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Arbeit an der Dehnungsfugei: Thorsten Brall, Dominik Waltenberg und Martin Finke von der Firma Maurer auf der Weserflutbrücke der A2 in Richtung Dortmund vor dem Autobahnkreuz Bad Oeynhausen zur A30. - © Ulf Hanke
Arbeit an der Dehnungsfugei: Thorsten Brall, Dominik Waltenberg und Martin Finke von der Firma Maurer auf der Weserflutbrücke der A2 in Richtung Dortmund vor dem Autobahnkreuz Bad Oeynhausen zur A30. | © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen Notreparatur auf der A2 löst Verkehrschaos aus

Straßen NRW muss die Weserflutbrücke der Autobahn A2 „kurzfristig“ mit „lebenserhaltenden Maßnahmen“ flicken. Das Bauwerk ist am Ende seiner Lebenszeit

Ulf Hanke
28.04.2018 | Stand 28.04.2018, 12:43 Uhr

Bad Oeynhausen. Von Rettung ist nicht die Rede. Thorsten Hild wählt deutliche Worte mit Blick auf die Weserflutbrücke, die im Jahr 1938 gebaut wurde. „Das sind lebenserhaltende Maßnahmen", sagte der leitende Brückenbauingenieur des Landesbetriebs Straßenbau NRW am Freitag beim Ortstermin. Straßen NRW hat kurzfristig eingeladen, um das tagelange Verkehrschaos auf den Fernstraßen rund um Bad Oeynhausen und in der Stadt zu erklären. "Gefahr im Verzug" Die Baustelle sei eine Notreparatur und hätte deshalb nicht wie sonst üblich mit anderen Baustellen getaktet werden können, erklärte Thomas Miglietti, Sprecher der Straßen-NRW-Niederlassung Hamm: „Da war Gefahr im Verzug." Die Kollegen der Niederlassung Bielefeld von Straßen NRW haben gleichzeitig den Zubringer zur A30 asphaltiert und Fundamente für Schilderbrücken vor der Einfahrt zur Nordumgehung betoniert, was ebenfalls für zeitweise Sperrungen sorgte und die Verkehrslage im Autobahnkreuz verschärfte. Der Rückstau sorgte in Bad Oeynhausen für eine Blechlawine, die sich in Schrittgeschwindigkeit von Porta Westfalica über die Dehmer Straße (B61) und die B482 auf die A2 quälte. Auf der A2 war der Rückstau teilweise acht Kilometer lang. Sogar die Autobahnpolizei, erläuterte Projektleiter Johannes Badengoth von Straßen NRW, habe sich eingeschaltet. Das Lkw-Überholverbot ist deshalb auf eine Zone bis fünf Kilometer vor Bad Oeynhausen ausgedehnt worden. Löcher in der Brücke kurz vor Ostern entdeckt Kurz vor Ostern war der Autobahnmeisterei Herford bei den täglichen Streckenkontrollen auf der A2 aufgefallen, dass auf der Weserflutbrücke Löcher im Asphalt klafften. „Das hätte schnell ein größeres Problem werden können", sagte Stefan Meyer, Betriebsdienstleiter der Autobahnmeisterei. Als die Baustelle dann eingerichtet war, erkannten die Fachleute: Das Problem ist doch größer als gedacht. Die Brücke hatte deutlich mehr Schäden unterm Asphalt als angenommen. Offenbar hat Bad Oeynhausen noch Glück gehabt. Die Autobahnbrücke mit der Verbindung zur A30 muss nicht vollständig gesperrt werden, sondern kann im laufenden Betrieb saniert werden. Im Rheinland hat Straßen NRW nach Kontrollen kurzerhand Autobahnbrücken gesperrt. Das ist im westfälischen Teil NRWs offenbar noch nicht nötig. Zwei Fahrspuren über der Brückenkonstruktion von 1938, die rechte Spur und die Abfahrt, werden mit Hochdruck saniert, erläuterte Projektleiter Johannes Badengo. Die Löcher unterm Asphalt werden mit Polymerbeton verfüllt, abgedichtet, Übergänge und Dehnungsfugen mit neuen Gummis ausgestattet und anschließend neuer Asphalt verlegt. Kostenpunkt für die Not-Operation der Autobahnbrücke: 244.000 Euro. Lastwagen und eindringendes Wasser sorgen für Abnutzung Ein Problem der Weserflutbrücken ist die Doppelkonstruktion. Eine Hälfte des Verkehrs rollt über eine gemauerte Bogenbrücke aus dem Jahr 1938, die andere Hälfte über eine Stahlbeton-Konstruktion aus den 1970er Jahren. Auf der Fahrbahn ist davon nichts zu sehen. Die tonnenschweren Lastwagen nutzen die Brücke darunter jedoch stark ab. Eindringendes Wasser verschleißt die Stahlkonstruktion zusätzlich. Die Teilstrecke der A2 vor dem Autobahnkreuz Bad Oeynhausen ist mit über 100.000 Fahrzeugen am Tag die meistbefahrene Straße in ganz Ostwestfalen-Lippe. Wie lange die Weserflutbrücke dieser Belastung noch Stand hält, ist unklar. Das Lebensende der Bogenbrücke ist jedoch absehbar und offenbar nicht mehr allzu fern. Die gute Nachricht ist jedoch: Bis zu dem 7. Mai sollen die Schäden beseitigt sein. Einen Tag später könnte der Verkehr wieder über drei Spuren Richtung Dortmund rollen.

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