Sind vorbereitet: Der amtierende Friedhofsverwalter Paul Rosenbaum (re.) und sein zukünftiger Nachfolger Gerd Rathert mit einem Flyer, auf dem ein QR-Code zu sehen ist. - © Foto: Elke Niedringhaus-Haasper
Sind vorbereitet: Der amtierende Friedhofsverwalter Paul Rosenbaum (re.) und sein zukünftiger Nachfolger Gerd Rathert mit einem Flyer, auf dem ein QR-Code zu sehen ist. | © Foto: Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen QR-Codes bald auch auf Grabsteinen in Bad Oeynhausen

QR-Codes auf dem Friedhof: Das Landeskirchenamt beschäftigt sich mit einer Satzungsänderung. Die soll es möglich machen, dass sich Besucher von Gräbern über den Verstorbenen informieren können

Bad Oeynhausen. Die Bahn nutzt sie für ihre Online-Tickets, die Videospielserie Pokemon für die Jagd nach den virtuellen Figuren, Zeitschriften, um auf Inhalte im Netz hinzuweisen: Die schwarz-weiß gemusterten Kästchen, die QR-Code heißen und über die man per Smartphone-Kamera direkt auf eine bestimmte Seite im Internet geleitet wird. Inzwischen sind diese neuen Medien auch in der Friedhofskultur angekommen. Vor allem Gräber von prominenten Verstorbenen versorgen Besucher per QR-Code mit Informationen über den Toten oder leiten auf seine Homepage weiter. Was in deutschen Großstädten längst Alltag ist, wird zurzeit auch in Kleinstädten zum Thema – auch in Bad Oeynhausen. Selbst wenn hier noch niemand einen Antrag auf Anbringung einer der quadratischen Grafiken gestellt hat, wappnet man sich vor Ort für den neuen Trend. „Das ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, wann auch bei uns nachgefragt wird, denn bei den QR-Codes handelt es sich um eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist", ist sich Paul Rosenbaum sicher. Der Friedhofsverwalter im Kreiskirchenamt verfolgt den Fortgang bereits seit zwei Jahren und hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Genauso wie sein Nachfolger Gerd Rathert, der ab nächstem Jahr vor Ort für die Friedhofsverwaltung zuständig ist. Beide stehen dem modernen Trend, der aus Japan kommt, wo für Grabstätten nur wenig Platz zur Verfügung steht, durchaus positiv gegenüber. Paul Rosenbaum nennt ein Beispiel für die Chancen, die in dem quadratischen Pixelmuster stecken: „In Bad Oeynhausen haben wir etliche Grabstätten, die unter Denkmalschutz stehen. Etwa die der Weserhütte, an der nur noch ein verblasstes Schild auf die Geschichte rund um die Verstorbenen hinweist. Dort könnte es durchaus Sinn machen, den Bürgern per QR-Code mehr Informationen zu geben". Den Weg dafür freimachen muss allerdings das Evangelische Landeskirchenamt in Bielefeld: Denn ob auf einem Grabstein ein Pixelmuster angebracht werden darf oder nicht, regelt die kommunale Satzungsordnung. Da in anderen Teilen Deutschlands immer mehr Anträge bei den kommunalen Friedhofsträgern gestellt werden und entsprechend zunehmend die Städte ihre Friedhofssatzung dafür ändern, muss sich nun auch die Genehmigungsbehörde in Bielefeld zwangsläufig mit dem Thema beschäftigen. Dazu gibt es bereits eine durchaus positive Handlungsempfehlung für die Kommunen. „Unsere Friedhofskommission hat sich bereits mit dem Thema beschäftigt, aber noch keine Entscheidung gefällt", weiß Claudia Rott, die in Bielefeld beim Landeskirchenamt als Sachbearbeiterin für das Friedhofswesen beschäftigt ist. Jetzt wurde das Thema auf die nächste Sitzung im Dezember vertagt. Dann will die Kommission eine Entscheidung darüber fällen und gegebenenfalls die Satzung so ändern, dass Grabnutzungsberechtigte auf Bad Oeynhausener Friedhöfen eines der unauffälligen Rechtecke mit schwarzen und weißen Punkten anbringen dürfen.

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