0
Mitglieder des Umweltausschusses hören den Ausführungen des Försters zu. Rieke Weller (v. l.) von der OerliJugend, Ausschussvorsitzender Stephan Heidbrink (CDU), SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Heepmann, CDU-Fraktionschefin Angelika Lindner sowie eine Mitarbeiterin der der Stadtverwaltung. - © Gunter Held
Mitglieder des Umweltausschusses hören den Ausführungen des Försters zu. Rieke Weller (v. l.) von der OerliJugend, Ausschussvorsitzender Stephan Heidbrink (CDU), SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Heepmann, CDU-Fraktionschefin Angelika Lindner sowie eine Mitarbeiterin der der Stadtverwaltung. | © Gunter Held

Oerlinghausen Die Situation des Waldes

Förster Jan Altemöller erläutert Mitgliedern des Umweltausschusses, wie eine forstwirtschaftlich vernünftige Aufforstung aussehen könnte.

Gunter Held
06.09.2022 , 07:11 Uhr

Oerlinghausen. Die Bergstadt ist von Wald umgeben. Doch der Wald ist krank. Förster Jan Altemöller berichtete einigen Mitgliedern des Umweltausschusses über Situation des Bestandes und die Möglichkeiten, die es gibt, um Bestände zu erhalten und zukunftsfähig aufzuforsten. Das machte er sehr gut, sehr verständlich und lösungsorientiert, denn die aktuelle Situation stimmt nicht gerade hoffnungsfroh.

Es soll auch wieder Fichten geben

Nachdem der Orkan Friederike und anschließend der Borkenkäfer den Fichten auf den Höhen und an den Hängen des Teuto den Garaus gemacht hat, sind jetzt die Buchen dran. „Generell sind die Buchenbestände angegriffen, doch das ist für den Laien nicht so leicht erkennbar“, sagte Altemöller. Eine große Gefahr in diesem Sommer sei der Sonnenbrand, den auch Bäume erleiden können. Der Einfluss der Wärme auf die Rinde werde durch schwarze Punkte auf der Rinde sichtbar. Die könnten sehr klein sein, sagte der Förster, doch hinter jedem schwarzen Punkt sei in zehnfacher Größe das Kambium zerstört. Diese Schicht zwischen der Rinde und dem eigentlichen Holz sorgt dafür, dass der Baum mit Wasser versorgt wird. Ist das Kambium zerstört, unterbleibt die Wasserversorgung, der Baum stirbt.

Seit vier Jahren würden die Förster nur noch kranke und geschwächte Bäume ernten, sagte Altemöller. Und er stellte unmissverständlich klar: „Es gibt keinen gefährlicheren Baum als die Buche“, weil es eben nur Fachleuten möglich sei, einen kranken Baum zu erkennen und ihn dann aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht aus dem Bestand herauszunehmen. Eben diese Verkehrssicherungspflicht sei auch der Grund gewesen, die Buchen an der Holter Straße abzuholzen.

Für Altemöller ist auch klar, dass Deutschland von einem Holz-Export- zu einem Holz-Importland werden wird. Bei der Frage nach der Aufforstung argumentierte er, dass die Bäume auf einer Fläche nicht zu weit auseinander angepflanzt werden sollten. Besser sei es, die Pflanzen erst dichter zu setzen und später auszulichten. Denn die Bäume brauchen zum Wachsen Schatten. Und „in unseren Wäldern gibt es nicht genug Schatten“. Das aber würde auch einen erhöhten Pflegeaufwand nach sich ziehen. Deshalb seien auch die Kosten für die Pflege einer Aufforstungsfläche höher als die Kosten für die Pflanzung. Die Kosten für eine Bepflanzung inklusive anschließender Pflege bezifferte er auf 12.000 Euro pro Hektar.

Förster Jan Altemöller (l.) erklärt die Situation des Waldes. Neben ihm steht Ausschussmitglied Jürgen Nolte (SPD). - © Gunter Held
Förster Jan Altemöller (l.) erklärt die Situation des Waldes. Neben ihm steht Ausschussmitglied Jürgen Nolte (SPD). | © Gunter Held

Für Oerlinghausen sei ein Mischwald anzustreben, in dem es auch wieder Fichten gebe. Als Optimum für die Nutzung sieht Altemöller zunächst die Verwendung des Holzes für den Bau von Möbeln, dann die Produktion von Spanplatten und zuletzt die Nutzung für thermische Energie.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken