Schwimmkurs außerhalb des öffentlichen Badebetriebs: Am 20. Januar ertrank im Rehmer Hallenbad ein sechsjähriger Junge während eines Schwimmlernkurses. Der Leiter des Kurses muss sich nun vor Gericht verantworten. Foto: Jens Reddeker - © Jend Reddeker
Schwimmkurs außerhalb des öffentlichen Badebetriebs: Am 20. Januar ertrank im Rehmer Hallenbad ein sechsjähriger Junge während eines Schwimmlernkurses. Der Leiter des Kurses muss sich nun vor Gericht verantworten. Foto: Jens Reddeker | © Jend Reddeker

Bad Oeynhausen Ertrunkener Sechsjähriger: Anklage gegen Schwimmlehrer wegen fahrlässiger Tötung

Der 25-jährige Leiter des Schwimmkurses, in dem im Januar ein Junge ertrunken ist, muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten

Nicole Bliesener
12.10.2018 | Stand 12.10.2018, 15:49 Uhr

Bad Oeynhausen. Gegen den Leiter des Schwimmkurses, bei dem am 20. Januar im Rehmer Hallenbad ein sechsjähriger Junge ertrunken ist, hat die Bielefelder Staatsanwaltschaft Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Das Strafverfahren gegen den 25-jährigen Kursleiter, der ausgebildeter Schwimmmeister ist, wird vor dem Bad Oeynhausener Amtsgericht verhandelt. Das Verfahren gegen den zweiten Beschuldigten, einen bei den Bad Oeynhausener Stadtwerken angestellten Schwimmmeister, hat die Staatsanwaltschaft aufgrund eines nicht hinreichenden Tatverdachts eingestellt. „Der Kursleiter hatte in diesem Schwimmkurs eine konkretisierte Aufsichtspflicht über die Kinder", sagte Oberstaatsanwalt Udo Vennewald zur Begründung. An dieser zweiten Stunde des Schwimmkurses für Vier- bis Sechsjährige hatten an diesem Januarsamstag 12 Kinder teilgenommen, der Kursus fand außerhalb des öffentlichen Badebetriebs statt. Die Eltern der Kinder hatten sich zu diesem Zeitpunkt im Vorraum des Bades aufgehalten. Verhandlungstermin vermutlich im Dezember Die Anklageschrift liegt jetzt beim Amtsgericht Bad Oeynhausen. „Die Verteidigerin des Angeklagten hat nun Akteneinsicht", berichtete Amtsgerichtssprecherin Andrea Schumann auf NW-Nachfrage. Eine Antwort der Anwältin müsste dem Amtsgericht in zwei bis drei Wochen vorliegen. Dann werde der zuständige Dezernent, Strafrichter Cornelius, vermutlich das Verfahren eröffnen. „Wir gehen derzeit von einem Verhandlungstermin im Dezember aus", so Schumann. Den sechsjährigen Jungen aus dem lippischen Kalletal hatte der Schwimmmeister des Hallenbads während der Schwimmstunde leblos auf dem Beckenboden liegend entdeckt. Der Schwimmmeister hatte den Jungen aus dem Wasser gezogen und mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen begonnen, gleichzeitig wurden Notarzt und Rettungswagen alarmiert. Der Junge wurde ins Mindener Johannes-Wesling-Klinikum gebracht, wo er später starb. Als Todesursache wurde später ein durch Sauerstoffmangel verursachter Hirnschaden festgestellt. „Mit anderen Worten: Der Junge ist ertrunken", bestätigte Oberstaatsanwalt Vennewald.

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