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Bjarne Wohlfahrt ist begeisterter Mountainbikefahrer. Er leitet die Ortsgruppe Oerlinghausen des Mountainbikevereins Bielefeld. - © Privat
Bjarne Wohlfahrt ist begeisterter Mountainbikefahrer. Er leitet die Ortsgruppe Oerlinghausen des Mountainbikevereins Bielefeld. | © Privat

Spaß auf zwei Rädern für die ganze Familie am Menkhauser Berg Mountainbiker in der Bergstadt

Der Mountainbikeverein Bielefeld stellt sich den Fragen der Bürgerschaft und erläutert das Konzept der Strecke an der Straße Unter dem Menkhauser Berg.

Gunter Held
23.11.2022 , 08:22 Uhr

Oerlinghausen. Der Querfeldeinsport mit dem Fahrrad, das Mountainbiken, gewinnt immer mehr Anhänger. Jahrelang gab es eine Strecke im Schopketal, vom Eigentümer wohlwollend geduldet, vom Förster als Kröte geschluckt. Dann gab es einen neuen Eigentümer und einen neuen Förster und schwupps, war die Strecke plattgemacht (NW berichtete).

Es begann die Suche nach einer Möglichkeit, den Mountainbikern eine neue Strecke zu bieten, um illegale Abfahrten zu vermeiden. Denn auch die kamen vor. So bretterten Downhillfahrer den Tönsberg hinunter und zerstörten dabei prähistorische Ressourcen.

Mountainbikestrecke soll familienfreundlich werden

Schließlich fand die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Mountainbikeverein Bielefeld (MTB) eine Wiese an der Straße Unter dem Menkhauser Berg, die sie pachten konnte. Für diese Wiese hat der MTB unter Federführung von Bjarne Wohlfahrt, der die Oerlinghauser gruppe des MTB leitet, ein Konzept erarbeitet, dass die Mountainbiker jetzt den Oerlinghausern vorstellten.

So könnte der Trail unter dem Menkhauser Berg aussehen. Der eingefasste Teil (2) ist ein sogenannter Pump-Trail, bei dem nicht in die Pedale getreten werden muss. - © MTB Bielefeld
So könnte der Trail unter dem Menkhauser Berg aussehen. Der eingefasste Teil (2) ist ein sogenannter Pump-Trail, bei dem nicht in die Pedale getreten werden muss. | © MTB Bielefeld

Zunächst stellte Stephan Zöllner, Vorsitzender des MTB, das Engagement Wohlfahrts heraus. „Ohne Bjarne Wohlfahrt wären wir noch nicht so weit“, lobte er den „viel zu bescheidenen“ 16-Jährigen.

Zöllner machte deutlich, dass die Strecke so konzipiert werde, dass die ganze Familie dort Spaß haben kann. Dort soll Mountainbike gefahren werden können, dort soll den Kindern und Jugendlichen aber auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur nahegebracht werden. Zudem verspricht sich Zöllner von dieser Strecke, dass dadurch das Konfliktpotenzial zwischen Waldbesuchern und Mountainbikern verringere.

Doch er machte auch deutlich, dass es immer wieder Mountainbiker geben werde, die sich nicht an Regeln halten. Auf der Rundstrecke am Menkhauser Berg „wollen wir ein niedrigschwelliges Angebot schaffen“. Für ambitionierte und fortgeschrittene Fahrer werde die Strecke keinen Reiz haben. Baubeginn soll im kommenden Jahr sein, aber „es wird nicht gleich alles stehen, was auf der Skizze abgebildet ist.“ Ganz fertig werde die Strecke wahrscheinlich nie, auch wenn der MTB mit einem professionellen Streckenbauer zusammenarbeiten will.

Wenn die Strecke in Betrieb genommen wird, ist sie offen für alle. Man brauche nicht Vereinsmitglied zu sein, sagte Wohlfahrt. Es werden aber deutliche Hinweistafeln mit den zu beachtenden Regeln aufgestellt. Wer gegen diese Regeln verstößt, müsse mit einer Strafanzeige rechnen, ergänzte Stephan Zöllner.

Dringendste Frage der zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die die Veranstaltung besuchten war: Wie sieht es mit Parkplätzen aus. Anwohner aus dem Bereich haben Sorge, dass die Wohnstraßen zugeparkt werden. „Die Parksituation soll möglichst entzerrt werden“, sagte Zöllner. So seien Gespräche mit den umliegenden Supermärkten geplant. Und Wohlfahrt fügte hinzu: „Die Besucher kommen zwar mit dem Auto, haben aber Fahrräder dabei und deshalb muss ein Parkplatz sich nicht in unmittelbarer Nähe befinden.“

Immer wieder wurde auch thematisiert, dass die Anlage, eben weil sie offen ist, auch entgegen den Regeln oder sogar mit Motorräder genutzt werden würde. Zöllner hielt mit seiner jahrelangen Erfahrung und vielen Gesprächen mit Betreibern anderer Strecken dagegen: „Missbrauch ist nicht auszuschließen, aber er wird nicht so stark sein, wie befürchtet.

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