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Entspannt: Der Wulferdingsener Paul-Gerhard Petzel (77) genießt den Aufenthalt auf der „Tres hombres“. Das Segelschiff unter niederländischer Flagge transportiert Biowaren über den Atlantik – auf faire Weise nur mit Windkraft. Fotos: Privat - © privat
Entspannt: Der Wulferdingsener Paul-Gerhard Petzel (77) genießt den Aufenthalt auf der „Tres hombres“. Das Segelschiff unter niederländischer Flagge transportiert Biowaren über den Atlantik – auf faire Weise nur mit Windkraft. Fotos: Privat | © privat

Bad Oeynhausen Segelurlaub auf faire Art

Auf den Weltmeeren: Der Wulferdingsener Paul-Gerhard Petzel (77) bringt auf einem Fairtransport-Schiff Rum nach Europa. Er ist vier bis fünf Monate auf Tour

Nicole Sielermann
28.12.2016 | Stand 28.12.2016, 12:10 Uhr

Bad Oeynhausen. „Ich suchte nur eine Flasche guten Rum und fand einen tollen Urlaub." Und der führt Paul-Gerhard Petzel derzeit über die Ozeane dieser Welt. Für mehrere Monate ist der Wulferdingsener auf einem Segelschiff unterwegs – von Spaßurlaub ist die Reise allerdings weit entfernt. „Tres hombres" – ein Name, der gleich für zwei Dinge steht. Für guten Rum und für ein Segelschiff. Die Internetsuche nach dem Rum brachte den 77-Jährigen schließlich auf die Spur des Schiffes einer Fairtransport-Gesellschaft in den Niederlanden: „Man kann das Mitfahren buchen", schreibt Paul-Gerhard Petzel aus der Karibik. Nach einigen Mails und Anrufen war alles perfekt. „Ein vier bis fünf Monate dauernden Urlaub auf See mit rund zehn Stopps in einigen Ländern und auf Inseln in der Karibik", erklärt Petzel. Was sich nach Vergnügen und Erholung anhört, ist allerdings alles andere als eine Spaßreise: „Es wird Bioware gekauft und fair nach Europa gefahren. Zum Beispiel der gute alte Rum." Fairtransport deshalb, weil das Schiff keinen Motor hat. „Uns treiben nur der Wind und die Segel", sagt Petzel lachend. „Wir sind jetzt in Santa Cruz und der Atlantik hat uns ganz schön durchgeschüttelt." »Unsere Mannschaft besteht aus Profis« Immer nur kurz hat Paul- Gerhard Petzel Internetempfang auf dem Schiff. Am besten im Hafen, wie er sagt. „Die nächsten 26 Tage nach Barbados werde ich mich nicht melden können", weiß er schon jetzt. Er ist voll des Lobes über das über 70 Jahre alte Schiff und auch vom Team begeistert: „Unsere Mannschaft besteht aus Profis und Mitreisenden, wir sind 16 Personen. Ich werde in diesem Jahr 77 Jahre, bin beruflich in vielen Ländern gewesen und habe manchen schönen Urlaub gemacht – trotzdem war dieses das Beste, was mir passieren konnte", sagt er schwärmend. „Das ist fast berauschend, das Leben an Bord." Erst im vergangenen Jahr war Paul-Gerhard Petzel mit dem Rucksack in der Mongolei unterwegs. Und überall liest er die Neue Westfälische. Im Internet. Wenn er dann Empfang hat.

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