest der Philharmonischen Gesellschaft gab es am Sonntag im Kurpark nicht nur jede Menge zu hören und zu sehen, sondern auch einiges zum Selbermachen. Nur die Sonne, die meinte es etwas zu gut mit den Besuchern. Ab Mittag legte sie sich dermaßen ins Zeug, dass vermutlich deshalb manch einer das Freibad oder den Garten vorzog. Denn mit knapp 800 Besuchern blieb die Zahl der Musikfreunde deutlich unter den Erwartungen der Veranstalter. Fast schon sphärisch ist das Potpourri aus eigenen Kompositionen, mit dem Aron Leijendeckers und Dan Townsend das Musikfest eröffnen. Immer wieder mischen sich Geräusche von Regentropfen, Gewitter und Flugzeugen in die vor lauter Leichtigkeit wie improvisiert klingenden Werke. Keine Frage, die beiden Solo-Schlagzeuger der Nordwestdeutschen Philharmonie haben den Rhythmus im Blut. Und spielen ihn nicht nur mit ihren Marimbaphonen und den anderen Schlagwerken, sondern auch mit ihren Händen und Füßen und sogar mit dem ganzen Körper. Musikschüler bringen Mülltonnen zum Klingen Ein Rhythmus, bei dem das Publikum mit muss. Denn die Drum Twins dirigieren allein mit ihren Schritten den Chor der Konzertgäste und verblüffen so manchen Gast im Publikum mit ausgeklügelter Pantomime. Profis, Amateure und Gäste: Im Theater im Park, in der Wandelhalle und im Kurpark haben sich die Grenzen aufgelöst. Vor allem die Band „Hofsänger" des Wittekindshofes reißt das Publikum mit und die Stimmung steigt von Song zu Song. Ob Nenas Schlager „Wunder geschehen" oder Sarah Conners Hit „Bonnie and Clyde" – die Gäste sind schwer begeistert und fordern eine Zugabe nach der anderen. Aber auch die unterschiedlichen Ensembles der Musikschule beweisen sowohl Vielfalt als auch Qualität. Ganz gleich, ob Zupf- und Streichensemble oder Jugendblasorchester – beim Familien-Musikfest fehlt keine Stilrichtung. Dass es nicht immer die klassischen Instrumente sein müssen, die den Rhythmus zum Klingeln bringen, sondern dass auch eine ganz gewöhnliche Hausmülltonne das Zeug dazu hat, beweisen die Musikschüler an mehreren Stationen im Kurpark. „Ein erstaunliches Niveau, das wir an anderen Orten so bisher noch nicht erlebt haben", lobt Thomas Trappmann, Geschäftsführer der Philharmonischen Gesellschaft, die Leistung der Musikschule. Clowns zaubern Instrumente herbei Wer es etwas ruhiger mag und gern tüftelt, der war im Instrumentenbau-Workshop der Musikschule bestens aufgehoben. Dozent Anton Koch hat jede Menge Gartenschlauch, etliche Trichter und viele Mundstücke mitgebracht und unter seiner Anleitung entstehen Hörner und Trompeten. Selbst wer von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, geht an diesem Nachmittag mit einem selbst gebauten Instrument nach Hause. Krönender Abschluss ist das Concertino Piccolino: Zwei Clowns treten auf die Bühne und zaubern ihre Instrumente einfach herbei, bevor sie sie dann erklären und spielen. Ein charmantes Vergnügen nicht nur für die Kinder im Publikum, das mit stehendem Applaus gefeiert wurde.

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