Ein Spezialkran hebt die Fahrbahn der Bahnbrücke an der Oberbecksener Straße in Bad Oeynhause von den Betonpfeilern, aus denen sie zuvor herausgesägt worden war. - © Thorsten Gödecker
Ein Spezialkran hebt die Fahrbahn der Bahnbrücke an der Oberbecksener Straße in Bad Oeynhause von den Betonpfeilern, aus denen sie zuvor herausgesägt worden war. | © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen Riesenkran reißt Bahnbrücke in einer Nacht ab

300 Tonnen schweres Fahrbahnteil in einem Stück zur Seite gehoben

Jörg Stuke

Bad Oeynhausen. Es war ein mächtiger Kraftakt: Mit einem Spezialkran wurde in der Nacht zu Donnerstag der 300 Tonnen schwere Mittelteil der Bahnbrücke an der Oberbecksener Straße In Bad Oeynhausen zur Seite gehoben. Die ungewöhnliche Abbruchmethode war notwendig, um die von der Bahn vorgegebene Sperrzeit einhalten zu können. Genau 53 Stunden lang ist die viergleisige Bahnstrecke zwischen Löhne und Minden sei Mittwoch vollständig gesperrt. Zu wenig für einen konventinellen Brückenabriss, wie Planer Klaus Bockermann erkannte. Und deshalb eine andere Methode ersann. Am Mittwoch wurde der Mittelteil der Brücke, der über die vielbefahrene Bahnlinie führt, mit Hilfe eines Tragegestells in den Haken eines 600-Tonnen-Krans eingehängt. So gesichert, konnten die Bauarbeiter die Brücke zersägen, die Fahrbahn im Stück zur Seite heben und neben den Gleisen ablegen. Da die Sägearbeiten deutlich flotter voran gingen als vorgesehen, hatte der Spezialkran seine Dienste schon gegen 2.50 Uhr am Donnerstagmorgen erledigt. Noch in der Nacht begann der Abbruch der Widerlager und Pfeiler der Brücke. „Wir liegen gut im Zeitplan", sagte Jan-Martin Müller, der das Projekt bei der Stadt Bad Oeynhausen betreut. Die Stadt hatte bei einer routinemäßigen Untersuchung festgestellt, dass die Brücke so stark geschädigt ist, dass sich ein Neubau empfahl. Die Kosten von gut fünf Millionen Euro teilen sich Stadt, Land und Bahn. Allein der Einsatz des Spezialkrans verteuerte das Bauprojekt um 500.000 Euro. Für den Abbruch der alten Brücke wurde die Bahnline, auf der täglich über 300 Züge verkehren, von Mittwoch, 12.30 Uhr, bis zum heutigen Freitag, 17.30 Uhr, gesperrt. Dadurch wurde der Fernverkehr in ganz OWL und der Nahverkehr zwischen Bielefeld und Minden massiv beeinträchtigt.

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