Träger in der Schwebe: Der Autokran hebt einen der Stahlträger auf das Bauwerk Nummer 2 der Nordumgehung, die letzte Brücken, die vor einer Verkehrsfreigabe fertig werden muss. - © Jörg Stuke
Träger in der Schwebe: Der Autokran hebt einen der Stahlträger auf das Bauwerk Nummer 2 der Nordumgehung, die letzte Brücken, die vor einer Verkehrsfreigabe fertig werden muss. | © Jörg Stuke

Löhne/Bad Oeynhausen Nordumgehung: Die letzte Brücke nimmt Gestalt an

Am zweiten Großbauwerk im Löhner Kreuz werden derzeit die Stahlträger verlegt. Auch, wenn Straßen NRW immer noch keinen verbindlichen Termin nennt: Die Hoffnung auf Freigabe noch 2018 bleibt

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen/Löhne. Das sieht doch schon wie eine richtige Brücke aus. Zwei große Längsträger liegen auf den beiden Widerlagern des letzten, großen Bauwerks der Nordumgehung. Am Freitag hat sie ein Autokran an Ort und Stelle gehoben, nun hievt der Kran die Querstreben an ihre Bestimmungsorte. Vom Fortschritt dieses Brückenbaus hängt die Antwort auf die Kernfrage der neuen Autobahn ab: Erst, wenn sie fertig ist, kann der Verkehr auf die Nordumgehung umgeleitet werden. Der zügige Bau nährt Hoffnungen. Das letzte große Bauwerk „Man kann sehen: Der Baufortschritt ist da", sagt Andreas Meyer, Niederlassungsleiter des Landesbetriebes Straßen NRW in Bielefeld. „Wir sind ein gutes Stück voran gekommen." Erst im Mai hatte der Bau der Brücke begonnen, die später den Verkehr aufnehmen soll, der von der Nordumgehung und aus Bad Oeynhausen über die B 61 in Richtung Wittel (beziehungsweise Herford) fahren will. Im Juni wurden die beiden Querwände der Widerlager gegossen. Dann kamen Ende vergangener Woche die beiden großen Stahlträger, die auf eben diesen Betonwänden liegen. Rund 40 Meter lang ist jeder der beiden Träger, die nicht im Stück angeliefert wurden. „Sie wurden vor Ort aus zwei Teilstücken zusammengeschweißt", berichtet Sebastian Felgenhauer, Projektleiter der Nordumgehung bei Straßen NRW. Noch drei Wochen Verbunden werden die Längsträger mit über einem Dutzend Querträgern. Rund drei Wochen werden diese Stahlarbeiten noch dauern, rechnet Felgenhauer. Erst dann können die Seitenflügel der Widerlager, deren Schalungen schon stehen, und die Fahrbahn betoniert werden. Für die Arbeiten, die aktuell im letzten Bauabschnitt der Nordumgehung stattfinden, sei die Sommerhitze kein Problem, versichert Felgenhauer. Anders als auf der Baustelle der Bahnbrücke an der Oberbecksener Straße. Die ruht derzeit, weil es zum Betonieren der Fahrbahn zu heiß sei, hatte die Stadt in der vergangenen Woche mitgeteilt. „Das ist für uns bestes Bauwetter", sagt Felgenhauer. Um sogleich einzuschränken: Das gelte wohl nicht für die Bauarbeiter, die jetzt in der Hitze schuften müssen. Dem Stahl aber macht die Hitze nichts. Und bis wieder betoniert werden muss, sind noch ein paar Wochen Zeit. Auch Asphaltarbeiten sind bei den derzeitigen Temperaturen offenbar kein Problem. Am anderen großen Neubau im Löhner Kreuz, dem Brückenbauwerk Nummer 1, werden bereits die Zufahrtsrampen asphaltiert. Allerdings klafft vor der Südseite dieser 54 Meter langen Brücke noch eine Lücke, die Rampe zu diesem Widerlager muss erst noch angefüllt werden. Freigabe noch im Herbst? „Das ist aber zeitlich ganz unproblematisch", sagt Felgenhauer. Die Brücke müsse ja erst dann fertig sein, wenn der andere Neubau im Löhner Kreuz, in der Zählungsweise der Straßenplaner Bauwerk 2 genannt, fertig ist. Als im Juni 16 NW-Leser auf Einladung von Straßen NRW die Nordumgehungs-Baustelle besichtigen durften, hatte Andreas Meyer erläutert, dass die beiden Brücken laut Aussage der Baufirma Bunte noch im Herbst fertig werden sollen. Und wenn dann das Wetter mitspiele, sei auch eine Verkehrsfreigabe der Nordumgehung noch in diesem Jahr nicht ausgeschlossen, hatte Meyer gesagt. „Einen verbindlichen Termin können wir aber nach wie vor nicht nennen", betonte Meyer gestern noch einmal gegenüber der NW. Seine Einschätzung vom Juni habe aber nach wie vor Bestand. Das aber sei nicht mehr als eine vage Hoffnung, so Meyer. Doch die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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