Erinnerungen: Wilfried Folle und Tochter Anja sichten für das Buchprojekt ein altes Familienalbum. Foto: Hans-Jürgen Krackher - © Elke Niedringhaus-Haasper
Erinnerungen: Wilfried Folle und Tochter Anja sichten für das Buchprojekt ein altes Familienalbum. Foto: Hans-Jürgen Krackher | © Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen Urgesteine, Flüchtende, Rückkehrer

Spannendes Projekt: Der Potsdamer Marketingexperte Hans-Jürgen Krackher interviewt im Auftrag des Seniorenzentrums Bethel 13 Familien für das Buch „Wir hier - Schönes Altern in Bad Oeynhausen“

Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen. Manche leben schon seit Hunderten von Jahren hier. Andere haben Bad Oeynhausen den Rücken gekehrt. Und dann gibt es auch noch die Rückkehrer. Sie alle werden jetzt in einem Buchprojekt zusammengeführt, dass sich mit typischen Bad Oeynhausener Familien beschäftigt. Zurzeit führt der Potsdamer Werbeberater Hans-Jürgen Krackher im Auftrag des Seniorenzentrums Bethel Interviews mit 13 Bad Oeynhausenern – dem Herzstück des Buches, das im Juli unter dem Titel „Wir hier – Schönes Altern in Bad Oeynhausen" erscheinen wird. Für Bernd Brockmann, Anwalt im Ruhestand und Rehmer Urgestein, stand sofort fest, dass er das Projekt unterstützen wird. „Das ist eine gute Sache", versichert Brockmann, dessen Vorfahren vor 100 Jahren noch in Wöhren lebten, bevor sie nach Rehme umsiedelten. Seine Familie wird in dem Buch für die Wurzeln des dörflichen Lebens in Bad Oeynhausen stehen. Ähnlich wie die Familie von Wilfried Folle, von der noch ein Grabstein aus 1590 vorhanden ist. Oder wie die Bäckerdynastie Seeger und die Familie von Johanna Ober-Sundermeyer. Typisch für das Sterben des Einzelhandels in der Innenstadt ist die Geschichte der Familie von Marita Edler, die hier früher einmal ein Porzellangeschäft führte. Eine andere Informationsquelle dazu ist Immobilienmakler Karl-Ludwig Meyer. Um dem preußischen Beamtenwesen in der Stadt auf die Spur zu kommen, trifft sich Hans-Jürgen Krackher mit Ilse Mense. Das Thema Wasser rund um Bad Oeynhausen hat der Marketingexperte bereits mit Fährmann Peter Wartenberg aufgearbeitet. Zu Wort kommen aber auch Mitbürger, deren Kinder Bad Oeynhausen den Rücken gekehrt haben. Darüber hat sich Krackher bereits mit Heidi Klocke unterhalten, deren Kinder aus der einstigen Friseurdynastie ausgestiegen sind und Bad Oeynhausen verlassen haben. Eine andere Interviewpartnerin des Marketingexperten war Toni Fritz. „Nicht nur, weil sie die erste Bürgermeisterin Westfalens war, sondern auch, weil sie den Kontakt zu ihren Kindern über das Internet hält", sagt Krackher. Museumsleiterin Hanna Dose wird in dem Buch stellvertretend für die Zugezogenen stehen, die hier ohne Familie leben. „Diejenigen, die die Welt gesehen und in Bad Oeynhausen ihren Heimathafen gefunden haben, wird durch die Familie von Rüdiger Petzoldt repräsentiert", ergänzt der Autor. Ein Kapitel des 100 Seiten und eine Vielzahl von alten und neuen Fotos umfassenden Buches ist den Rückkehrern gewidmet, für die Philomena Höltkemeier steht, eine Kreativexpertin, die hier als Muse Fuß fassen möchte. Was allen gemeinsam ist? „Sie bekennen sich zum Standort Bad Oeynhausen", fasst Hans-Jürgen Krackher zusammen. Für Joachim Knollmann, Hauptgeschäftsführer im Seniorenzentrum Bethel, ist das von verschiedenen Sponsoren ermöglichte Buch ein ideales Signal zum 40. Geburtstag seines Hauses im Juli. Denn: „Wir sehen uns nicht nur als Einrichtung, sondern auch als Teil Bad Oeynhausens", sagt Knollmann. Derzeit führt Hans-Jürgen Krackher die letzten Interviews. „Die dauern manchmal bis zu fünf Stunden, in denen ich mich durch die einzelnen Zwiebelschichten der Familien arbeitete", beschreibt er seine tägliche Arbeit.

realisiert durch evolver group