Daran müssen sich alle halten: Auch im Eingangsbereich der Grundschule Altstadt kann man die Goldenen Regeln lesen. Die sind für Schulleiterin Simone Günther(l.) und Lehrerin Susanne Lönne ähnlich wichtig wie die Streitschlichter. - © Heidi Froreich
Daran müssen sich alle halten: Auch im Eingangsbereich der Grundschule Altstadt kann man die Goldenen Regeln lesen. Die sind für Schulleiterin Simone Günther(l.) und Lehrerin Susanne Lönne ähnlich wichtig wie die Streitschlichter. | © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen „Hier wird friedliches Miteinander gelehrt“

Qualitätsanalyse: Gutachter bescheinigen der Grundschule Altstadt vorbildliche Arbeit. Sie loben insbesondere das gute Unterrichtsklima und die große Engagement des Kollegiums

Bad Oeynhausen. Der am Montag beginnenden Anmeldewoche blickt Schulleiterin Simone Günther nicht nur gespannt, sondern auch mit Zuversicht entgegen. Rechtzeitig liegt das Ergebnis der zweiten Qualitätsanalyse für die Grundschule Altstadt vor und liefert auch Eltern wichtige Informationen bei der Entscheidung. „Hier werden Kinder zu Toleranz und friedlichem Miteinander erzogen", loben die Gutachter. Zeitgemäßer Unterricht, respektvoller Umgang Um die Qualität der Grundschulen zu verbessern, führt die Landesregierung regelmäßig Analysen durch. Im Frühjahr waren die Gutachter in der Grundschule Altstadt, bezogen dabei nicht nur Lehrer und Schüler, sondern auch Eltern, weiteres Schulpersonal und die Stadt als Schulträger mit ein. Und kamen zum Ergebnis: „Der Grundschule Altstadt gelingt es, wesentliche Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Unterricht zu schaffen". Besonders gelobt wird die positive Schulkultur: „Hier herrscht ein ausgewogenes soziales Klima, um Kinder zu respektvollem Verhalten zu erziehen", zitiert Günther die Gutachter. Beispielhaft nennt sie die fünf goldenen Regeln, die in allen Klassenzimmern ausgehängt sind und auf deren Einhaltung größter Wert gelegt wird. „Ich arbeite fleißig", „Ich höre zu" „Ich helfe anderen"– wer sich daran hält, wird am Monatsende mit einer Spielstunde belohnt, wiederholte Verstöße werden mit Zetteln an der Klassenampel geahndet oder haben Elterngespräche zur Folge. Eltern sollen mit ins Boot geholt werden „Eine Unterrichtsstunde pro Woche ist für den Klassenrat bestimmt", nennt Lehrerin Susanne Lönne ein weiteres von den Gutachtern gelobtes Beispiel für die frühzeitige Erziehung zu Mitbestimmung und Verantwortungsbewusstsein. Die Kinder ziehen unter Vorsitz ihres Klassensprechers eine Bilanz, dürfen für die nächste Unterrichtswoche Wünsche äußern. Auch die Streitschlichter, die in den Pausen auf dem Schulhof im Einsatz sind, kommen zu Wort. Nachholbedarf an demokratischer Mitbestimmung sehen die Gutachter nur mit Blick auf die Eltern. „Auch die sollen stärker an der Schulentwicklungsarbeit beteiligt werden", beschreibt Simone Günther eine Aufgabe für die weitere Arbeit. Rund 85 Prozent der 210 Altstadt-Grundschüler haben einen Migrationshintergrund. „Es gibt etwa zwölf verschiedene Muttersprachen", weiß die Schulleiterin. Rücksichtnahme auf unterschiedliche Deutschkenntnisse Da macht es sie besonders stolz, dass die Gutachter den Einsatz für die individuelle Sprachförderung besonders loben. Dazu zählt der Deutschunterricht in Kleingruppen und die Doppelbesetzung mit Lehrkräften im Sachunterricht. „In den anderen Fächern wird durch unterschiedliche Lehrmaterialien auf unterschiedliche Deutschkenntnisse Rücksicht genommen", ergänzt Lönne. „Das tolle Ergebnis ist nur durch Teamarbeit zu schaffen", betont Schulleiterin Simone Günther und verweist auf das „beispielhafte Engagement" ihres 15-köpfigen Kollegiums. Eine Einschätzung, die auch die Gutachter in der Qualitätsanalyse teilen. Und die sicher auch für die Schulentscheidung der Eltern eine Rolle spielt.

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