Druck 2: David Lugert (Tenor), Matthias Hofmann (Bariton), Bastian Hupfer (Tenor), Jörg Schwartzmanns (Bariton, Mouth Percussion) und Heiko Benjes (Bass) zogen das Publikum sofort in ihren Bann. - © Margaret Weirich
Druck 2: David Lugert (Tenor), Matthias Hofmann (Bariton), Bastian Hupfer (Tenor), Jörg Schwartzmanns (Bariton, Mouth Percussion) und Heiko Benjes (Bass) zogen das Publikum sofort in ihren Bann. | © Margaret Weirich

Bad Oeynhausen Das Quintett „Viva Voce“ begeistert mit A-cappella-Kunst

Bad Oeynhausen. Modern und traditionell zugleich? Liturgischer Gesang gekoppelt mit Popklassikern? Tiefsinnig und trotzdem unterhaltsam und humorvoll? Gegen den Himmel blickend und doch mitten im Leben? Mit ihrem Programm „Ein Stück des Weges“ zeigen sich die Künstler von „Viva Voce“ als Brückenbauer zwischen verschiedensten Musikstilen. Damit schaffen sie nicht nur ein anspruchsvolles, sondern auch ein ansprechendes Programm. Pfarrer Hartmut Birkelbach vom „Kirche und Kultur“ (KuK!), dem Kulturreferat des Kirchenkreises Vlotho, hatte die Stimm- und Stimmungswunder aus Ansbach in die evangelisch-lutherische Kirche Eidinghausen eingeladen. Das Ergebnis: ein Konzert der Meisterklasse und ein sichtlich begeistertes Publikum. Ein raffinierter musikalischer Coup gelingt „Viva Voce“ zu Beginn des Konzertes. Sie ziehen mit Kerzen in den Händen in die abgedunkelte Kirche ein und tragen dabei ihr Arrangement von „Os justi“ (Anton Bruckner) vor. Im Altarraum angekommen, singen sie die erste Strophe des Pop-Klassikers „I still haven’t found what I’m looking for“ (U2) im gleichen andächtigen Stil. Nahtlos wechseln sie zu einer fetzigen, energiegeladenen Version des Liedes und ziehen das Publikum damit direkt in ihren Bann. Zwei Stunden lang zeigen die Künstler, was sie können: Sehnsucht nach Veränderung und Träume finden ihren Ausdruck in Eigenkompositionen wie dem Chanson „Marseille“ oder dem Lied „Stein des Anstoßes“. Das lustige Lied „Der Zimmerer“ über Bastian Hupfer (Tenor bei „Viva Voce“) bringt viele zum Lachen. Intensiv ist ihre Version von „Nothing else matters“ (Metallica). Die Ballade „Hallelujah“ stimmt dagegen ruhig und nachdenklich. David Lugert, Tenor und Gründungsmitglied der Gruppe, hatte dem Publikum bereits zum Konzertbeginn erklärt: „Vom Anfang an wurden Kirchen nicht nur als Gotteshäuser gebaut, sondern auch als Klangräume konzipiert.“ Nach diesem Motto brachte „Viva Voce“ die Kirche von und bis in jede Ecke zum Klingen, und das allein mit ihren Stimmen. Mal singen sie von oben, mal vom hinten, oft vom Altarraum und einmal sogar aus dem Mittelgang. „Viva Voce“ schließt das Konzert mit dem Pop-Liebling „You raise me up“ und ernten dabei anhaltenden Applaus und Standing Ovations. Für die Zugabe treten sie wieder vor das Publikum mit einem heiteren Beatles-Medley mit Tanzeinlagen. Den Konzertbesuchern reicht es jedoch immer noch nicht. Auf Bitte des Eidinghausener Gemeindepfarrers Wolfgang Edler, stimmte das Quintett ein letztes Lied ein und verabschieden sich von den begeisterten Zuhörern mit dem „Eidinghausen-Städtelied“, in dem sie ein Lob auf Schloss Ovelgönne und andere Sehenswürdigkeiten der Region auch mit einem Augenzwinkern singen.

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