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Beim Jubiläumstreffen wurden Erinnerungen an die Anfänge wach. Von links: Gründungsvorsitzender Ulrich Wellmann, Reinhard Leimkühler (Radfahrkreis), Bürgermeister Martin Hoffmann, Altbürgermeister Rudi Strunk, Detlev Gadow (Erzählcafé) und der amtierende Vorsitzende Gerd Wolter. - © din
Beim Jubiläumstreffen wurden Erinnerungen an die Anfänge wach. Von links: Gründungsvorsitzender Ulrich Wellmann, Reinhard Leimkühler (Radfahrkreis), Bürgermeister Martin Hoffmann, Altbürgermeister Rudi Strunk, Detlev Gadow (Erzählcafé) und der amtierende Vorsitzende Gerd Wolter. | © din

In Leopoldshöhe wird mit Erfolg genetzwerkt In 25 Jahren viel Glück beschert

Das Soziale Netzwerk in Leopoldshöhe mit seinen 19 Interessengruppen macht es leicht, Kontakte zu knüpfen und seinen Neigungen nachzugehen.

Knut Dinter
20.09.2022 , 08:45 Uhr

Leopoldshöhe. Seit 25 Jahren existiert das Soziale Netzwerk Leopoldshöhe. Zahlreiche Mitglieder, Verantwortliche der Interessengruppen und Vertreter der politischen Gemeinde kamen im Heimathof zusammen, um das Jubiläum zu begehen.

Als Klaus Jakusch vor sechs Jahren das Erwerbsleben hinter sich ließ, suchte er nach einer sinnvollen Beschäftigung. Da er gern mit dem Fahrrad unterwegs ist, schloss er sich dem Radfahrkreis des Sozialen Netzwerkes an. Inzwischen tüftelt Jakusch gemeinsam mit seiner Ehefrau Margrit und dem langjährigen Gruppenleiter Reinhard Leimkühler die großen und kleinen Strecken aus.

In der Moor- und Heidelandschaft rund um Bremervörde waren 35 Mitglieder des Radfahrkreises im Juni unterwegs. Mit Hilfe einer muskelkraftbetriebenen Fähre überquerten sie die Oste. - © Klaus Jakusch
In der Moor- und Heidelandschaft rund um Bremervörde waren 35 Mitglieder des Radfahrkreises im Juni unterwegs. Mit Hilfe einer muskelkraftbetriebenen Fähre überquerten sie die Oste. | © Klaus Jakusch

Von April bis Oktober, jeweils am ersten und dritten Mittwoch im Monat, brechen die Radler zu einer Tour rund um Leopoldshöhe auf. „Wir fahren jedes Mal etwa 30 Kilometer in gemütlichem Tempo“, berichtete Jakusch. „Zuletzt haben wir mit 14 Personen das Ziegeleimuseum in Lage besichtigt. Da hat sich eine Menge getan.“

Ein Mal im Jahr erkunden die Leopoldshöher vom Sattel aus auch weiter entfernt liegende Regionen. Im Juni führte eine fünftägige Entdeckungsreise in die Umgebung von Bremervörde. Hier bot sich den 35 Teilnehmern eine sehenswerte Landschaft aus Moor, Heide, Wald und Wasser. Zahlreiche Flüsse und Kanäle prägen das Land. In Minstedt erfuhren die Radler Wissenswertes über die Trinkwassergewinnung, im Naturschutzgebiet Huvenhoopsmoor ging es zu Fuß über den Moorerlebnispfad und die Oste überquerten die Lipper auf einer Prahmfähre, die mit Muskelkraft bewegt wird. Auch die nächste Jahresfahrt ist bereits geplant. Im Mai 2023 wird es für eine Woche ins Emsland gehen.

Mit dem Netzwerk Isolation und Vereinsamung verhindern

Von der fröhlichen und ungezwungenen Atmosphäre der Netzwerk-Gruppe sind Margrit und Klaus Jakusch sehr angetan. Und weil sie sich auch gern bewegen, sind sie außerdem gern mit der Wandergruppe unterwegs. Insgesamt 19 verschiedene Interessengruppen stehen zur Wahl. Sie reichen von Ausstellungsbesuchen bis zur Wassergymnastik, vom Boule-Spielen bis Tanztreff. Das Soziale Netzwerk hat sich zwar als Verein organisiert, es geht jedoch keineswegs formell zu. Wer sich informieren möchte, kommt zum Netzwerkfrühstück am ersten Samstag im Monat in das Forum der Grundschule Asemissen und kann sofort mitmachen. Ein Mitgliedsbeitrag ist in diesem Verein unbekannt.

1997 entstand die Idee, eine Möglichkeit für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung zu schaffen. Bürgermeister Martin Hoffmann sagte in seinem Grußwort, dass er das Netzwerk sehr schätze. „Wenn man alt wird und ringsum die Kontakte verloren gehen, ist man oft allein unterwegs“, sagte er. Am Beispiel seines eigenen Großvaters habe er festgestellt, wie wichtig es ist, Isolation und Vereinsamung zu überwinden. „Das Netzwerk hat niedrige Einstiegshürden und für Lipper ganz wichtig: Es kostet erst mal nichts“, ergänzte er.

Hoffmann, der sich als Hochschullehrer für Informatik beruflich viel mit Digitalisierung beschäftigt, zog einen Vergleich zum Internet. „Sie bilden ein richtiges soziales Netzwerk“, rief er den Jubiläumsgästen zu. „Vor allem gibt es keine negativen Nebenwirkungen.“ Beim Leopoldshöher Netzwerk komme man schnell ins Gespräch miteinander, „ohne sich besser zu fühlen als andere.“ Denn im Unterschied zu den Kontakten am Computerbildschirm gebe es hier keinerlei Konkurrenzgedanken.

„Die sozialen Medien im Internet haben einige zu Milliardären gemacht“, sagte Bürgermeister Hoffmann. „Aber dieses Netzwerk hat viel Glück in die Herzen getragen und das ist viel bedeutsamer als alles Geld auf der Welt.

Information

Die nächsten Termine

Neben regelmäßig wiederkehrenden Treffen bietet das Soziale Netzwerk Leopoldshöhe auch besondere Veranstaltungen an.

„Senioren im Straßenverkehr – Aufmerksamer und sicherer im öffentlichen Raum“ lautet das Thema am Montag, 10. Oktober, ab 16 Uhr im Leo’s. Volker Holstein, Polizist im Ruhestand aus Detmold, berichtet im Erzählcafé bei Detlev Gadow von seinen langjährigen Erfahrungen.

Die nächste Netzwerkwanderung startet am Samstag, 24. September, um 13.40 auf dem Lidl Parkplatz in Leopoldshöhe. Die eigentliche Wanderung beginnt um 14 Uhr in Oerlinghausen und führt an der Schopke entlang durch den Wald zum Bartholdskrug zu einer Kaffeepause.

Weitere Auskünfte: Ulrich Neumann Tel. (0 52 08) 74 61. ?(din)

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