„Ohne klare Aussage der Mühlenkreiskliniken sind wir nicht handlungsfähig“: Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ) in Bad Oeynhausen. 
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„Ohne klare Aussage der Mühlenkreiskliniken sind wir nicht handlungsfähig“: Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ) in Bad Oeynhausen.
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Bad Oeynhausen Parkplatzfrage bleibt ungeklärt

Herz- und Diabeteszentrum: Geschäftsführerin Karin Overlack erläutert, warum eine Entscheidung der Mühlenkreiskliniken zum Krankenhaus für die Parkplatzplanung, aber auch für die Kooperation wichtig ist

Jörg Stuke
12.01.2019 | Stand 11.01.2019, 17:13 Uhr

Bad Oeynhausen. Zufrieden? „Das wäre untertrieben“, sagt Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrums NRW (HDZ) mit einem fröhlichen Lachen. Drei neue Chefärzte und einen Pflegedirektor berufen, die neue Patientenaufnahme planmäßig eröffnet: „Was wir uns 2018 vorgenommen haben, konnten wir auch umsetzen“, erklärt Overlack. Es gab im vergangenen Jahr aber auch Turbulenzen. Für die sorgten unter anderem die Mühlenkreiskliniken (MKK) und das Verwaltungsgericht. Anfang Juni 2018 hatten die Mühlenkreiskliniken ihr Zukunftskonzept vorgelegt, das unter anderem die Schließung der Geburtskliniken in Lübbecke und Bad Oeynhausen vorsah. Was das HDZ – gelinde gesagt – nicht begeisterte. Darin sah und sieht Karin Overlack eine akute Gefährdung der Kooperation zwischen MKK und HDZ. „Pro Jahr werden etwa 50 Kinder mit angeborenen Herzfehlern im Krankenhaus Bad Oeynhausen entbunden, die dann im Herzzentrum unmittelbar operiert oder intensivmedizinisch versorgt werden“, erläutert sie. Dazu kommen Kinder von diabeteskranken Müttern, die ihr Kind im Bad Oeynhausener Krankenhaus zur Welt bringen. Die Neugeborenen werden dann im HDZ versorgt. Dritter Schnittpunkt sind die Fälle, in denen es unter der Geburt Komplikationen gibt. „Dann übernimmt das HDZ die kinderintensivmedizinische Versorgung für das Krankenhaus“, so Overlack. Für all diese Fälle sei aber die unmittelbare Nachbarschaft von HDZ und Krankenhaus unbedingt notwendig. „Neugeborene mit Herzfehlern sind nicht transportfähig“, weiß die Geschäftsführerin des HDZ, die selbst auch Ärztin ist. Eine Schließung der Geburtsklinik in Bad Oeynhausen würde nach Overlacks Einschätzung somit diese Kooperation beenden. „Selbst ein Umzug des Krankenhauses innerhalb Bad Oeynhausens wäre ein Riesendrama für diese Zusammenarbeit“, betont Overlack. Über einen solchen Standortwechsel denken die Mühlenkreiskliniken derzeit durchaus nach. Zum Zukunftskonzept der MKK gehörte auch der Plan, die Auguste-Viktoria-Klinik (AVK) und das Krankenhaus zusammenzulegen. „Ich gehe davon aus, dass das bei den MKK immer noch gesetzt ist“, so Overlack. Unklar ist aber, wie die Zusammenführung aussehen soll. Denkbar sind drei Modelle: die Zusammenlegung am Standort des Krankenhauses, die Zusammenlegung am Standort AVK oder ein Neubau an neuem Standort. „Die Geschäftsführung der Mühlenkreiskliniken lässt derzeit verschiedene Varianten der Zusammenlegung prüfen“, bestätigt Christian Busse, Pressesprecher der MKK. Doch nur, wenn das Krankenhaus bliebe, wo es ist, ließe sich die Kooperation mit dem HDZ so fortsetzen, sagt Overlack. Diese Zusammenhänge habe sie auch den Vorständen der Mühlenkreiskliniken und dem Landrat erläutert. Im Zukunftskonzept der MKK schlug sich das aber offenbar nicht nieder. Enttäuschung habe das bei ihr nicht verursacht, versichert die HDZ-Geschäftsführerin. „Das muss man professionell sehen“, sagt sie. Die sich aber auch keine Illusionen darüber macht, welche Beachtung die Kooperation mit dem HDZ bei den künftigen Planungen der MKK finden werde. „Nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres gehe ich davon aus, dass das eher eine untergeordnete Rolle spielen wird.“ Zu den eher unliebsamen Überraschungen des vergangenen Jahres gehörten für Overlack auch die Entscheidungen des Verwaltungsgerichtes in Minden und des Oberverwaltungsgerichtes in Münster, die die von der Stadt erteilte Baugenehmigung für einen Mitarbeiterparkplatz an der Schützenstraße für ungültig erklärten. Konkrete Pläne für das nun brachliegende Grundstück, das das HDZ erworben hatte, gebe es derzeit nicht, so Overlack. Ebenso wenig gibt es die für eine dauerhafte Lösung des Parkproblems im Bereich von HDZ und Krankenhaus. „Wir können erst planen, wenn wir wissen, was die Mühlenkreiskliniken mit dem Krankenhaus vorhaben“, sagt Overlack. Sollte die AVK zum Standort Krankenhaus verlagert werden, würde sich das Parkproblem verschärfen. „Und wir müssten hier dann dringend eine Lösung finden“, so die HDZ-Geschäftsführerin. Würde das Krankenhaus aber verlagert, würde sich auch das Parkproblem entspannen. „So schwer das fällt: Ohne klare Aussage der Mühlenkreisklinken sind wir in dieser Sache nicht handlungsfähig“, erklärt Overlack.

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