Zahlreiche Vorstrafen wegen Betrugs und Unterschlagung sprachen gegen den Angeklagten. - © Jens Büttner/dpa
Zahlreiche Vorstrafen wegen Betrugs und Unterschlagung sprachen gegen den Angeklagten. | © Jens Büttner/dpa

Bad Oeynhausen Bassist wegen Unterschlagung verurteilt

Der 56-jährige Bad Oeynhausener soll Gitarrenverstärker, Kabel und Effektgeräte im Wertvon 6.100 Euro geliehen, aber nie zurückgegeben haben

Ulf Hanke

Bad Oeynhausen. Zum Schluss des zweiten Verhandlungstermins war nur noch die Frage, ob der angeklagte, ehemalige Musikjournalist und Bassist aus Bad Oeynhausen wirklich selbst dieser ominöse Mann namens Janus Rogi war – oder ob er diese Figur frei erfunden hat. Beides deutete auf ein Urteil hin. Außerdem sprachen zahlreiche Vorstrafen wegen Betrugs und Unterschlagung gegen den Angeklagten. Mit falschem Namen Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Bielefeld hat der 56-jährige Bad Oeynhausener unter falschem Namen bei einem Fachhändler in Köln Gitarrenverstärker, Kabel und Effektgeräte geliehen, aber nie zurückgegeben. Mit 6.100 Euro bezifferte die Anklägerin den Wert der Geräte. Der Geschädigte sprach von fast 7.000 Euro. Der Schaden war wohl doppelt so groß, die Geräte waren Einzelanfertigungen, die ein zweites Mal produziert werden mussten. Vor Gericht versuchte sich der Angeklagte herauszuwinden. Er habe die Geräte gar nicht bestellt, sondern sein Untermieter Janus Rogi, der seit März spurlos verschwunden sei. Wenn das Gericht ihm mehr Zeit gebe, würde er bei der Wiederbeschaffung sicher helfen können, jetzt sei er jedoch zu krank, könne kaum eine halbe Stunde aufrecht stehen. Bassist lebt von Hartz IV Ähnlich hatte der Bassist schon beim letzten Gerichtstermin argumentiert. Seine Ausflüchte beeindruckten das Gericht jedoch genauso wenig wie die Internetseiten, auf denen seine Interviews mit Schauspielern wie Don Johnson und Musikern wie Lemmy Kilmister, Heinz Rudolf Kunze oder Rudolf Schenker angepriesen werden. Tatsächlich lebt der Bassist von Hartz IV. Der Kölner Fachhändler fiel auf die Masche mit den großen Namen allerdings herein. Bei dem Kölner haben sich inzwischen weitere vermeintliche Opfer des Bad Oeynhauseners gemeldet, die Gitarren und weiteres Musikzubehör an diesen gewissen Janus Rogi geliefert hatten oder liefern wollten. Die Geräte sollten angeblich für eine aufwändige Musikproduktion verwendet werden. Adressat war eine Firma namens „Miverba“ in der Bad Oeynhausener Innenstadt – die Wohnadresse des Angeklagten. Der Richter hatte auch deshalb keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Telefonate, Quittungen und Post verwiesen stets auf dieselbe Adresse in Bad Oeynhausen. „Ich gehe davon aus, dass sie Janus Rogi sind oder es den gar nicht gibt“, sagte der Richter und verurteilte den ehemaligen Musikjournalisten wie von der Staatsanwaltschaft gefordert wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 15 Euro (2.250 Euro).

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