Stolz: Tanja und Henning Bökamp präsentieren das Architektur-Buch, in dem das Ensemble an der Ravensberger Straße dargestellt wird. Dort bestechen Fachwerkhaus und Stadthäuser als ein Ganzes. - © Foto: Nicole Sielermann
Stolz: Tanja und Henning Bökamp präsentieren das Architektur-Buch, in dem das Ensemble an der Ravensberger Straße dargestellt wird. Dort bestechen Fachwerkhaus und Stadthäuser als ein Ganzes. | © Foto: Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen Bökamps Projekt im Buch verewigt

Ausgewählt: Der Deutsche Architektur Verlag hat ein Bauprojekt des Büros für das Buch „Wohnen – urban und gemeinschaftlich“ ausgesucht

Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Es hat ein bisschen was von einem Mehrgenerationenprojekt: Eltern, Kinder und Senioren wohnen alle auf einem Grundstück. Rückzugsorte bieten Balkone und Loggien, Platz für gemeinsame Feste der Rasen. „Zusammen und trotzdem anonym“, beschreibt Tanja Bökamp das Projekt an der Ravensberger Straße. Dort wird das alte unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus inzwischen von zwei modernen Stadthäusern ergänzt. Ein städtisches Wohnprojekt, das nun im neuen Buch „Wohnen – urban und gemeinschaftlich“ des Deutschen Architektur Verlages auftaucht. Damit ist das Büro Bökamp eines von 42 ausgewählten und das einzige in Ostwestfalen-Lippe. „Ehrenvoll“ nennt das Henning Bökamp. Er sieht sein Projekt als Wohnoase mit Interaktion im städtischen Raum. „Wir wollen dadurch das eventuelle Miteinander und die Kommunikation fördern“, nennt er einen Grund für das Projekt. Bereits 2006 hatte Bökamp für einen Kunden den Umbau des damals maroden Fachwerkhauses geplant. „Er hat es aber nie umgesetzt“, erzählt der Architekt. Deshalb nahm Bökamp 2012 alles selbst in die Hand, kaufte das Objekt mit Grundstück und begann 2013 mit dem Umbau des alten Bauernhauses. Zum Januar 2015 wurden dann die beiden neuen Stadthäuser bezogen. „Sie bilden ein Ensemble mit dem Fachwerkhaus“, erklärt Tanja Bökamp das Prinzip. Das Therapiezentrum „Die Insel“, ein Familienhaus und zehn Wohneinheiten in den Stadthäusern füllen inzwischen die ehemalige Brachfläche mit Leben. „Das ist schon reizvoll, was sich hier entwickelt hat“, sagt Tanja Bökamp schwärmend. „Die beiden Neubauten waren für uns insofern interessant, als dass sie eine zeitgemäße Erweiterung der alten Hofanlage darstellen und im Zuge der Sanierung des angegliederten denkmalgeschützten Fachwerk-Bestands entstanden. Sie sind ein gutes Beispiel für gelungene Nachverdichtung im städtischen Raum – obwohl der bauliche Kontext in diesem Fall nicht so frappant urban ausfällt wie bei anderen Projekten – und übernehmen in ihrer Gestaltung die Material- und Farbwahl des Bestands“, erklärt Till Schröder vom Deutschen Architektur Verlag. Beides seien Faktoren, die dem Verlag, bei der Auswahl der Projekte wichtig gewesen seien. Zehn Wohneinheiten (davon zwei Penthäuser) zwischen 90 und 260 Quadratmetern, 17 Tiefgaragenstellplätze und aufgrund des Quelenschutzgebietes keine Erdwärme, sondern eine Gasbrennwerttechnik mit Solarthermie machen die Häuser aus. Von außen besticht der schlichte weiße Putz und die unbehandelte Lärche an den Staffelgeschossen und am Giebel des Fachwerkhauses. „Als verbindendes Element“, erklärt Henning Bökamp. Das benachbarte Fachwerkhaus ist von 1830 und steht sowohl innen als auch außen unter Denkmalschutz. „Angebaut als Wohnhaus wurde gegen 1930 der massive Teil.“ Unterm Dach gibt es zudem eine 300 Quadratmeter große Ausbaureserve. Insgesamt 42 Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden im Buch vorgestellt. Die nächsten sind in Köln oder Hannover. Und Bökamps füllen nun sechs der insgesamt 234 Seiten.

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