0
Erinnerungsstück: Ein Namensschild am blauen Band hat Andreas Witt in Bonn als „Klima-Bündnis-Botschafter“ ausgewiesen. Im nächsten Jahr findet der Weltklima-Gipfel in Polen statt – möglicherweise darf Witt auch dann wieder teilnehmen. foto: Heidi Froreich - © Heidi Froreich
Erinnerungsstück: Ein Namensschild am blauen Band hat Andreas Witt in Bonn als „Klima-Bündnis-Botschafter“ ausgewiesen. Im nächsten Jahr findet der Weltklima-Gipfel in Polen statt – möglicherweise darf Witt auch dann wieder teilnehmen. foto: Heidi Froreich | © Heidi Froreich

Bad Oeynhausen Bad Oeynhausener ist Botschafter beim Weltklima-Gipfel

Große Ehre: Der städtische Klimaschutz-Manager Andreas Witt war drei Tage als einziger Ostwestfale in Bonn. Auch weil Bad Oeynhausen schon so viel für den Klimaschutz getan hat

Heidi Froreich
17.11.2017 | Stand 19.11.2017, 11:02 Uhr

Bad Oeynhausen. Dem Abschluss der Weltklimakonferenz am Freitag sieht Andreas Witt mit besonderer Spannung entgegen – weil er selbst einer der 28.000 Teilnehmer war. Und das in offizieller Mission: Der städtische Klimaschutzmanager war einer von 14 Klima-Bündnis-Botschaftern. „Das war eine große Ehre für die Stadt", bilanziert er. Schließlich gehören dem weltweiten Klimabündnis 1.700 Kreise und Kommunen an. Drei Tage lang hat Witt – als einziger Ostwestfale – an Diskussionen und Vortragsveranstaltungen teilgenommen. „Einmal saß ich zehn Meter von Umweltministerin Barbara Hendricks entfernt", berichtet Witt eher beiläufig. Denn viel wichtiger an gerade dieser Veranstaltung war ihm die ausführliche Schilderung, welche Auswirkungen der Klimawandel schon jetzt hat. Weniger Schnee, weniger Nahrung Vertreter der Marshallinseln – einer kleinen Inselgruppe im mittleren Ozeanien – berichteten, dass durch die Erderwärmung der Meeresspiegel steigt, das Grundwasser versalzt und nun erhebliche Einbußen in der Landwirtschaft entstehen. Ähnlich bittere Erfahrungen schilderten auch Vertreter aus dem Libanon, mit denen er unter anderem am Stand des Klimabündnisses ins Gespräch kam. „Weniger Schnee, weniger Wasser, weniger Nahrung", fasst Witt nüchtern zusammen. Die Konsequenz ist für ihn klar: „Das Klimaproblem lässt sich nur weltweit lösen." Um 80 Prozent hat die Stadt seit 1990 den Ausstoß von Kohlendioxid in ihren Gebäuden verringert. Das Treibhaus-Gas gilt als Hauptverursacher der Erderwärmung. „Bad Oeynhausen ist auf einem guten Weg", lobt Witt, nennt das zugleich auch als einen Grund für seine Berufung zum „Klimaschutz-Botschafter". Natürlich hat er den Weltklimagipfel auch zum Erfahrungsaustausch mit Kollegen genutzt – und auch gleich eine wichtige Anregung mitgenommen. „Klimaschutz darf sich nicht auf einzelne Leuchtturm-Projekte beschränken, sondern muss zum festen Bestandteil der Stadtentwicklung werden". Beispielhaft nennt er den Umbau der Mindener Straße; da gelte es nicht nur den künftigen Autoverkehr zu optimieren. Witt: „Auch der Radschnellweg muss an das gesamte Verkehrsnetz angeschlossen werden". Kläranlage als Teil der Klima-Expo ausgezeichnet Andererseits hat der Gebäudemanager im Gespräch mit anderen Kollegen aber auch schon viel Anerkennung für die Klimaschutzarbeit in Bad Oeynhausen erfahren. Mit der Kläranlage, die vor wenigen Wochen als Teil der Klima-Expo in NRW ausgezeichnet wurde (die NW berichtete), liege Bad Oeynhausen im Vergleich zu anderen Städten ganz vorn. Auch die neue Turnhalle an der Wichern-Grundschule, die nach ihrer Fertigstellung die höchste Energieeffizienzklasse erreiche, sei vorbildlich. Lob habe es auch dafür gegeben, dass sich die Stadtwerke als städtische Tochter eigenständig um die Förderung der Elektromobilität kümmern. Witt: „Je mehr mit im Boot sind, desto besser". Und noch eine Botschaft hat er vom Klimagipfel mitgenommen. „Wir müssen uns weiter anstrengen". Auch in Bad Oeynhausen sieht er noch weiteres Potenzial für zusätzlichen Klimaschutz. Weil er in Bonn aus erster Hand erfahren hat, wie das Treibhausgas schon jetzt Lebensgrundlagen zerstört.

realisiert durch evolver group