Freuen sich auf defekte Dinge: Die Initiatoren des Repair-Cafés Marco Schwarze (v l.), Carsten Fette, Klaus-Udo Hennings und Jan Seemann. Das Repair-Café ist als Hilfe zur Selbsthilfe in geselliger Runde konzipiert – unter dem Motto „Werkeln bei Kaffee und Kuchen“. - © Foto: Nicole Bliesener
Freuen sich auf defekte Dinge: Die Initiatoren des Repair-Cafés Marco Schwarze (v l.), Carsten Fette, Klaus-Udo Hennings und Jan Seemann. Das Repair-Café ist als Hilfe zur Selbsthilfe in geselliger Runde konzipiert – unter dem Motto „Werkeln bei Kaffee und Kuchen“. | © Foto: Nicole Bliesener

Bad Oeynhausen Zweite Chance für Alltagsgegenstände

Begegnungszentrum Druckerei: Erstes Bad Oeynhausener Repair-Café startet am Sonntag, 10. Dezember. Initiatoren wollen ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen

Bad Oeynhausen. Die gute Thermoskanne von Oma ist nicht mehr dicht, der Kasper des jüngsten Nachwuchses hat den Kopf verloren, Sohnemanns Smartphone funktioniert nicht mehr richtig, der alte Lieblingsstuhl hat ein Wackelbein – viele Dinge des tägliches Lebens sind gelegentlich reparaturbedürftig. „Man muss nicht gleich alles wegschmeißen, vieles lässt sich ohne großen Aufwand reparieren", sagt Carsten Fette. Gemeinsam mit Jan Seemann hatte Carsten Fette die Idee zu einem Repair-Café – also einem Treffpunkt, wo in geselliger Atmosphäre defekte Gegenstände repariert werden können. Fette und Seemann sind Mitglieder der Programmgruppe des Begegnungszentrums „Druckerei". „Das Repair-Café soll eine feste und selbstständige Gruppe in der Druckerei werden", fügt Jan Seemann hinzu. Den Ehrenamtstag im September haben die Beiden genutzt, um Gleichgesinnte zu finden. Fünf Interessierte kamen zum ersten Treffen am Ehrenamtstag. Mittlerweile haben die nun sieben Mitglieder der Repair-Café-Gruppe Flyer und Infozettel entworfen und gedruckt. Und ihre Werkzeugkisten auf Vordermann gebracht. Am Sonntag, 10. Dezember, von 11 bis 14 Uhr, soll das erste Repair-Café-Treffen in der Druckerei starten. Und von da an jeden zweiten Sonntag im Monat. „Es soll nicht so sein, dass wir alles reparieren, sondern wir wollen eher Hilfe zu Selbsthilfe bieten, die Besucher bei der Reparatur ihrer defekten Gegenstände anleiten und Tipps geben", erläutert Carsten Fette. Natürlich stellen die Initiatoren auch Werkzeug zur Verfügung. „Trotzdem sollte jeder, der welches besitzt, es auch mitbringen", fügt Carsten Fette hinzu. Denn die engagierten Tüftler haben nicht jedes Spezialwerkzeug zur Verfügung. „Wir helfen so viel wie nötig", sagt Fette. Wenn also jemand überhaupt keine handwerkliche Ader hat, dann fällt die Hilfe stattlicher aus. Wichtig sind den Initiatoren zwei Dinge: „Wir wollen keiner professionellen Werkstatt Konkurrenz machen und wir legen Wert auf den geselligen Aspekt", fügt Jan Seemann hinzu. Und daher soll es auch immer Kaffee und Kuchen geben. Gesucht werden übrigens auch noch handwerklich Interessierte, die in der Gruppe mitmachen möchten. „Wir könnten gut noch einen Tischler gebrauchen, jemanden, der sich mit Holz auskennt", sagt Klaus-Udo Hennings, der ebenso wie Marco Schwarze am Ehrenamtstag auf die Idee des Repair-Cafés gestoßen ist. „Andere Kompetenzen sind ebenfalls gewünscht, denn wir wollen möglichst breit aufgestellt sein", sagt Carsten Fette. Wichtig ist den Initiatoren des Repair-Cafés auch, dass die Gäste nicht mit der Erwartungshaltung kommen: „Die Reparatur klappt auf jeden Fall", sagt Jan Seemann. Auch können die Mitglieder des Repair-Café keine Haftung übernehmen. Aus diesem Grund gibt es auch klare Regeln, die auf einem Laufzettel für jede Reparatur vermerkt sind. Vorbilder dafür gibt es bereits in vielen Großstädten, aber auch in zahlreichen kleineren Kommunen wie Kirchlengern oder Lemgo. Im gesamten Bundesgebiet sollen derzeit mehr als 500 Initiativen dieser Art tätig sein. Ziel dieser Initiativen ist es, ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zu setzen und Müll zu vermeiden. Dieser Idee schließt sich auch die Druckerei-Gruppe an: „Es wird zu viel weg geschmissen. Reparieren ist bei vielen Menschen aus der Mode gekommen. Mit dem Repair-Café wollen wir dies ändern. Es schont Ressourcen, bringt Menschen zusammen und erhält Wissen über Reparaturen", heißt es in dem Flyer.

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