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Kaiser-Wilhelm-Denkmal im Morgennebel - © Tyler Larkin
Kaiser-Wilhelm-Denkmal im Morgennebel | © Tyler Larkin

Kreis Minden-Lübbecke Wiehengebirge erhält Auszeichnung

EU-Fördermittel für Wandern und Kultur

18.11.2015 | Stand 17.11.2015, 21:30 Uhr
Von Osnabrück nach Bad Oeynhausen: Der Park überschreitet eine Ländergrenze.
Von Osnabrück nach Bad Oeynhausen: Der Park überschreitet eine Ländergrenze.

Kreis Minden-Lübbecke. Der Naturpark Terra-Vita erhält als einer von sechs Geoparks in Deutschland das neue Label „Unesco Global Geopark“. Das hat die Unesco-Generalversammlung auf ihrer Konferenz am gestrigen Dienstag in Paris entschieden.

Die neue Flächenauszeichnung wird weltweit an Regionen mit einem bedeutsamen geologischen Erbe und einzigartigen Landschaften vergeben. Zu den Aufgaben von Unesco-Geoparks gehören der Schutz des geologischen, natürlichen und kulturellen Erbes, die Umweltbildung sowie Beiträge zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung unter Mitwirkung der Bevölkerung. Nach Auffassung der Generalversammlung der Sonderorganisation der Vereinten Nationen vermitteln die nun ausgezeichneten Geoparks ein Bewusstsein und Verständnis für den globalen Wandel.

Der Naturpark mit Sitz in Osnabrück, erstreckt sich über das Osnabrücker Land, den nördlichen Teutoburger Wald und das Wiehengebirge . Von den rund 1.550 Quadratkilometern Gesamtfläche entfallen gut zehn Prozent auf das Gebiet des Kreises Minden-Lübbecke.

Berührt sind die Kommunen Preußisch Oldendorf, Lübbecke, Hüllhorst, Hille, Bad Oeynhausen, Minden und Porta Westfalica. Die Unesco erkennt mit der Auszeichnung als Global Geopark die besondere geologische Bedeutung der Region an, die 300 Millionen Jahre Erdgeschichte bewahrt und für die Menschen erlebbar macht.

„Wir haben diese Auszeichnung dem Verein Naturpark Terra-Vita und seiner jahrelangen Vorarbeit zu verdanken“, sagt Landrat Ralf Niermann. „Die Verleihung wird dem Wiehengebirge große Aufmerksamkeit verschaffen, die wir für unsere touristische Arbeit nutzen werden.“ Denn ergänzend stehen dem Kreis auch EU-Fördermittel im kommenden Jahr in Aussicht, die der Teutoburger Wald-Tourismus gerade mit einer erfolgreichen Teilnahme am landesweiten Förderwettbewerb „Erlebnis.NRW“ eingeworben hat. Der Kreis Minden-Lübbecke ist darüber hinaus beteiligt am Projekt „Zukunftsfit Wandern im Teutoburger Wald“.

Dem Wiehengebirge werden auf diesem Weg Mittel zur Verbesserung der Wander-Infrastruktur zufließen. Auch Porta Westfalica und Preußisch Oldendorf haben sich an dem Projekt beteiligt.

Eine weitere Förderlinie wird es – ebenfalls vom Teutoburger Wald initiiert – für den Kulturtourismus in Minden-Lübbecke geben. Im Fokus steht dabei die Entwicklung spannender Geschichten mit professioneller Hilfe, die bundesweit Aufmerksamkeit für kulturelle Highlights wecken sollen. „All diese für den Mühlenkreis sehr positiven Entwicklungen werden wir in der Tourismusarbeit des Kreises bündeln und ausgehend vom Kernpunkt Restaurierung und Ausbau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals für unsere ganze Region nutzen“, so . Niermann. „Für den Mühlenkreis und für unsere Gäste ist es eine sehr gute Nachricht, dass all diese Bereiche zurzeit so viel positive Unterstützung bekommen.“

Der Geopark Terra-Vita erstreckt sich über Teile des Teutoburger Waldes, das Osnabrücker Bergland und das Wiehengebirge, als die nordwestlichsten Ausläufer der deutschen Mittelgebirge und über die eiszeitlich geprägte Moränenlandschaft der Ankumer Höhen.

Der Park grenzt direkt an das Münsterland und die Norddeutsche Tiefebene. Trotz starker Einwirkung durch den Menschen ist die Landschaftscharakteristik als Resultat von geologischen und klimatischen Prozessen gut erkennbar. In der Saale-Eiszeit vor rund 150.000 Jahren hatten sich die Gletscher von Norden bis zu diesen Gebirgszügen ausgedehnt. Wälder nehmen einen großen Teil der Fläche des Geoparks ein. Der Geopark Terra-Vita gibt Einblick in 300 Millionen Jahre Erdgeschichte, zum Beispiel anhand von Steinkohlewäldern, unzähligen Fossilien, Fährten von Dinosauriern und mächtigen Eiszeitfindlingen.

Aktuell besteht das Netzwerk der Globalen Geoparks aus 111 Geoparks in 32 Ländern. Deutschland ist dabei mit den Geoparks Terra-Vita, Vulkaneifel, Bergstraße-Odenwald, Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen, Schwäbische Alb und Muskauer Faltenbogen vertreten. Darüber hinaus existieren in Deutschland neun weitere nationale Geoparks ohne internationale Anerkennung. Alle ausgezeichneten Geoparks sind gefordert, alle vier Jahre einen sogenannten „Revalidierungsprozess“ zu durchlaufen, um den Titel auch künftig behalten zu können.

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