Genau der richtige Ort: Von dem Musentempel im Kurpark fühlt sich Philomena Höltkemeier besonders angezogen. - © Elke Niedringhaus-Haasper
Genau der richtige Ort: Von dem Musentempel im Kurpark fühlt sich Philomena Höltkemeier besonders angezogen. | © Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen Philomena Höltkemeier ist hauptberuflich Muse

Die Bad Oeynhausenerin möchte Menschen zu kreativen Leistungen inspirieren

Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen. Schutzgöttin der Künste, Quellnymphe, Lichtgestalt menschlicher Kreativität: Die Antike wusste, wie man eine Frau nennt, die ihre Kraft aus Geist und Bildung schöpft: Eine Muse. 1.200 Jahre eher und Philomena Höltkemeiers Beruf hätte für kein großes Aufsehen gesorgt. Heutzutage ist es schon etwas Besonderes, wenn sich eine junge Frau dazu berufen fühlt, andere Menschen zu kreativen Leistungen anzuspornen und zu inspirieren. Genau das möchte Philomena Höltkemeier tun. Und zwar von Bad Oeynhausen aus. Denn: „Musen sind ursprünglich bei Quellen beheimatet. Und das passt sehr gut zu der Atmosphäre in Bad Oeynhausen, zu der ganzheitlich orientierten Heilung und dem pantheistischen Weltbild. Ein ideales Klima, damit sich Menschen wieder auf sich selbst besinnen können", ist sich die 29-Jährige sicher. Sie ist keine Psychologin. Kein Coach. Keine Lebensberaterin und kein Entertainer. Aber: „Ich möchte Menschen glücklicher machen und ihnen neue Energie schenken", sagt die studierte Mediendirektorin, die Drehbücher entwickelt hat und auch als Geschichtenbearbeiterin und als Autorin arbeitet. „Motivieren, Inspirationen geben und Menschen miteinander vernetzen – das, was uns in unserer schnelllebigen Zeit abhandenkam – ist das, was ich am besten kann", weiß die 29-Jährige, die ihren Lebensmittelpunkt für ihre Tätigkeit als Muse von Darmstadt in ihre Heimatstadt Bad Oeynhausen verlegen wird. Von hier aus möchte sie zukünftig mit Einzelpersonen arbeiten, sie glücklich machen und ihnen neue Energie schenken. „Für mich ist das mehr Berufung als Beruf, denn ich begleite gern Wandlungen und Veränderungen und gehe gern mit Menschen auf ihre eigene Abenteuerreise. Ich möchte mit dieser Tätigkeit, bei der ich ich sein kann, etwas Gutes in die Welt bringen", sagt die Muse. Gemeinsam Spazierengehen. Kochen. Weinen. Reisen. Oder lachen. „Eine Bemusung kann die unterschiedlichsten Wege gehen", weiß Philomena Höltkemeier, die bereits vor zwei Jahren mit ihrer Partnerin Virginia Ackermann das sogenannte Museninstitut gegründet hat, von dem aus regelmäßig Museletters an Interessierte verschickt werden. „Kommunizieren, Netzwerken, Geschichten gestalten, die Liebe zur Natur, zur Veränderung, zum Glücklichsein. Unter dem Dach „Muse" kommt alles zusammen", beschreibt die 29-Jährige die Struktur. Und mehr noch: „Es hat mir immer den größten Spaß gemacht, ganzheitlich zu denken und zu arbeiten, mit dem Menschen im Gespräch als Ping-Pong-Partnerin ihre persönliche Entwicklung und ihr Schaffen auf dem Weg zum Glück zu begleiten. Und das mit Begeisterung und Bauchgefühl. Ich arbeite dabei nicht nur logisch, sondern auch mit all dem, was man als menschlich und schöngeistig bezeichnet: Mit Intuition, Empathie und Neugierde". Genauso schöngeistig wie die Tätigkeit selbst ist die Kontaktaufnahme für Menschen, die gern von Philomena Höltkemeier bemust werden möchten: Sie schicken dazu einen Brief in die Dr.-Louis-Lehmann-Straße 8 und fragen an. „Denn die Bemusung ist keine buchbare Leistung, für die es einen konkreten Gegenwert oder einen vertraglichen Stundensatz gibt. Menschen, die von mir inspiriert werden möchten, geben, was sie geben können", sagt Philomena Höltkemeier, die in den vergangenen Jahren bereits Berufserfahrung als Muse gesammelt hat.

realisiert durch evolver group