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Ungelöste Problemstelle: VCD-Sprecher Thomas Dippert an der Werrebrücke der Eidinghausener Straße. - © Ulf Hanke
Ungelöste Problemstelle: VCD-Sprecher Thomas Dippert an der Werrebrücke der Eidinghausener Straße. | © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen Zu eng für zwei

Der VCD wollte für „Radwege statt Rumpelwege“ demonstrieren, doch der Landrat sagt die geplante Tour kurzfristig ab

Ulf Hanke
17.09.2015 | Stand 16.09.2015, 17:36 Uhr

Bad Oeynhausen. Der Kehrwagen der Stadtwerke zwängt sich mit Mühe und Not durch die Engstelle. Thomas Dippert steigt lieber vom Fahrrad ab. Das ist auf dem Fuß- und Radweg unter der Werrebrücke an der Eidinghausener Straße auch vorgeschrieben. Die Stelle ist für Rad-Gegenverkehr ungeeignet. Und das ist das Problem. Darauf wollte der VCD am Samstag den Landrat bei seiner Radtour durch die Stadt hinweisen. Doch daraus wird nichts. Landrat Ralf Niermann hat die Tour kurzfristig abgesagt. Und das, obwohl schon am Mittwoch extra für den Kreisverwaltungschef geputzt wurde. Landrat Niermann bedauert seine Absage. Doch wegen der Einrichtung einer neuen Notunterkunft für Flüchtlinge in Lübbecke, sei „ein Festhalten an dem Termin unvertretbar“, so Niermann. Er hoffe darauf, den Termin „im nächsten Jahr“ nachholen zu können. VCD-Sprecher Thomas Dippert brennt das Radverkehrsproblem an der Eidinghausener Straße dennoch schon jetzt sehr auf den Nägeln. Vom Landrat hatte er sich politischen Rückenwind erhofft. Banner und Plakate waren schon vorbereitet, um demonstrativ auf die Engstelle hinzuweisen. Schließlich ist die Problematik an und unter der Eidinghausener Straße schon seit Jahren immer wieder vom VCD und dem ADFC thematisiert und diskutiert worden: Die Radwege über und unter der Werrebrücke haben ihre Namen nicht verdient. Dennoch sind beide wichtige innerstädtische Radverkehrsstrecken, auch zum Werre-Park. Dippert: „Alles, was dahin will, muss da durch.“ Der Radweg auf der Werrebrücke, eine Landesstraße, hat im Verlauf scharfe Ecken und Kanten. Bei der jüngsten Brückenrenovierung waren die nicht ausgebessert worden, kritisiert Dippert. Erst auf Nachfrage bei der Stadt sei nachgebessert und Asphalt an die Kanten gedrückt worden. Dabei müsste das Problem endlich angegangen werden, sagt Dippert. „Das ist ein Brennpunkt und vor allem für Alltagsradler ein Problem.“ Und die Strecke entlang der Werre sei von der Stadt „ganz offensichtlich vernachlässigt“ worden. Pflanzen wachsen in den Radweg hinein, Schlaglöcher auf dem Pflaster seien notdürftig mit Asphalt gestopft worden. Dippert verweist auf den „Masterplan für klimafreundliche Mobilität“, an dem der VCD mitgearbeitet hat und wobei der Komplex Werrebrücke immer wieder benannt wurde. Immerhin habe der Stadtrat mehrere kleinere Maßnahmen aus dem Masterplan auch einstimmig beschlossen, wie den Abbau von Hindernissen auf Radwegen, lobt Dippert. „Aber wann wird das umgesetzt?“?¦?Lokalteil, Seite 3

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