Kehrtwende ausgeschlossen: An der Kreuzung Mindener Straße/Eidinghausener Straße tummelt sich viel Verkehr. Gerne hätte die Stadt Bad Oeynhausen hier einen Kreisverkehr errichtet. Daraus wird aber nichts. Foto: Thorsten Gödecker - © Thorsten Gödecker
Kehrtwende ausgeschlossen: An der Kreuzung Mindener Straße/Eidinghausener Straße tummelt sich viel Verkehr. Gerne hätte die Stadt Bad Oeynhausen hier einen Kreisverkehr errichtet. Daraus wird aber nichts. Foto: Thorsten Gödecker | © Thorsten Gödecker

Bad Oeynhausen Abschied vom Kreisel Mindener Straße

Beim Gespräch im Ministerium wird deutlich, dass das Verkehrsaufkommen für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Mindener Straße/Eidinghausener Straße zu hoch ist

Nicole Sielermann
25.01.2017 | Stand 25.01.2017, 12:02 Uhr

Bad Oeynhausen. Ausgeträumt. Zumindest der Kreisel an der Kreuzung Mindener Straße/Steinstraße/Eidinghausener Straße wird nach Fertigstellung der Nordumgehung nicht kommen. Das machte die Vertreterin von Straßen NRW jüngst deutlich. Beim Treffen im Verkehrsministerium des Landes NRW ließ sie durchblicken, dass die Umgestaltung des Knotens aufgrund der hohen Verkehrszahlen nicht machbar sei. „Weil es dann zu massiven Rückstaus kommen würde", erklärte Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW, auf Nachfrage der NW. Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Fachbereichsleiter Arnold Reeker und Gabriele Schmidt waren zum Treffen mit Vertretern des Ministeriums, der Bezirksregierung und Straßen NRW nach Düsseldorf gereist. Sie machten vor Ort deutlich, dass eine bauliche Umgestaltung der Stadtautobahn und insbesondere des Knotenpunktes zwingend notwendig sei. Mit der Nordumgehung soll die Zahl der Fahrzeuge sinken Ohne die Nordumgehung würde im Jahr 2025 jedes zweite der dann 56.000 Fahrzeuge auf der Mindener und der Kanalstraße ein Lastwagen sein. Bei einer Zählung im Jahr 2011 wurden 41.000 Fahrzeuge auf diesem Straßenabschnitt gezählt, plus 21.662 auf der Eidinghausener Straße. Mit der Nordumgehung – so die Prognosen – soll die Zahl der Fahrzeuge deutlich sinken. Und zwar auf geschätzte 23.000. 2014 hat zudem eine Kennzeichenmessung ergeben, dass beim Durchgangsverkehr der Schwerverkehrsanteil wesentlich höher liegt. Auf der Eidinghausener Straße soll es laut Vorhersage einen Zuwachs auf 21.662 Fahrzeuge gegeben. In den Jahren 2011 und 2012 hat die Stadt Bad Oeynhausen durch das Hannoveraner Planungsbüro SHP Varianten der Umgestaltung für die Mindener Straße erarbeiten lassen. Vier Möglichkeiten blieben unterm Strich übrig: eine vierspurige Trasse mit versetztem breiten Fuß- und Radweg auf der Südseite, zwei Spuren mit beidseitigem Radweg und durch eine Baumreihe getrennten Bürgersteig, zwei Spuren mit kombiniertem Geh- und Radweg sowie die Beibehaltung der jetzigen Situation. Favorit von Verwaltung und Politik: der zweispurige Rückbau und eine Rückstufung der Straße. Sollte aus der Bundes-, eine Landesstraße werden, gibt es allerdings keine Fördermöglichkeiten. Denn dafür sei, so hieß es von Seiten des Ministeriums, eine Aufnahme in das Landesstraßenbauprogramm notwendig – das bereits jetzt stark überzeichnet und nur mit sieben Millionen Euro jährlich ausgestattet ist. Zudem wäre ein Mitspracherecht der Stadt bei dieser Lösung nur begrenzt möglich. Denkbar sei in Teilen eine Gemeindestraße. „Es geht dabei um das Teilstück zwischen der Kreuzung Eidinghausener Straße und der Autobahn 2", erklärte Johanning auf Nachfrage. Dort sei eine Gemeindestraße möglich, da dort weder der sogenannte Netzlückenschluss gefordert noch die zu erwartende Verkehrsbelastung dagegen spreche, wie es in der Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung (Donnerstag, 2. Februar, 18 Uhr) steht. Soll heißen, die Umleitung würde laut Vorlage bei einer Sperrung der Nordumgehung über die Eidinghausener Straße statt über die Mindener Straße führen. Dem aber widerspricht Johanning: „Das kann nicht sein. Denn auch das Stück Mindener Straße zwischen Eidinghausener und Dehmer Straße wird als Bedarfsumleitung ausgewiesen werden müssen. Zum Beispiel bei der routinemäßigen Tunnelwartung." Anders sieht die Umbenennung der jetzigen Bundesstraße westlich der Eidinghausener Straße bis zur Ortsgrenze Löhne aus. Die müsse Landesstraße bleiben. „Dort wird es auch zukünftig mehr Verkehr geben", so Johanning. Außerdem seien an diesem Teilstück zwei Städte und zwei Kreise beteiligt, so dass auch eine Kreisstraße ausscheide. „Wir können eine Landesstraße dort nicht abrupt enden lassen", erklärte Johanning. Sondern sie müsse in eine andere übergehen – zum Beispiel in die Eidinghausener Straße. Zugleich ist dieses Teilstück definitiv die Bedarfsumleitung für die neue A30. Die Pläne sind da, doch das Geld fehlt. Derzeit ist nur über den Bau des Radschnellweges eine Förderung für die Umgestaltung der Mindener Straße möglich. Deshalb soll es vermutlich im Frühjahr 2018 erneut ein Treffen im Düsseldorfer Ministerium geben – wenn denn dann die Genehmigungsplanung für den Radschnellweg vorliegt.

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