In Gesprächen: Stefan Wiese (v. l.), Bernd Poggemöller und Andreas Schwarze verhandeln mit der Bezirksregierung. - © Foto: Susanne Barth
In Gesprächen: Stefan Wiese (v. l.), Bernd Poggemöller und Andreas Schwarze verhandeln mit der Bezirksregierung. | © Foto: Susanne Barth

Löhne/Bad Oeynhausen Beim Trinkwasser gibt es noch keine Entwarnung

Wasserbeschaffungsverband sieht weiterhin Handlungsbedarf. Notfalls soll zusätzliches Grundwasser gefördert werden. Antrag erforderlich

Löhne/Bad Oeynhausen. Das bisschen Regen hilft nicht, um gegen den Wassermangel in Löhne, Bad Oeynhausen, Hille und Hüllhorst vorzugehen. „Aber die milden Temperaturen kommen uns entgegen", sagt Löhnes Bürgermeister und Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes „Am Wiehen", Bernd Poggemöller. So werden die Verbrauchsspitzen nicht erreicht, wie es an den heißen vergangenen Tagen der Fall war. Dennoch bleibt Handlungsbedarf. Am Mittwoch haben sich in großer Runde alle Beteiligten mit der Bezirksregierung getroffen, um das Wasserproblem in den Griff zu bekommen. In zwei Schritten geht der Wasserbeschaffungsverband (WBV) nun vor. „Zuerst werden die Notverbandsstrukturen geprüft", sagt Poggemöller. Der WBV Herford-West, von dem das Verbreitungsgebiet im Jahr bereits einen Teil des Trinkwassers bezieht (300.000 Kubikmeter), sowie die Stadtwerke Bielefeld sind angefragt, ob sie mehr Wasser als sonst zur Verfügung stellen können. Technisch sei das möglich, die Rohre führen bis nach Löhne und Bad Oeynhausen. Anders als etwa bei den Stadtwerken Minden, von denen der WBV „Am Wiehen" auch jährlich zukauft (250.000 Kubikmeter Wasser). „Hier sind wir schon am Anschlag", so Poggemöller. Eilverfahren soll eingeleitet werden Parallel stellt der WBV „Am Wiehen" bei der Bezirksregierung einen Antrag, dass der WBV Herford-West über seine Fördermenge hinaus mehr Grundwasser fördern darf. Damit würde die Menge von 4,7 auf 5 Millionen Kubikmeter Wasser steigen. Genau die Menge, die dem Verbreitungsgebiet durch eine höhere Versorgung in Bad Oeynhausen fehlt. Ohne Weiteres funktioniert das aber nicht, da Wasserrechte beschränkt sind. Wird also mehr abgepumpt als vereinbart, gibt es Strafen. Normalerweise ziehe sich solch ein Antrag über Monate hinweg. „So lange können wir nicht warten." Ein Eilverfahren soll eingeleitet werden. Die Bezirksregierung, so Poggemöller, erwarte allerdings, dass zuerst die Notverbundstrukturen geprüft werden. Das ist also Schritt eins. Innerhalb von einer Woche geben die Dienstleister bekannt, ob der WBV „Am Wiehen" auf mehr Wasser zurückgreifen kann. Gleichzeitig hofft Poggemöller weiterhin auf die Umsicht der Bürger, Industrie und Landwirtschaft, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Auf das Befüllen von Pools und Planschbecken sowie auf ein exzessives Bewässern der Gärten soll weiterhin verzichtet werden.

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