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Idylle am Fluss: Die Häuser müssen bis Ende 2023 abgerissen werden. - © Dirk Windmöller
Idylle am Fluss: Die Häuser müssen bis Ende 2023 abgerissen werden. | © Dirk Windmöller

Löhne Die Schwarzbauten in Löhne werden abgerissen

Kläger und Stadt haben sich in dem Streit um die Gebäude an der Werre auf einen Vergleich verständigt

Dirk Windmöller
23.05.2019 | Stand 24.05.2019, 11:23 Uhr

Löhne. Die Wochenendhäuser an der Werre müssen abgerissen werden. Die illigal errichteten Häuser müssen allerdings nicht sofort weichen. Die Stadt und die Besitzer haben sich vor dem Verwaltungsgericht Minden auf einen Vergleich verständigt. Bis zum 31. Dezember 2023 haben die Anwohner Zeit, die Grundstücke zu nutzen und dort noch einige schöne Sommer zu verbringen. Spätestens dann müssen alle Häuser abgerissen sein. Die Häuser liegen an einem idyllischen Fleckchen Erde in Löhne. In der Nähe der Tennisplätze und direkt gegenüber dem Gymnasium. Nur wenige Meter trennen die Grundstücke von der Werre. Gebaut wurden die ersten Häuser dort schon vor Jahrzehnten. NW-Leser wiesen darauf hin, dass sich dort schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Kleingärten befanden. Flächen sind in privater Hand Auf den Parzellen wurde Gemüse angebaut und nach und nach wurden aus Schuppen feste Gebäude. Die Flächen gehören der Löhnerin Gabriele Schmidt. Sie hat diese elf Parzellen an Menschen aus Löhne und Bad Oeynhausen verpachtet. Immer wieder gab es Pächterwechsel und die Hausbesitzer haben in die Gebäude zum Teil viel Geld investiert. Einer von ihnen ist Malak Ailo. Er hat sein Grundstück erst im Jahr 2014 von Gabriele Schmidt für 20 Jahre gepachtet und das dort bereits existierende Gebäude aufwendig saniert. Jahrzehnte haben sich die Behörden nicht um das Gelände gekümmert. Erst als man sich erste Gedanken machte, wie die Werre besser in die Innenstadt integriert werden könne, sah man sich die Fläche am Fluss genauer an. Häuser sind Schwarzbauten Das Ergebnis war aus Sicht der Experten der Stadt eindeutig. "Bei den Häusern handelt es sich um Schwarzbauten, die abgerissen werden müssen", sagte der damalige Baudezernent Wolfgang Helten im November 2016 im Planungsausschuss. Von dieser Position wich die Stadt nicht mehr ab. Die entsprechende Verfügung wurde den Pächtern im Juli 2018 zugestellt. Damals räumte die Stadt ihnen eine Frist von zwei Monaten für die vollständige Räumung des Geländes ein. Dagegen klagte Malak Ailo gemeinsam mit drei anderen Pächtern. Für die Dauer das Verfahrens wurde die Abrissverfügung der Stadt augesetzt. Jetzt haben sich die Parteien geeinigt. "Es wurde ein Vergleich geschlossen", sagte Baudezernent Ulrich Niemeyer in der Ratssitzung am Mittwoch. Mit dem Vergleich ist die Stadt den Klägern zumindest ein Stück weit entgegen gekommen. Sie müssen ihre Häuser nicht sofort abreißen, sondern haben damit Zeit bis Ende 2023. "Mit diesem Vorschlag der Stadt waren meine Mandanten einverstanden", sagte Rechtsanwalt Eliyo Cetin aus Gütersloh im Gespräch mit der NW. Nicht alle Häuser dürfen stehen bleiben Eine Chance, den Abriss der Gebäude zu verhindern, habe es nicht gegeben. "Wir haben das Maximum herausgeholt. Mehr war nicht drin", sagte Cetin. Immerhin könnten die Pächter ihre Flächen noch fünf Jahre nutzen. Nur vier Pächter haben gegen die Verfügung der Stadt geklagt. Das bedeutet, dass für die sieben Gebäude der Vergleich nicht gilt. Die Gebäude müssten also sofort weg. "Dazu hätten wir die rechtliche Handhabe. Wir verzichten aber und stellen alle Pächter gleich", sagte Niemeyer nach der Ratssitzung. Zwei Pächter haben bereits mit der Räumung begonnen. Niemeyer: "Nach unseren Informationen stand da wohl die Verlängerung der Pachtverträge an, worauf sie verzichtet haben."

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