Nur wenige Tage vor dem Suizid eines Fahrgastes entstand dieses Bild des 60 Meter hohen Riesenrads auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz. Bereiber ist die Bad Oeynhausener Schaustellerfamilie Rosenzweig-Steiger. - © FOTO: JOHANNES WÖPKEMEIER
Nur wenige Tage vor dem Suizid eines Fahrgastes entstand dieses Bild des 60 Meter hohen Riesenrads auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz. Bereiber ist die Bad Oeynhausener Schaustellerfamilie Rosenzweig-Steiger. | © FOTO: JOHANNES WÖPKEMEIER

Bad Oeynhausen/Berlin 58-Jähriger stürzte sich aus Berliner Riesenrad

Berlin: Bad Oeynhausener Betreiberfamilie spricht Angehörigen und Fahrgästen ihr Mitgefühl aus

Peter Steinert

Bad Oeynhausen/Berlin. Schock für Mitfahrer und Augenzeugen. Schock aber auch für die Bad Oeynhausener Betreiberfamilie Rosenzweig-Steiger. Am Montagabend gegen 21 Uhr stürzte sich ein Mann in etwa 60 Metern Höhe aus einer Gondel des Riesenrads, das seit vier Wochen auf dem Weihnachtsmarkt am berühmten Berliner Alexanderplatz steht. "Der Mann soll sich zuvor von den anderen Fahrgästen verabschiedet haben", erfuhr die NW. "Auch die unbeteiligten Zeugen in der Gondel konnten nicht mehr eingreifen und den Mann aufhalten", berichtet die Internetseite des Unternehmens. Die Polizei bestätigte Dienstagmorgen, dass es Selbstmord war. Nach dem Unglück war der komplette Weihnachtsmarkt geschlossen worden. Am gestrigen Dienstagnachmittag ging der Betrieb normal weiter. Um 17 Uhr gab es eine Schweigeminute - alle Räder standen still. Mehrere hundert Besucher waren zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Gelände gewesen. Etliche davon standen am Fuß des Riesenrads, das als größtes transportables seiner Art gilt. "Der Mann ist nach hinten gesprungen, sonst wären womöglich auch am Boden stehende Zuschauer betroffen gewesen", hieß es. Das 58-Jährige Opfer sei sofort tot gewesen, so die Polizei, die das Areal umgehend abgesperrt hatte. Und die einen technischen Defekt schnell ausschließen konnte.Zeugenaussagen Grundlage dafür waren wohl die Aussagen einer Weihnachtsmarkt-Besucherin, die mit dem Mann in der selben Gondel gesessen hatte und die anschließend mit einem schweren Schock in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Familie Rosenzweig teilte als Betreiber des Riesenrads auf Facebook mit: "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und den direkt und indirekt betroffenen Fahrgästen, die diesen schrecklichen Unfall miterleben mussten." Bislang ist die Familie Rosenzweig-Steiger von einem ähnlichen Unglück verschont geblieben. "Betrunkene haben bei uns grundsätzlich keinen Zutritt. Wir schauen auch, ob Fahrgäste in Begleitung sind", sagt Inhaberin Marlies Rosenzweig, die natürlich entsetzt über den tragischen Vorfall ist. Fassungslos sagt sie der NW: "Wir wollen doch den Menschen, die zu uns kommen, eine Freude machen . . ."Größtes reisendes Riesenrad Mit einer Höhe von 60 Metern war das große "Steiger Riesenrad" von 1980 bis 2012 das größte mobile Riesenrad der Welt und gilt bis heute als größtes reisendes Riesenrad, das unter anderem auf dem Hamburger Dom, dem Bremer Freimarkt aber auch den Cannstatter Wasen in Stuttgart steht. Und das seit 2008 Teil des Weihnachtsmarkts am Alexanderplatz ist. Bis zum 23. Dezember bleibt das Riesenrad noch in Berlin. Dann heißt es für Rosenzweig und seine Crew: Abbauen. Winterpause. Die verstreicht jedoch nicht ungenutzt. Am Bad Oeynhausener Stammsitz des Unternehmens in Eidinghausen wird das Riesenrad renoviert und fit gemacht für die neue Saison.

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