Emsig: Bagger, Schieber und Walzen sind auf der Nordumgehungsbaustelle bei der Arbeit. Dort, wo im Mai noch die Autos über die A 30 rollten, entsteht derzeit ein Pfeiler für die neue Brücke (Bildmitte). Die A 30 wurde nach links verschwenkt, die alte Fahrbahn wurde bereits komplett abgetragen. Fotos: Jörg Stuke - © Jörg Stuke
Emsig: Bagger, Schieber und Walzen sind auf der Nordumgehungsbaustelle bei der Arbeit. Dort, wo im Mai noch die Autos über die A 30 rollten, entsteht derzeit ein Pfeiler für die neue Brücke (Bildmitte). Die A 30 wurde nach links verschwenkt, die alte Fahrbahn wurde bereits komplett abgetragen. Fotos: Jörg Stuke | © Jörg Stuke

Löhne/Bad Oeynhausen "Gläsernes Kreuz": In der Nordumgehung bei Löhne wird der Verkehr gezählt

Auf der Baustelle in der Anschlussstelle Löhne wächst die vorletzte Brücke. Kanäle für Wasser und Kabel sind im Bau. Straßen NRW hat Aufträge für 29 Schilderbrücken und Flüsterasphalt ausgeschrieben

Löhne/Bad Oeynhausen. Das wird das „gläserne Kreuz" der Nordumgehung: Wenn die neue Autobahn – hoffentlich 2019 – fertig ist, dann werden die Planer bei Straßen NRW ganz genau ablesen können, ob sich der Bau der Umgehungsstrecke gelohnt hat. Denn das Löhner Kreuz, vierter und letzter Bauabschnitt der Nordumgehung, wird eine Dauerzählstelle, an der die Verkehrsströme erfasst werden. „In die Fahrbahnen werden Induktionsschleifen eingebaut, so dass man genau nachvollziehen kann, wo wie viele Fahrzeuge unterwegs sind", erläutert Sven Johanning, Pressesprecher beim Landesbetrieb Straßen NRW in Bielefeld. Diese Datenerfassung braucht jede Menge Leitungen, für die die Kabelkanäle derzeit ebenso wie die Rohre für die Regenwasserleitungen im Untergrund des neuen Autobahnkreuzes verlegt werden. „Straßenbau," so sagt Johanning, „ist ein bisschen wie ein Eisberg. Nur einen kleinen Teil kann man sehen, der größte Teil bleibt unsichtbar." So wie im Löhner Kreuz die fünf Durchlässe für den Haubach. Vier der Betonbauwerke, die später unter den Fahrbahnen verschwinden werden, sind schon fertig, das fünfte ist im Bau. Straßen NRW geht von einer Verkehrsfreigabe 2018 aus Optisch markant dagegen werden die Brücken im Kreuz sein. Von der westlichsten Brücke der Nordumgehung, in den Plänen von Straßen NRW heißt sie „Bauwerk 1", stehen schon ein Widerlager und der Mittelpfeiler. Am südlichen Widerlager legen die Bauarbeiter gerade das Eisen fürs Fundament. „Wenn auch dieses Widerlager fertig ist, muss der Beton noch einige Wochen aushärten", erläutert Sebastian Felgenhauer, Projektleiter der Nordumgehung bei Straßen NRW. Erst dann kann der Überbau – also die Fahrbahnplatte – gebaut werden. Die wird, so Felgenhauer, auf zwei großen Stahlträgern ruhen. So sei zum Beispiel auch die Nordumgehungsbrücke an der Eidinghausener Straße konstruiert. Erst wenn diese Brücke komplett fertig ist, werden die Bauarbeiten an der zweiten großen Brücke fürs Löhner Kreuz weitergehen. „Dafür sind aber die genauen Ausführungspläne noch in Arbeit", berichtet Felgenhauer. Straßen NRW gebe nur den Rahmen vor, Abmessungen und Aussehen der Brücke. Wie sie genau gebaut werde, sei Sache des Bauunternehmens, so der Projektleiter. Sorge, dass sich dadurch die Fertigstellung der neuen Autobahn verzögere, habe er nicht, versichert Felgenhauer. „Wir gehen weiterhin von einer Verkehrsfreigabe 2018 aus." Komplett fertig sein soll die Nordumgehung dann 2019. Ausschreibung für 29 Schilderbrücken Kurz vor der Fertigstellung ist das andere Endstück der Nordumgehung, die Anschlussstelle in Rehme. „Die Asphaltarbeiten sind beendet", berichtet Felgenhauer. Die Schutzsysteme – Betonleitwände und Stahlleitplanken – seien in Arbeit. Gerade veröffentlicht hat Straßen NRW die Ausschreibung für 29 Schilderbrücken, die an der neuen Autobahn, aber auch an der alten A 30 und der B 61 gebaut werden müssen. Und auch die Ausschreibung für den offenporigen Asphalt, liebevoll OPA abgekürzt, sei raus, so der Projektleiter. Der besondere lärmmindernde Straßenbelag wird nur im Bad Oeynhausener Teil der neuen Autobahn aufgebracht. Die Stadt Bad Oeynhausen hat sich verpflichtet, 960.000 Euro zu den Mehrkosten des „Flüsterasphalts" beizutragen. Nach Felgenhauers Zeitplan soll OPA im April/Mai 2018 eingebaut werden.

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