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Bad Oeynhausen Faszination für große und kleine Jungs

Modelleisenbahnclub öffnet sein Domizil in Werste / Kommendes Wochenende erneut Ausstellung

Von Gisela Schwarze
17.11.2014 | Stand 16.11.2014, 19:43 Uhr
Liebevoll haben die Mitglieder des Modelleisenbahnclubs Oeynhausen-Löhne für ein realistisches Bahnhofsgefühl in den Clubräumen Werste gesorgt. Davon sind nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Jungs fasziniert. - © Fotos: Gisela Schwarze||
Liebevoll haben die Mitglieder des Modelleisenbahnclubs Oeynhausen-Löhne für ein realistisches Bahnhofsgefühl in den Clubräumen Werste gesorgt. Davon sind nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Jungs fasziniert. | © Fotos: Gisela Schwarze||

Bad Oeynhausen. Im Kreis Minden-Lübbecke fahren die Züge verlässlich und pünktlich. Den Fahrplan schreibt der Modelleisenbahnclub Bad Oeynhausen-Löhne vor. Aus der gesamten Region kamen am Wochenende große und kleine Fans nostalgischer Schienenfahrzeuge ins Club-Domizil an der Händelstraße.

Reichliche Geräuschelektronik sorgte für ein realistisches Bahnhofsgefühl. Kinder und Erwachsene tauchten auch in diesem Jahr in die Welten von Miniatur-Eisenbahnen in liebevoll gestalteten Landschaften ein. Die Loks stampften und zischten an minuziös nachempfundenen Leben und Treiben vorbei. Sogar Qualm stieg aus einigen Häuserschornsteinen neben den Gleisanlagen in die Luft.

"Genau seit 25 Jahren laden wir jedes Jahr an den Wochenenden von Volkstrauertag und Totensonntag zu unseren großen Modellbahn-Schautagen ein", erzählt Dieter Schiermeyer, Pressewart des Clubs. Auf kleinstem Raum sind beim Modelleisenbahnclub Bad Oeynhauen-Löhne unter anderem die Königsspur Spurweite I im Maßstab 1:32 oder die große Anlage Spur II m CLGB, bei der die Lok auch im Garten ihre Waggons ziehen könnte, zu bewundern. Bei solchen Modellen werden erwachsene Männer zu glücklichen Kindern, die sich bei der Ausstellung in Werste Anregungen, Literatur oder auch Ersatzteile beschaffen Fast ausnahmslos besitzen sie zu Hause eine Modellbahn, die es zu erweitern gilt.

Clubmitglied und Pressewart ist Dieter Schiermeyer, der alle Details bei den Exponaten kennt.
Clubmitglied und Pressewart ist Dieter Schiermeyer, der alle Details bei den Exponaten kennt.

Nach wie vor gilt aus gutem Grund bei der Modellbahnschau: "Finger weg. Sich an den rollenden Anlagen satt sehen, staunen und Fragen stellen darf jeder Besucher, anfassen ist bei den Modelleisenbahnanlagen in unterschiedlichen Spurgrößen allerdings verboten."

Der sechsjährige Lorenz Schmid aus Minden ist mit seinem Bruder Vincent (4) und der Mutter nach Werste gekommen. "Papa muss arbeiten und konnte nicht mitkommen. Mein Opa hatte die Eisenbahn, mit der mein Vater früher spielte, noch im Keller stehen. Nun hat Opa mir die Bahn geschenkt", sagt Lorenz und strahlt. Mit Feuer und Flamme begutachtet er Zubehör, das seine Bahn HO 1:87 von Märklin ergänzen könnte. Zu Weihnachten hat er bereits zahlreiche Modellbahn-Wünsche, dass seine Mutter sich die kaum merken kann.

Bei Dieter Schiermeyer sieht das Eisenbahn-Interesse in der Familie anders aus: "Ich habe Töchter, die sich nie wirklich für meine Modellbahn interessiert haben." Er selbst widmet sich nach wie vor mit Feuereifer seinem Hobby und bringt sich unermüdlich ins Clubleben ein.

Er und seine Vereinsfreunde sorgen mit viel Einsatzfreude dafür, dass die Anlagen an der Händelstraße ständig erweitert und ausgeschmückt werden. Sie modernisieren permanent die Technik der dort zur Schau gestellten Modelle. "Das gesamte rollende Material nehmen wir nach jeder Ausstellung wieder mit nach Hause. Die wertvollen Züge hier zu lassen, wäre einfach leichtsinnig ", so Dieter Schiermeyer.

Über 30 Jahre bestehe der Modelleisenbahnclub inzwischen und habe sich bei Gleichgesinnten weit über die Kreisgrenzen hinaus einen guten Namen gemacht. Der Mann für Öffentlichkeitsarbeit verweist auf ein ganz besonderes Ausstellungsschätzchen, das entlang einer langen Wand mit allen Haltestellen aufgebaut ist, den "Wallücker Willem".

Wallücker Willem ist der Spitzname der Wallücke-Bahn, die von 1897 bis 1937 zwischen Oberlübbe und Kirchlengern fuhr. Mit der Wallücke-Bahn wurde das Eisenerz aus dem Steinbruch in Wallücke bei Oberlübbe abtransportiert. Finanzielle Beteiligung der Kreise Herford und Lübbecke ermöglichten es, die Bahn auch für den öffentlichen Güter- und Personenverkehr freizugeben.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, hat am kommenden Wochenende 22./23. November von 10 Uhr bis 18 Uhr im Clubraum an der Händelstraße 12 dazu Gelegenheit.

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