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Erheblicher Zuschussbedarf: Die Musikschule der Stadt Bad Oeynhausen kann nur ein Drittel ihrer Kosten aus Einnahmen decken. - © Jörg Stuke
Erheblicher Zuschussbedarf: Die Musikschule der Stadt Bad Oeynhausen kann nur ein Drittel ihrer Kosten aus Einnahmen decken. | © Jörg Stuke

Bad Oeynhausen Ein Kompromiss für die Musikschule

Zukunftskonzept: Stadt will Stellen der festangestellten Lehrer unberührt lassen, den Einsatz von Honorarkräften aber nur in Sonderfällen vorsehen. Beigeordneter ist zuversichtlich, dass der Kulturausschuss zustimmt

Jörg Stuke
12.02.2019 | Stand 14.02.2019, 15:34 Uhr

Bad Oeynhausen. Neuer Anlauf in die Zukunft: Die Stadt legt dem Kulturausschuss in der nächsten Woche ein neues Konzept für die Ausrichtung der Musikschule für die kommenden Jahre vor. Nachdem die Verwaltung im Sommer mit einer solchen Zukunftskonzeption krachend gescheitert war, ist der neue Entwurf ein Kompromiss. Zwei wesentliche Punkte waren es, die den Kulturausschuss im Juli 2018 veranlasst hatten, das Zukunftskonzept einstimmig abzulehnen. Die Stadt wollte bis 2023 drei der zwölf Vollzeitstellen abbauen und den Einsatz von Honorarkräften deutlich zurückfahren und sie nur noch als Krankheitsvertretungen oder für besondere Projekte in Anspruch zu nehmen. Genau diese Beschränkung der Honorarkräfte sieht auch das neue Musikschulkonzept vor, das nach Angaben des Beigeordneten Stefan Tödtmann von Musikschulleiterin Beate von Rüdiger verfasst und mit der Stadtverwaltung abgestimmt wurde. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Verträge von vier Honorarkräften nicht verlängert. Zwei Honorarkräfte bekamen eine Festanstellung – im Rahmen des Stellenplans, wie Tödtmann berichtet. Bis dato waren rund 20 Prozent der Unterrichtsstunden von diesen nicht festangestellten Musiklehrern geleistet worden. Ein Wert, der auch an der Musikschule der Stadt Löhne üblich war und ist, wie deren Leiter Gerhard Sowa gegenüber der NW erklärt. Die wesentliche Änderung gegenüber dem Konzept von 2018 findet sich in dem neuen Entwurf bei den festangestellten Musiklehrern. Das aktuelle Konzept sieht vor, den derzeitigen Stand beizubehalten. Das heißt: Es soll bei zwölf Vollzeitstellen bleiben, die sich im Moment 17 Personen teilen – plus der Stelle für die Musikschulleiterin. „Jede Wiederbesetzung einer Stelle wird am Bedarf und der Nachfrage ausgerichtet und auf entsprechende Notwendigkeit geprüft", heißt es in der Beschlussvorlage für den Kulturausschuss. Im vergangenen Jahr sollte durch die vorgeschlagenen Maßnahmen der Kostendeckungsgrad der städtischen Musikschule Bad Oeynhausen gesteigert werden, der nur bei 34 Prozent liegt. Das heißt: Nur gut ein Drittel der Kosten werden auch durch Einnahmen gedeckt, zwei Drittel muss die Stadt übernehmen. In der Nachbarstadt Löhne liegt dieser Wert deutlich besser. Der Geschäftsbericht von Gerhard Sowa weist für die Löhner Musikschule einen Kostendeckungsgrad von 47 Prozent aus. Dazu beigetragen hat offenbar auch eine Grundsatzvereinbarung mit der Elternvertretung der Löhner Musikschule, die Gebührensätze jährlich moderat zu erhöhen, und zwar um den Prozentsatz der Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst. In Bad Oeynhausen hatte der Kulturausschuss 2018 eine Gebührensteigerung beschlossen, allerdings in geringerem Maße als von der Stadt vorgeschlagen. Mit dem aktuellen Bad Oeynhausener Konzept werde sich der Zuschussbedarf für die Musikschule nicht wesentlich verändern, so Tödtmanns Einschätzung. Im 2018er-Konzept hatte die Stadt durch den geplanten Stellenabbau Einsparmöglichkeiten von jährlich 180.000 Euro ausgemacht. „Wir haben versucht, mit dem überarbeiteten Konzept auf die Kritikpunkte einzugehen, die im vergangenen Jahr im Kulturausschuss geäußert wurden", erläutert der Beigeordnete. Er gehe deshalb davon aus, dass die überarbeitete Konzeption nun auch die Zustimmung der Politik finden werde. ´ Die Sitzung des Kulturausschusses ist öffentlich und beginnt am Dienstag, 19. Februar, um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses.

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