Herausforderung: Weil der Offene Ganztag in der Kurstadt gut angenommen wird, versucht die Stadt das Angebot nachhaltig zu erweitern. Foto: DPA/Jochen Lübke - © Verwendung weltweit
Herausforderung: Weil der Offene Ganztag in der Kurstadt gut angenommen wird, versucht die Stadt das Angebot nachhaltig zu erweitern. Foto: DPA/Jochen Lübke | © Verwendung weltweit

Bad Oeynhausen Zu wenig Platz in der Betreuung

Offener Ganztag: Mehr als die Hälfte der 1.600 Grundschüler ist für den Ganztag angemeldet. Das stellt viele Schulen vor Probleme. Rehme-Oberbecksen wird überplant. Für Eidinghausen läuft der Architekten-Wettbewerb

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Die Schülerzahlen sinken. Nahezu 1.000 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter werden es im Jahr 2023 weniger sein in der Kurstadt. Doch auch wenn in den kommenden Jahren vermutlich weniger Kinder eingeschult werden als bisher – sie brauchen einfach mehr Platz. Vor allem im Ganztagsbereich. „Schule und offener Ganztag wachsen immer mehr zusammen“, erklärt Stefan Tödtmann, Beigeordneter für Bürgerdienste. Deshalb werde beim Neubau der Grundschule Eidinghausen das Prinzip von 100 Prozent OGS realisiert. Die aktuelle Situation zeigt dagegen Raumnot an vielen Grundschulen. So ist in Dehme die Betreuung im Keller, dafür fallen Unterrichtsräume der Schule weg, in Rehme-Oberbecksen sind Räume zum Teil nur durch andere Räume erreichbar und an der Grundschule Altstadt ist die Mensa mit 50 Plätzen im Dreischichtbetrieb an der Kapazitätsgrenze. Immer mehr Kinder in der OGS 1.685 Schüler gibt es zurzeit an den neun Grundschulen im Stadtgebiet. Davon sind 900 Schüler für den offenen Ganztag angemeldet. Macht eine Quote von 52 Prozent. Zum Vergleich: „2007 hatten wir nur 16 Prozent der damals 2.000 Schüler in der OGS“, gibt Tödtmann einen Rückblick. Die nächsten aktuellen Zahlen gibt es nach Schuljahresbeginn im Oktober. „Die Qualität der Betreuung muss sich auf Sicht verbessern“, betont Stefan Tödtmann. Nach den neuesten pädagogischen Konzepten sollen 100 Prozent der Klassen in der OGS sein und damit die Räume mithilfe des Mobiliars für eine Doppelnutzung zur Verfügung stehen. „Das wollen wir beim Neubau der Grundschule Eidinghausen realisieren“, verspricht Tödtmann. Soll heißen, die Kinder, die auch für die OGS-Betreuung angemeldet sind, kommen alle gemeinsam in eine Klasse. Die drei Cluster Lernen, OGS und Inklusion würden als Einheit ein Team bilden, einen Verbundjahrgang, dem entsprechende Räumlichkeiten zugewiesen würden. „Im Moment läuft der Architekten-Wettbewerb für den Neubau und wir planen für Ende 2018 die Kür des Siegers“, so Tödtmann. Danach könne dann in die detaillierte Planung und den Bau eingestiegen werden. Umgestaltung der alten Schulen ist schwierig Als weitere Grundschule steht das Gebäude in Rehme-Oberbecksen auf der Agenda des Beigeordneten. „Wir überlegen, wie es aussehen kann und soll.“ Und wie es umzusetzen sei. „Aber es dauert seine Zeit, alle Belange unter einen Hut zu bekommen“, gibt Tödtmann zu und macht damit klar, dass momentan nicht absehbar sei, wann dort der Umbau beginnen könne. Am Grundschulstandort Dehme liegen die Ganztagsflächen weit auseinander, da das Obergeschoss der Schule für die Betreuung eher ungeeignet ist. „Dort hat sich die Situation etwas entspannt, weil es eine Klasse weniger gibt.“ Nach und nach sollen die Schulen überplant werden: „Aber es kann noch dauern, bis alle Strukturen an den Grundschulen verändert sind“, mutmaßt Tödtmann. Und stellt auch klar: „Die alten Schulen lassen sich nicht so umgestalten, wie es für den Bedarf notwendig wäre.“ Wie genau der Bedarf in den kommenden Jahren in Bad Oeynhausen aussehen wird – das wissen auch die Verantwortlich nicht sicher. „Die Lage ist nicht klar“, sagt Stefan Tödtmann. Zumal die Stadt ja auch nicht Über-Soll bauen wolle und könne. „Wir werden jedes Jahr auf die Zahlen schauen und dann gegebenenfalls die Schulsituation anpassen. „Planung ja, aber nicht statisch“, nennt das der Beigeordnete.

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