Großbaustelle: Links im Bild sind die beiden neu gebauten und bereits asphaltierten Abbiegespuren zu sehen. In der Bildmitte wird die Trasse der Nordumgehung südlich der Werrebrücke ausgekoffert. - © Jürgen Krüger
Großbaustelle: Links im Bild sind die beiden neu gebauten und bereits asphaltierten Abbiegespuren zu sehen. In der Bildmitte wird die Trasse der Nordumgehung südlich der Werrebrücke ausgekoffert. | © Jürgen Krüger

Bad Oeynhausen Nordumgehung: Die drei Phasen bis zur Freigabe

Am Löhner Kreuz sind die ersten neuen Abfahrtschleifen asphaltiert / Im Oktober beginnt der nächste Abschnitt

Jörg Stuke
26.08.2016 | Stand 01.09.2016, 16:10 Uhr |

Bad Oeynhausen. Auf der Zielgeraden der Nordumgehung kommt den Straßenbauern der Verkehr in die Quere. Acht Jahre lang wurde die neue Autobahn in Bad Oeynhausen und Löhne quasi auf der grünen Wiese gebaut. Beim letzten Akt, dem Anschluss der Nordumgehung an die A 30 im Löhner Kreuz, muss nun dort gebaut werden, wo täglich bis zu 40.000 Fahrzeuge rollen. Das und die komplexen Verkehrsbeziehungen zwischen A 30, Nordumgehung und B 61 machen das Gewerk anspruchsvoll. „Das Beste kommt eben zum Schluss", sagt Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW.

In insgesamt sieben Phasen haben sich die Planer den Bau des Löhner Kreuzes eingeteilt. Entscheidend sind aber nur die Phasen eins bis drei. „Der Rest ist dann eher Kleinkram", sagt Sebastian Felgenhauer, Projektleiter der Nordumgehung bei Straßen NRW. Nach Phase drei werde auch bereits der Verkehr auf die Nordumgehung umgeleitet. Doch auch der Weg dahin ist voraussichtlich noch mindestens anderthalb Jahre weit.

Dabei ist Phase eins, Anfang Juli begonnen, schon kurz vor dem Abschluss. Zwei Abbiegespuren auf der Nordseite der A 30 sind praktisch schon fertig, die erste Asphaltdecke ist aufgebracht. „Vorübergehend, in der Bauphase, werden diese Schleifen genutzt, um den Verkehr aus Richtung Bad Oeynhausen über die B 61 Richtung Herford zu führen", sagt Felgenhauer.

Kräftig gebaggert wird ebenfalls auf der Nordseite des Kreuzes, um das erste Teilstück der Nordumgehung von der Werrebrücke aus gesehen zu planieren. Autofahrern, die das Löhner Kreuz passieren, bleiben diese Arbeiten weitgehend verborgen, weil man von der A 30 nicht auf diese tiefer liegende Baustelle blicken kann.

Gut sichtbar ist dagegen, dass zwei Abfahrtspuren auf der Südseite der A 30 abgerissen wurden. Sie machen Platz für das, was in Bauphase zwei passieren soll.

Die wird nach Felgenhauers Schätzung im Oktober beginnen. Dann soll ein Stück „provisorische" Autobahn auf der Südseite des Löhner Kreuzes entstehen. Auf der rund zwölf Meter breiten neuen Fahrbahn werden vorübergehend alle vier Fahrspuren der A 30 umgeleitet. „Gleichzeitig werden in dieser Phase die Abbiegespuren aus Richtung Osnabrück nach Herford und von der Nordumgehung Richtung Bad Oeynhausen mit gebaut", so Felgenhauer.

Und dann folgt Phase drei. „Da haben wir dann Platz auf der Nordseite", sagt Felgenhauer. „Dann wird das ganze Stück der neuen Autobahn von der Werrebrücke bis auf die A 30 gebaut", erläutert der Projektleiter. Das ist ein etwa ein Kilometer langer Autobahnabschnitt, hat Sven Johanning ermittelt. Parallel werden in dieser Phase zwei neue Brücken gebaut, auf denen dann die Verbindungsspuren zwischen A 30, Nordumgehung und der B 61 Richtung Herford geführt werden.

Denn damit der Hauptverkehrsfluss unmittelbar von der A 30 auf die Nordumgehung (und umgekehrt) führt, muss das gesamte Kreuz so massiv umgebaut werden. Die Nordumgehung bleibt bis ins Kreuz auf dem Niveau der Werrebrücke, die Verbindungsstrecken führen darüber hinweg.

Wann die Phasen zwei und drei jeweils beendet sein werden, dazu wagen Felgenhauer und Johanning keine Prognose mehr abzugeben. Klar ist nur: Nach Abschluss von Phase drei kann die Nordumgehung in Betrieb genommen werden, dann soll der Verkehr über die neue, 9,5 Kilometer lange Autobahn rollen. Klar ist auch: Das wird frühestens 2018 der Fall sein.

Der dritte klare Fall: die Kosten. „Gute 14 Millionen Euro wird der Umbau des Löhner Kreuzes kosten", berichtet Sven Johanning. Zu dem Auftrag gehört es, rund 100.000 Kubikmeter Boden zu bewegen, 35.000 Kubikmeter Schotter einzubauen und 100.000 Quadratmeter Straßenfläche zu asphaltieren. Auch die beiden Brücken, die Unterquerung für den Haubach und zwei Regenrückhaltebecken gehören zum Gewerk.

Die Gesamtkosten der Nordumgehung wurden beim Beginn des Baus 2008 noch auf 160 Millionen Euro veranschlagt. „Inzwischen sind Kosten von 203 Millionen Euro genehmigt", sagt Johanning.

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