Bad Oeynhausen Bad Oeynhausenerin schreibt Märchenbuch

Nur 1.000 Exemplare gedruckt: "Die kleine Minna" von Philomena Höltkemeier wird jetzt in Bad Oeynhausen verkauft

Elke Niedringhaus-Haasper

Bad Oeynhausen. Eigentlich ist sie viel zu winzig, um in der großen Welt klar zu kommen. Doch im letzten Jahr ist die kleine Minna - die Hauptfigur in dem gleichnamigen Märchenbuch von Philomena Höltkemeier - weit über sich hinausgewachsen. Über die Internetplattform "Kickstarter" hatte die Autorin aus Bad Oeynhausen 130 Kapitalgeber motivieren können, sich an den Kosten für das Sammlerstück zu beteiligen, das jetzt in einer limitierten Stückzahl von 1.000 gedruckt wurde. Einige davon sind sowohl in der hiesigen Buchhandlung Scherer als auch im Mindener Bücherwurm zu haben. Von Anfang an sollte das Sammlerstück, für das Philomena Höltkemeier den Text und die japanische Illustratorin Anna Takahashi die Aquarellzeichnungen geschaffen hat, als durchnummeriertes und auf Wunsch auch signiertes Sammlerstück erscheinen (die NW berichtete). Stein des Anstoßes war, dass die 29-jährige Autorin, die sich selbst als "Kinderbuchsammlerin" bezeichnet, schon vor neun Jahren weder in Geschäften noch auf Messen interessante Neuerscheinungen entdecken konnte. "Alle hatten den gleichen Einband und die Geschichte dahinter war schnell vergessen. Ich liebe aber Bücher, die das Kind als Leser ernst nehmen und die Fantasie anregen. Die uns helfen zu reflektieren, zu wachsen und unser Herz zu öffnen", sagt Philomena Höltkemeier, deren Unternehmen "Storytelling" 2014 von der Bundesregierung als Kreativpilot Deutschland ausgezeichnet wurde, im Rückblick. Also griff die Autorin, die Digitale Medien studiert hat und von Beruf Storytellerin ist, selbst zu Stift und Papier, ließ sich im hiesigen Märchenmuseum anregen und schrieb die Geschichte der kleinen Minna - ein poetisches Märchen über die Liebe, den Verlust und das Erwachsenenwerden. Eine Seelenverwandte für das Projekt war ihr in Los Angeles begegnet, wo Philomena Höltkemeier damals als Lektorin für Kinofilme in Hollywood arbeitete: Die japanische Illustratorin Anna Takahashi. "Sie äußerte den Wunsch, eines Tages ein Kinderbuch zu illustrieren und so fanden wir zusammen. Anna konnte sich gleich in die Welt der kleinen Minna einfühlen und erweckte sie auch visuell zum Leben", beschreibt die Autorin den Prozess. Bis es dann endlich so weit war, dass die Geschichte der kleinen Minna auf Papier gedruckt wurde, hatten die Beiden mit etlichen Schwierigkeiten zu kämpfen: "Wir haben massiv dazulernen müssen", räumt Philomena Höltkemeier ein und nennt Beispiele: "Das Lektorat hat viel mehr Zeit beansprucht als wir eingeplant hatten. Genauso wie die Suche nach einer Druckerei, die mit Leineneinbänden arbeitet und hochwertiges Papier verwendet". Nach wie vor soll die kleine Minna eine Rarität bleiben. "Die 1.000 Exemplare, die zu zwei Dritteln auf Deutsch und zu einem Drittel auf Englisch gedruckt wurden, werden nicht über das Internet verkauft, sondern nur in wenigen kleinen Buchhandlungen und privat", sagt die Autorin, die bereits eine Lesung aus ihrem Märchenbuch in Bad Oeynhausen plant.

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