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Bad Oeynhausen Legionellen legen Schulsport lahm

Duschen der Grundschule Werste und des Lehrschwimmbeckens Oberbecksen betroffen

VON PETER STEINERT
02.04.2014 | Stand 16.04.2014, 11:07 Uhr

Bad Oeynhausen. Für die "1b" und die "1c" der Grundschule Rehme-Oberbecksen stand gestern Mathematik und Sachunterricht auf dem Stundenplan. Normalerweise hätten die Erstklässler Schwimmen lernen sollen. "Jeweils montags, eine Stunde im Lehrschwimmbecken", sagt Schulleiterin Ivette Brinkmann. Daraus wird vorläufig nichts.

Ähnlich sieht es an der Grundschule Werste aus, wo gestern Nachmittag die Eltern-Kindgruppe auf dem Belegplan der Turnhalle stand. Hier fällt das anschließende Duschen aus. In beiden Fällen sind Legionellen der Grund, die bei routinemäßigen Kontrollen der Stadt gefunden wurden.

Stadtsprecher Stefan Tödtmann bestätigt auf NW-Anfrage: "Seit Montag gibt es Beeinträchtigungen an beiden Schulen. An der Grundschule Rehme-Oberbecksen betrifft das die Mädchendusche des Lehrschwimmbeckens. Dort wurde eine hohe Kontamination festgestellt. Dasselbe trifft auf die Duschen der Grundschulturnhalle Werste zu, wo eine mittlere Belastungsstufe festgestellt wurde." Die betroffenen Duschen wurden gesperrt. Tödtmann rechnet mit einer Dauer "von bis zu 14 Tagen".

Marode Leitungen oder defekte Heizkessel sind nicht allein der Grund für die Maßnahmen. Als Sprecherin des Kreises Minden-Lübbecke erklärt Sabine Ohnesorge: "Im Jahr 2013 wurden die bisherigen Regelungen zur Untersuchung auf Legionellen vom Gesetzgeber geändert. Hintergrund sind die möglichen gravierenden gesundheitlichen Folgen von mit Legionellen belastetem Trinkwasser. Für Legionellen wurde erstmals ein ’technischer Maßnahmenwert’ von 100 KBE (Koloniebildende Einheiten) pro 100 ml festgelegt."

Stefan Tödtmann: "Diese nach unten korrigierten Werte waren auch der Grund dafür, dass wir bei der Stadt Bad Oeynhausen eine zusätzliche Stelle im Gebäudemanagement geschaffen haben. Diese Person kontrolliert regelmäßig die Anlagen auf Legionellen und schickt die genommenen Proben an ein Labor." Nach den jetzt festgestellten Ergebnissen sollen die Mädchenduschen in Oberbecksen thermisch desinfiziert werden und anschließend erneut überprüft werden. In Werste wird dagegen ein Fachingenieur hinzugezogen, der eine Gefährdungsanalyse erstellen soll.

Dazu beigetragen haben könnte auch, dass die Werster Wasserproben zum zweiten Mal unter dem Mikroskop der Laboranten liegen. "Vor einem halben oder dreiviertel Jahr waren schon einmal Legionellen bei uns gefunden worden", sagt der stellvertretende Schulleiter Klaus Gerlich und ergänzt: "Uns hat das nicht betroffen und betrifft es jetzt auch nicht. Die Kinder duschen nach dem Schulsport ohnehin nicht."

Vor verschlossenen Duschtüren stehen dagegen Feierabendsportler wie die Bogenschützen der BSV Werste oder die Basketballer vom BSV Wulferdingsen. Sie nutzen wie auch die Mitglieder der TG Werste die Turnhalle der Werster Grundschule.

Deren Vorsitzende Bärbel White erfuhr erst über die NW von den abgestellten Duschen. "Da geht ja gar nicht. Dienstags sind die Kinder dran. Danach unsere älteren Damen. Und vor allem das Konditionstraining mit Angela Kracht. Die sind nachher pitsche-patsche nass. Die müssen duschen."

Das aber wird vorerst nicht möglich sein. Nach Alternativen könnte sich Bärbel White bei den Fußballern vom TuS Bad Oeynhausen erkundigen. Die Duschen vom Westerfeldsportplatz funktionieren seit Wochen nicht.

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