Rarität: Der 160 PS starke, kunstflugtaugliche Doppeldecker "Stieglitz" von Flugkapitän Claus Cordes ist 80 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz, wie die Plakette an der Schnauze des fliegenden Oldtimers zeigt. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Rarität: Der 160 PS starke, kunstflugtaugliche Doppeldecker "Stieglitz" von Flugkapitän Claus Cordes ist 80 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz, wie die Plakette an der Schnauze des fliegenden Oldtimers zeigt. | © Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen/Porta Westfalica Besucherandrang auf dem Flugplatz Vennebeck

Tag der Offenen Tür: Mehr als 8.000 Besucher blickten am Wochenende hinter die Kulissen des Verkehrslandeplatzes oder genossen ihre Heimat aus der Vogelperspektive

Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen/Porta Westfalica. Hubert Kleim ist schwer begeistert. "Das war wirklich aufregend", schwärmt der Familienvater aus Minden nachdem er in einem Hubschrauber seine Heimat zum ersten Mal aus der Vogelperspektive erlebt hat. Der Mindener Fluggast war einer von mehreren hundert Besuchern, die sich in sieben Motorflugzeugen, zwei Hubschraubern, einem Motorsegler und einem Tragschrauber durch die Region fliegen ließen. Aber auch für diejenigen, die beim Tag der Offenen Tür auf dem Verkehrslandeplatz in Porta lieber festen Boden unter den Füßen behielten, gab es jede Menge zu entdecken und zu probieren. Denn die vier ortsansässigen Vereine, zu denen auch der Aero Club Bad Oeynhausen-Löhne gehört, hatten nicht nur die Hallentore weit geöffnet und eine abwechslungsreiche Wirtschaftsschau organisiert, sondern auch echte Raritäten auf den Flugplatz geholt. So wie den betagten "Stieglitz" von Flugkapitän Claus Cordes mit dem an Heinz Rühmanns Spielfilm angelehnten Kennzeichen D-EQAX, der als erstes Flugzeug in Deutschland mit der Plakette des Denkmalschutzes ausgezeichnet wurde. Oder den YAK 55, ein Kunstflugmodell mit 20 PS und drei Metern Spannweite, das Jorge Gutierrez über den Köpfen der Besucher trudeln ließ. Ein echter Hingucker war auch das Ultraleichtflugzeug "Kiebitz", das Heidi Knauf und Axel Bruse mit 2.500 Arbeitsstunden in anderthalb Jahren selbst gebaut haben und mit dem sie fast jedes Wochenende von Porta aus zu einem der Kiebitz-Treffen fliegen. Auf dem Pilotensitz Platz nehmen und sich über eine Flugausbildung informieren konnten die Gäste nicht nur in einem Segelflugzeug, sondern auch in dem überwiegend zu Ausbildungszwecken genutzten Bundeswehrhubschrauber EC 135, mit dem die Piloten Sebastian Breimaier und Maik Henkel angereist waren. Jede Menge auf Hochglanz polierte Fahrzeuge gab es auf der Wirtschaftsschau zu entdecken, deren Spektrum von der Tischdekoration über eine Fahrschule bis hin zu Iso-Klinkern reichte und zu der sogar eine ganze Flotte von Segways gehörte. Etwas Pech hatten die Flieger in diesem Jahr mit dem russischen Doppeldecker "Antonov", der traditionell zu den Höhepunkten beim Tag der offenen Tür gehört und regelmäßig viele Besucher über die Region fliegt: Während einer der Lastenflieger am Samstag wegen technischer Probleme nicht kommen konnte, sagte sein Kollege am Sonntag ab, weil die Wetterprognosen für die Anreise aus Berlin ungünstig waren. Richard Tölle ist trotzdem zufrieden mit der Resonanz: "Trotz nicht optimaler Bedingungen war das Interesse am Flugplatz auch in diesem Jahr sehr groß", sagt der Geschäftsführer der Flugplatzbetriebsgesellschaft mit Blick auf die mehr als 8.000 Besucher.

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