Diskussionen: Die Sportbegeisterten grübelten darüber, wie der Skaterplatz im Siel aufgewertet werden kann. - © Foto: Nicole Sielermann
Diskussionen: Die Sportbegeisterten grübelten darüber, wie der Skaterplatz im Siel aufgewertet werden kann. | © Foto: Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Platz für Fitnessbegeisterte

Rollschuhbahn im Siel: 60.000 Euro stehen als Isek-Maßnahme für die Umgestaltung der Freifläche zur Verfügung. Bei einem Workshop konnten die Kurstädter ihre Ideen einbringen und mitplanen

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Für Bad Oeynhausener Verhältnisse war es voll. Erstmals seit langer Zeit traf eine Bürgerbeteiligung offenbar auf Resonanz. 25 Sportler und Fitnessbegeisterte machten sich am Mittwochabend im Rathaus Gedanken darüber, wie die ehemalige Rollschuhbahn im Siel künftig aussehen und genutzt werden kann. Die Ideen sind vielfältig. Eines aber ist offenbar schon klar: eine Rollschuhbahn ausschließlich für den RRC Lohe wird es nicht werden. Üppig ist das Budget nicht. 60.000 Euro stehen aus dem Topf für Städtebaufördermaßnahmen zur Verfügung. Aber nur, und das machte Arnold Reeker (Fachbereichsleiter Stadtplanung und Bauen) gleich zu Beginn deutlich, wenn der Platz öffentlich bleibt und damit allen Kurstädtern zur Verfügung steht. Schon vor dem Workshop hatten Nicola Jenik und Frauke Uhe, Landschaftsarchitektinnen vom Dortmunder Planungsbüro Stadtkinder, Ideen gesammelt. „Wir haben an einem Samstagmorgen 42 Leute im Siel befragt", erklärte Jenik. Dabei sei deutlich geworden, dass die Mehrheit der Bad Oeynhausener einen Platz für Outdoor-Fitness wünsche. Trampoline, BMX-Trail, Barfußparcours, Fußballfeld, Rollschuhbahn, Skateanlage, Spielangebote für Kinder, Treffpunkt für Jugendliche oder sogar eine temporäre Eisbahn (früher hat die Feuerwehr im Winter des Platz gewässert) stehen offenbar auf der Wunschliste ganz oben. „Der Sielpark hat ein Imageproblem", urteilte der Werster Oliver Windus. „Er ist insgesamt runtergekommen und wird vor allem abends nur sehr ungern durchquert", sagte der Workshop-Teilnehmer. Die Hauptnutzung sei immer noch die Zuwegung von oder zu der Stadt. Dem konnte Jürgen Demberg vom RRC Lohe nur zustimmen. „Im Sommer schön, aber im Alltag gibt es dort nur eine sehr eingeschränkte Nutzung." Weshalb der Vertreter des RRC Lohe die Erneuerung der Rollschuhbahn ins Spiel brachte. „Das war ja auch die ursprüngliche Nutzung." Er fordert eine regelmäßige Nutzung, um den Platz vor erneuter Verwahrlosung zu schützen. Arnold Reeker ist aber optimistisch, dass der Sielpark nach Fertigstellung der Nordumgehung eine Aufwertung erfahren wird. Die Vorstellungen gingen aber auseinander. Während Ralf Heine von der TG Werste einen Trimm-Dich-Parcours und eine Wersterin einen Mehrgenerationenplatz wie auf Norderney vor Augen hatten, erzählte Joachim Broskewitz, bei der Stadt zuständig für mobile Jugendarbeit, dass der Platz von Basketballern stark genutzt werden. „Es ist der einzige Platz, der explizit der Jugend zur Verfügung steht. Es ist wichtig, einen solchen Treffpunkt zu erhalten", gab er zu bedenken. Und dann ist das noch der Wunsch nach einer Calisthenics-Anlage. Daran können Freiluftsportler Klimmzüge machen, Klettern, Hangeln oder Balancieren. „Wir sind eine Freeletics-Gruppe von zirka 30 Leuten und brauchen nicht viel Platz", erklärte Paul Kröker. Ideal sei eine solche Anlage, die bereits in vielen anderen Städten zu finden sei. Dem konnte Rainer Müller-Held nicht zustimmen: „Das war eine Rollschuhbahn und soll es auch bleiben. Für alles andere ist im Siel Platz genug. Das muss doch nicht auf diese Fläche." Und Arnold Reeker erklärte dem grünen Ratsabgeordneten gerne noch einmal, dass es, wenn die Fläche ausschließlich dem RRC Lohe zur Verfügung steht, keine Fördergelder gibt. „Vielleicht sollten wir schauen, ob es als Trainingsfläche für den RRC Lohe eine geeignetere Fläche an den Schulzentren gibt." Eine, die ständig eine Aufsicht und Pflege habe. „Da ist der Platz mitten im Wald, der schnell verschmutzt, vielleicht nicht optimal", gab Reeker zu bedenken. Fest steht aber, dass dem Rollschuhclub eine Beton-Trainingsfläche fehlt. Derzeit fährt der Verein mit Kindern und Jugendlichen zu einem befreundeten Verein nach Hameln – immerhin 60 Kilometer Wegstrecke. Letztlich nahmen die beiden Planerin von „Stadtkinder" vier Pläne mit ins Büro. Mir oberster Priorität: eine Calisthenics-Anlage, Trimm-Dich-Geräte, Basketballkörbe und Sitzgelegenheiten. „Das wird nun ausgewertet und dann wird abgestimmt, was für das Budget möglich ist", erklärt Gabriele Schmidt vom Fachbereich Stadtplanung. Danach werden die verschiedenen Planungsvarianten im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt.

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