0
Wie Kinder mehr Selbstsicherheit gewinnen können, kam im Lied von der „Ampelsprache“ mit Beatrix Burow-Runde zum Ausdruck. - © Knut Dinter
Wie Kinder mehr Selbstsicherheit gewinnen können, kam im Lied von der „Ampelsprache“ mit Beatrix Burow-Runde zum Ausdruck. | © Knut Dinter

Spiel und Spaß auf dem Marktplatz Leopoldshöher feiern das Generationenfest

In Bezug auf Kinderrechte habe Leopoldshöhe schon viel erreicht, in der Gemeinde könne aber noch viel verbessert werden, sagt der Bürgermeister.

Knut Dinter
19.09.2022 , 08:04 Uhr

Leopoldshöhe. „Schon seit dem Aufbau am Vormittag haben wir die Daumen gedrückt, dass das Wetter hält“, sagte Stephanie Horenburg. Wie alle Beteiligten von den veranstaltenden Familienzentrumsverbünden Nord und Süd hoffte auch die pädagogische Mitarbeiterin der Kita Spatzennest, dass beim Generationenfest in Leopoldshöhe Sonnenschein vorherrschen möge. Doch trotz des Nieselregens war der Marktplatz in Leopoldshöhe am Sonntagnachmittag voller Menschen.

Mit dem Generationenfest werde auf den Weltkindertag hingewiesen, sagte Bürgermeister Martin Hoffmann. In Deutschland wird er jedes Jahr am 20. September begangen. Damit sollen die Minderjährigen und ihr Wohlbefinden ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden, wie es in der Kinderrechtskonvention festgeschrieben ist. Dazu gehören die Rechte, in einer sicheren Umgebung ohne Diskriminierung zu leben, Zugang zu sauberem Wasser, Nahrung, medizinischer Versorgung und Ausbildung zu erhalten und bei Angelegenheiten mitzusprechen, die das eigene Wohlbefinden betreffen.

„Ich glaube, dass wir in Leopoldshöhe das alles schon erreicht haben, aber wir können noch besser werden“, sagte Hoffmann. So gebe es immer noch soziale Unterschiede, sei die Chancengleichheit noch längst nicht erreicht. Als Vater von drei kleinen Kindern wisse er aus eigener Erfahrung, was Alltagsstress bedeutet und noch ein Arzttermin ansteht. Doch das sei kein Vergleich zu den Verhältnissen in anderen Ländern auf der Welt, sagte der Bürgermeister. „Es gibt Regionen, wo der Arzt 100 Kilometer entfernt ist, wo Kinder noch nie ein Schwimmbad von innen gesehen haben und abends hungrig ins Bett gehen.“

Kinder haben das Recht zu sagen, wenn es ihnen nicht gut geht

Was Kinderrechte konkret besagen, machte dann Beatrix Burow-Runde aus Bielefeld deutlich. Gemeinsam mit vielen Kindern sang sie auf der Bühne das Lied zur „Ampelsprache“. Darin heißt es, dass Kinder auch das Recht haben, deutlich zu sagen, wenn es ihnen mal nicht gut geht, oder sie traurig sind. „Selbst wenn ich mich als Kind mal schlimm geärgert habe und echt sauer bin, darf ich auch unfreundlich reagieren“, sagte Burow-Runde.

Mit ihrem Verein „Mir geht es gut! Hilfe für Kinder“ hat sie die „Ampelsprache“ entwickelt. Das Konzept soll Kinder emotional und körperlich stärken und sie ermutigen, Grenzen zu setzen und den eigenen Empfindungen zu trauen. Seit langem arbeitet sie mit den zehn Kindertagesstätten in Leopoldshöhe zusammen und hat schon viele Fachkräfte ausgebildet.

Musikalisch ging es auf der großen Bühne in schneller Folge weiter. So ließen die Mädchen und Jungen der Frühförderung sowie der Blockflöten- und Geigenkurse ihre Instrumente erklingen. Der Schulchor der Grundschule Asemissen hatte einen Auftritt und „Lieselotte Quetschkommode“ (Astrid Hauke) begeisterte einmal mehr die kleinen und großen Zuschauer.

Vereine und Einrichtungen bieten viele Aktionen an

Unter zahlreichen regengeschützten Zeltdächern hatten die Familienzentren/Kindertagesstätten Mitmachangebote vorbereitet. Am Gemeinschaftsstand vom Heimatverein und der Gemeindebücherei konnten Steine bemalt werden. Als Vorleser „Julius“ trug Heinz Entfellner hier außerdem kurze Geschichten vor. Das Jugendzentrum Leos hielt Frisbeescheiben zum Bemalen bereit.

Spiele rund um angewandte Physik boten Merle Kader (v. l.), Sabrina Bröker, Nina Kliewe und Bärbel Schulze von der Kita „Kleine Strolche“ an. - © Knut Dinter
Spiele rund um angewandte Physik boten Merle Kader (v. l.), Sabrina Bröker, Nina Kliewe und Bärbel Schulze von der Kita „Kleine Strolche“ an. | © Knut Dinter

Auf spielerische Weise konnten die jungen Besucher des Festes am Stand der Kita „Kleine Strolche“ physikalische Phänomene erleben. Eine Aufgabe bestand darin, mit Magneten kleine Spielzeugautos fortzubewegen. In Flaschen mit farbiger Flüssigkeit konnte beim Umfüllen eine Mini-Tornado beobachtet werden.

Und schließlich war auch an eine Verpflegung gedacht. Neben frischen Waffeln und Popcorn von der Kita Greste bot der Runde Tisch Asyl exotische Spezialitäten an: Tamarinden-Limonade, Tee aus dem Samowar und Falafel-Rollen.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken