Im Interview: Hendrik Wüst, NRW Verkehrsminister, mit NW-Redakteurin Nicole Sielermann. - © Thosrten Gödecker
Im Interview: Hendrik Wüst, NRW Verkehrsminister, mit NW-Redakteurin Nicole Sielermann. | © Thosrten Gödecker

Bad Oeynhausen/Löhne Eröffnung der Nordumgehung: Abschied vom engsten Nadelöhr im Land

In Bad Oeynhausen wird die Fertigstellung der neuen Verbindung zwischen der A 30 und der A 2 gefeiert

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen/Löhne. Enak Ferlemann konnte es offenbar selbst kaum glauben: „Tja, wer hätte das gedacht, dass das engsten Nadelöhr Deutschlands jemals frei wird?", fragte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium am Donnerstag bei der offiziellen Einweihungsfeier für die Nordumgehung in Bad Oeynhausen. Mit der Fertigstellung der Verbindung zwischen der A 30 und der A 2 werde die entscheidende Lücke auf der wichtigsten „Ost-West-Magistrale im nördlichen Europa" geschlossen, sagte Ferlemann.

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Mit rund 700 Bürgern feierten die Offiziellen aus Stadt, Land und Bund das nahende Ende eines Projektes, das gut 50 Jahre Planung und zehn Jahre Bauzeit hinter sich hat. „Mit der Nordumgehung beseitigen wir die letzten neun Ampeln zwischen Amsterdam und Warschau", sagte Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen. „Das klingt wie Comedy, ist aber so", sagte Wüst.

Das neue Autobahnstück sei eine „ingenieurtechnische Meisterleistung", lobte Ferlemann. 26 Brücken und ein Tunnel auf 9,5 Kilometer Strecke – das zeige, wie komplex der Bau sei. „Und es zeigt: Ja, wir Deutschen können auch solche Großprojekte".

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Wüst verwies auf die besonders gestalteten beiden großen Werrebrücken. „Es sind die einzigen Pylon-Brücken in NRW, die nicht am Rhein stehen", so der Landes-Verkehrsminister.

"Musste das so lange dauern?"

Der auch daran erinnerte, dass es erste Pläne zur Nordumgehung schon in den 1960er Jahren gab. „Musste das so lange dauern?", fragte Wüst und antwortet sich selbst: „Nein." Einerseits hätte man den Bau mit mehr Geld auch schneller fertigstellen können, sagte Wüst. Zum anderen arbeite die Landesregierung in 20 Projekten am Thema Planungsbeschleunigung. „Das ist auch notwendig, damit die Menschen das Vertrauen in die Politik nicht verlieren", so der Minister.

„Mobilität", sagte Wüst, „ist Voraussetzung für wirtschaftlichen Wohlstand, aber auch für persönliche Freiheit. Dafür sind solche Straßenbauprojekte wichtig."

Ferlemann stellte in Aussicht, dass auf der Ost-West-Magistrale durch OWL künftig 60.000 Fahrzeuge täglich unterwegs seien. „Davon werden 40.000 hier auf der Nordumgehung fahren", sagte der Staatssekretär.

Umgestaltung der B 61 ist eine "Mammutaufgabe"

Bis zu 50.000 Fahrzeuge täglich waren bislang im Nadelöhr unterwegs: auf der B 61, die jahrzehntelang die Verbindung zwischen den Autobahnen 30 und 2 bildete. „Diese Trennlinie, die die Mindener Straße in unserer Stadt bildete, kann nun durchbrochen werden", sagte Bad Oeynhausens Bürgermeister Achim Wilmsmeier. Und auch Ferlemann sagte: „Mit der Nordumgehung schließen wir eine Wunde in Ihrer Stadt."

Allerdings sei die anstehende Umgestaltung der B 61 eine Mammutaufgabe, für die er auch Bund und Land finanziell in der Pflicht sehe, sagte Wilmsmeier. Einen Teil zu Finanzierung und Gestaltung soll dabei der Radschnellweg beitragen, der auf der früheren Stadtautobahn geplant ist. Dafür, so versprach Ferlemann, gebe es auch Geld vom Bund.

Freigabe für Verkehr am 9. Dezember

Zunächst aber muss nun erstmal noch die Nordumgehung für den Verkehr freigegeben werden. Die erste Etappe dafür ist für Sonntag, 9. Dezember vorgesehen. Dann soll der Verkehr aus Richtung Hannover in Richtung Osnabrück rollen.

Die Gegenrichtung soll laut Straßen NRW ein bis zwei Wochen später freigegeben werden. Und bis dann auch das Löhner Kreuz komplett ausgebaut und die Nordumgehung damit endgültig vollendet ist, wird es vermutlich Sommer werden.

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