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Willi Wächter, Vorsitzender von „Pro Bahn“, ist verärgert. - © Amina Vieth
Willi Wächter, Vorsitzender von „Pro Bahn“, ist verärgert. | © Amina Vieth

Kritik am Bahnverkehr in Leopoldshöhe und Oerlinghausen Umweltfreundlicher Verkehr läuft nicht rund

Willi Wächter, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, sieht erhebliche Schwachstellen.

04.11.2022 , 12:32 Uhr

Leopoldshöhe. „Die Unzuverlässigkeit der Bahn macht den Benutzern große Sorgen. Entweder ist die Bahn auf die Minute superpünktlich oder oder sie kommt gar nicht und bei der dritten Variante hat sie zwischen 10 und 60 Minuten Verspätung. Wer mit dem Lipperländer nach Lemgo fahren möchte, diesem Fahrgast kann es passieren, dass der Zug in Lage endet“, kritisiert Willi Wächter, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn.

Die Ursachen hätten viele Facetten: Eine defekte Schranke oder Weiche hält den Zug auf, der Triebwagenführer ist krank geworden, die „Talent-Fahrzeuge“ sind mittlerweile in die Jahre gekommen und fallen gelegentlich aus. Dann sei kürzlich auf der Schiene gar nichts mehr gegangen, weil am Bahnhof Oerlinghausen das Stellwerk defekt war.

Lobenswert seien die Leopoldshöher Busse, sie fahren überwiegend pünktlich. Natürlich gebe es im Berufsverkehr bei den Linien 349, 351 und 369 auch Fahrplanabweichungen, dann stecken sie wie alle anderen Fahrzeuge im Verkehrsstau.

„Wir sehen unsere Arbeit nicht nur als Förderer von Bus und Bahn, sondern wir haben den Umweltverbund fest im Blick“, sagt Wächter. Dazu gehören auch die Rahmenbedingungen für einen umweltfreundlichen Verkehr. „Die Wartehäuschen am Bahnsteig A gehören der Gemeinde Leopoldshöhe, deshalb haben wir im Rathaus schon vor eineinhalb Jahren reklamiert, dass drei Scheiben gänzlich fehlen und eine Scheibe stark beschädigt ist“, führt er seine Kritik weiter.

Wo geht's denn zur Stadt?

Für Ortsfremde gab es mal einen leserlichen Ortsplan, seit langer Zeit ist er von der Sonne verblichen und kaum lesbar. Gleich daneben in der Glasvitrine informiert der Nachtbus über den Fahrplan in der Nacht. Nur fährt der Bus schon lange nicht mehr. Ganz häufig fragen Reisende: „Hier ist doch der Bahnhof Oerlinghausen, wo geht’s denn zur Stadt?“ Die Linie 39 von Mobiel fährt laut Zielanzeige zum Sennestadthaus und nur Insider wissen, der Bus fährt auf direktem Wege in die Bergstadt. Mehrere Hinweise in Oerlinghausen haben die Situation nicht verändert. Erfreulicherweise habe die Gemeinde Leopoldshöhe vor mehreren Monaten zwei weitere Fahrradboxen am Bahnhof aufstellen lassen, denn hochwertige Fahrräder könne man nicht einfach im überdachten Fahrradständer abstellen.

Im Umweltverbund hat das Fahrrad eine hochwertige Stellung. Deshalb schlug Wächter im Jahr 2021 nach dem Muster des Radstreifens auf der Hauptstraße Asemissen eine ähnliche Markierung für die Gemeindestraße „Grenzweg“ in Bechterdissen vor. Denn der vorhandene kombinierte Rad/Fußweg sei nicht breit genug. Wie im Klimaschutzkonzept der Gemeinde nachzulesen ist, sollte die Sicherheit der Radfahrer erhöht und Leopoldshöhe zur „Fahrradstadt in Lippe“ werden. Wie die Neue Westfälische berichtete, schlug Wächter vor einiger Zeit einen weiteren Radstreifen für die kreiseigene Heeper Straße im gleichen Ortsteil vor. Auch aus dem Antrag wurde nichts, zumal sich ein SPD-Ratsmitglied vehement für die wenigen parkenden Autos einsetzte, statt für die Sicherheit des Radverkehrs zu streiten.

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