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Bürgermeister Achim Wilmsmeier wartet auf den Startschuss. Mit einer Luftpistole soll er ein Deck Spielkarten auf Magier Marco Weißenberg schießen. Dieser will versuchen, eine vorher ausgesuchte Karte mit dem Mund zu fangen. - © Sonja Töbing
Bürgermeister Achim Wilmsmeier wartet auf den Startschuss. Mit einer Luftpistole soll er ein Deck Spielkarten auf Magier Marco Weißenberg schießen. Dieser will versuchen, eine vorher ausgesuchte Karte mit dem Mund zu fangen. | © Sonja Töbing

Bad Oeynhausen Die Ehrlich-Brothers gratulieren dem Zaubersalon

Die Show im Begegnungszentrum Druckerei feiert seine 100. Auflage. Neben den berühmten Gratulanten gab es auch eine Hommage an Siegfried und Roy.

Sonja Töbing
09.05.2019 | Stand 09.05.2019, 19:04 Uhr

Fliegender Silberschmuck, irrwitzige Kartentricks, verblüffende Gedankenleserei und tierische Momente – die 100. Auflage des Zaubersalons im Begegnungszentrum Druckerei hatte es in sich. Sogar die Ehrlich Brothers ließen es sich nicht nehmen, den Organisatoren zum Jubiläum zu gratulieren – via Video-Clip. Als der Zaubersalon am 7. September 2011 an den Start ging, hätten es sich Initiatoren und Druckerei-Team niemals träumen lassen, jemals die magische 100 zu erreichen. Jürgen Kalwa und Frank „Charly" Dörries, die Männer der ersten Stunde, erinnern sich noch gut an die Anfänge der Veranstaltungsreihe. „Maren Doehmen vom Druckerei-Team sagte uns damals, man würde erst einmal drei Abende ins Auge fassen. Hobby-Magier können experimentieren Ursprünglich war der Zaubersalon für Hobby-Magier gedacht, die sich vor einem Test-Publikum präsentieren wollen", erzählt Jürgen Kalwa, dem auch nach acht Jahren immer noch ein Hauch Lampenfieber vor der Show anzumerken ist. Doch schon bald entwickelte sich der Zaubersalon zum „Selbstläufer", wie der Vorsitzende des Vereins Druckerei Begegnungszentrum, Sebastian Birke, bei seiner Laudation betonte. Auch Maren Doehmen kann sich den Veranstaltungskalender ohne die magischen Momente nicht mehr vorstellen: „Das ist Bombe, was hier gezeigt und geleistet wird." Tatsächlich organisieren Jürgen Kalwa und Frank Dörries die Veranstaltungen gemeinsam mit ihren Frauen Annegret und Marianne in ihrer Freizeit, schreiben die Künstler an, pflegen die Homepage und tüfteln mit Technik-Experten Pascal Hirnschal an Licht- und Soundeffekten. Engagement muss kein Opfer sein „Unser Leben richtet sich nach dem Zaubersalon. Alles wird danach geplant, auch die Urlaube", sagt Jürgen Kalwa, doch das Funkeln in seinen Augen beweist: Dieses Engagement stellt für ihn kein Opfer dar – ganz im Gegenteil. „Der Zaubersalon ist schon etwas ganz Besonderes für uns, alles ist so locker und familiär", sagt Kalwa, und das Leuchten in seinen Augen wird noch ein wenig intensiver. Genau diese familiäre Atmosphäre kam auch bei der Jubiläumsveranstaltung auf. Auf jedem Stuhl lagen Platzkarten mit den Namen der 120 geladenen Stammgäste. Eine der treuesten Anhängerinnen der Veranstaltungsreihe, Heidi Klocke, nahm mit ihrer Tochter Martina in der zweiten Reihe Platz und erhielt vom Organisations-Team als Dankeschön einen Blumenstrauß. „Ich habe 90 von 100 Veranstaltungen besucht und bin immer wieder begeistert von dem, was ich hier erleben darf", betont die Bad Oeynhausenerin. Bürgermeister nimmt seine Rolle mit Humor Und erleben durften die Zuschauer bei der großen Jubiläums-Show so einiges. Die beiden Jungspunde Marco Weißenberg und Till Frömmel, beide begabte Magier und begnadete Entertainer, boten eine unterhaltsame Mischung aus bekannten, jedoch pfiffig verpackten Seil- und Kartentricks, verzauberten das Publikum nicht nur mit ihrem Können, sondern auch mit jeder Menge Charme und lockten sogar Bürgermeister Achim Wilmsmeier mehrfach auf die Bühne. Dieser nahm es mit Humor und verstand seine Auftritte vielleicht auch als kleine Wiedergutmachung dafür, dass er sich verspätet hatte. Und so erfuhren die Zuschauer vom jungen Magier-Duo, dass „Zauberkunst eine Mischung aus Wissenschaft und Fantasie" ist, dass Seiltricks mit musikalischer Untermalung einen besonders hohen Unterhaltungswert haben, dass man Lügner anhand ihrer Körpersprache entlarven kann – und dass sich Achim Wilmsmeier für eine vermeintliche Karriere als Las-Vegas-Showgirl den Künstlernamen „Ute" zulegen würde. Zum großen Finale holten Till Frömmel und Marco Weißenberg sogar noch einen Tiger auf die Bühne – wenn auch nur sich selbst im Kostüm, aber trotzdem eine nette Hommage an Siegfried und Roy. Kurzum – der runde Geburtstag des Zaubersalons war eine wahre Wundertüte, gefüllt mit Magie, Spaß und wunderbaren zwischenmenschlichen Begegnungen. Und so soll es auch weitergehen. „Wir haben das Programm schon bis April nächsten Jahres stehen", freut sich Frank Dörries. Es bleibt also zauberhaft im Begegnungszentrum Druckerei.

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