Bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld wird derzeit ein Ermittlungsverfahren gegen einen 60-jährigen Physiotherapeuten und Heilpraktiker aus Bad Oeynhausen. - © Thorsten Gödecker
Bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld wird derzeit ein Ermittlungsverfahren gegen einen 60-jährigen Physiotherapeuten und Heilpraktiker aus Bad Oeynhausen. | © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen Physiotherapeut soll Kinder missbraucht haben - Erste Hinweise bereits 2017

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Heilpraktiker, der kinderpornografisches Material besessen und angefertigt haben soll

Bad Oeynhausen. Bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld wird derzeit ein Ermittlungsverfahren gegen einen 60-jährigen Physiotherapeuten und Heilpraktiker aus Bad Oeynhausen wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie und des sexuellen Missbrauchs von Kindern geführt. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, bei mehreren Gelegenheiten in seinen Praxisräumen pornografische Fotos von zwei Kindern im Rahmen der Behandlung angefertigt zu haben. Daneben soll er zahlreiche weitere kinder- und jugendpornografische Bilder besessen haben. Offenbar hat das Innenministerium des Landes NRW die Ermittlungen in dem Fall an das Großpräsidium Dortmund überwiesen. Der Beschuldigte befindet sich wegen Wiederholungsgefahr in Haft Der Beschuldigte befindet sich erst seit dem 28. März aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Bielefeld wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Obwohl der Fall bereits seit November 2017 bei der Kriminalpolizei Minden-Lübbecke vorlag, hat die Polizei laut Innenminister Herbert Reul erst am 8. März 2019 erstmals die Wohnung des Verdächtigen durchsucht. "Das war ein klarer Fehler. Gerade vor dem Hintergrund des Berufs des Beschuldigten" - er ist Physiotherapeut für Kinder und Jugendliche - "hätte die Bearbeitung dieses Falles höher priorisiert werden müssen", sagte Reul soeben im Innenausschuss des Landtags. "Das ist ein verheerendes Signal an die Bevölkerung" Wohnräume und Praxis des beschuldigten Therapeuten wurden nicht gleichzeitig durchsucht, sondern erst die Wohnung und eine Woche später erst die Praxis. Und dort wurden weitere Datenträger beschlagnahmt. Dazu sagt der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hartmut Ganzke: "Von November 2017 bis März 2019 wurde ein paar Mal vergeblich an der Wohnungstür des Hauptverdächtigen geklingelt. Das klingt wie Slapstick. Jedenfalls ist ein verheerendes Signal an die Bevölkerung." Ob über die dem Haftbefehl zugrunde liegenden Geschehnisse weitergehende Vorwürfe gegen den Beschuldigten zu erheben sind, die im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als behandelnder Physiotherapeut von Kindern und Jugendlichen stehen könnten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei richtet zwei Anlaufstellen für Opfer ein In diesem Zusammenhang richtet die Polizei Anlaufstellen ein, an denen sowohl Ermittler als auch Opferschutzbeauftragte zur Verfügung stehen. Die Polizei ist dabei bis voraussichtlich einschließlich Samstag, 6. April von 10 Uhr bis 20 Uhr mit mobilen Teams in Bad Oeynhausen an der Herforder Straße in Höhe des Bahnhofs präsent. Auch am Mindener Markt ist eine Anlaufstelle für Opfer eingerichtet worden. Mögliche Betroffene und Zeugen können sich zudem an die Polizeidienststellen in Bad Oeynhausen und Minden-Lübbecke wenden. Telefonisch sind die Opferschutzbeauftragten und Ermittler ab sofort unter der Rufnummer der Dortmunder Polizei Tel. (02 31) 1 32 74 44 erreichbar.

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