0
Die Modellflugzeuge aus Schaumstoff lassen Fynn, Gloria, Torben, Alexia, Paul, Till, Phil und Felix auf dem Fluggelände um die Wette fliegen. Lars Landermann (mit Hut) notierte die Ergebnisse auf seinem Klemmbrett. Urkunden gab es am Ende für alle. - © Kristoffer Fillies
Die Modellflugzeuge aus Schaumstoff lassen Fynn, Gloria, Torben, Alexia, Paul, Till, Phil und Felix auf dem Fluggelände um die Wette fliegen. Lars Landermann (mit Hut) notierte die Ergebnisse auf seinem Klemmbrett. Urkunden gab es am Ende für alle. | © Kristoffer Fillies

Oerlinghausen/Leopoldshöhe Junge Piloten lernen das Fliegen

Während der Ferienspiele erhalten acht Kinder und Jugendliche einen Einblick ins Modellfliegen und starten mit kleinen Flugzeugen in die Lüfte.

Kristoffer Fillies
01.08.2022 , 08:12 Uhr

Oerlinghausen/Leopoldshöhe. „Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen.“ Dem geflügelten Wort von Heinrich Heine ist, mehr als 150 Jahre nach seinem Ableben, noch unumstößlich „und den Flugzeugen“ hinzuzufügen. Denn wie viel Spaß es macht, einen Flieger zu steuern, konnten jetzt acht Kinder beim Modellfliegen während der Ferienspiele des Oerlinghauser Stadtsportverbandes erfahren. Aber: Kein Abheben ohne das nötige Know-how.

Auch hier gibt es Flugverbotszonen

Bevor es mit den kleinen Fliegern in die Lüfte ging, wurden die Kinder auf dem Flugplatz des Modellflugvereins (MFV) Bad Salzuflen in Leopoldshöhe eingewiesen. So gibt es auch für die kleinen Modellflugzeuge, die beim MFV allesamt elektrisch durch die Lüfte brausen, Flugverbotszonen wie bei den großen Passagiermaschinen. „Etwa über dem angrenzenden Wald oder dem Haus auf der anderen Seite des Flugplatzes“, erklärte Guido Prüßner, der seit 25 Jahren Modellflugpilot ist und selbst mehr als 30 kleine Segelflugzeuge und batteriebetriebene Motorflieger hat – viele davon selbst konstruiert und gebaut. Nachdem die Kinder Begriffe wie Aerodynamik und Thermik gelernt und damit erfahren hatten, wieso etwa ein Segelflugzeug in der Luft bleibt, durften sie selbst tätig werden.

Neben dem Flugplatz hatten die Vereinsmitglieder Tische aufgebaut, an denen eigene Flugzeuge aus Styropor gebastelt werden konnten. In einem umfunktionierten Bauwagen am Flugplatz auf dem Hügel „Im Flick“ sind Bildschirme und Sitzmöglichkeiten untergebracht, dazu Fernsteuerungen: ein Simulator fürs Modellfliegen. Dort konnten die Kinder die Steuerung lernen und verschiedene Szenarien fliegen.

Möglich ist etwa das Starten und Landen an originalgetreuen Klippen auf Sylt. Dem elfjährigen Erik macht besonders der Simulator viel Spaß. „Ich bin draußen schon mehrere Segelflieger geflogen, aber übe lieber hier drinnen noch“, sagte er, während er weiterhin konzentriert auf den Flieger auf dem Bildschirm schaute. In dem Computerprogramm flog Erik ein Verbrennerflugzeug, das auf dem realen Flugplatz draußen nicht gesteuert werden darf.

Guido Prüßner betätigt die Fernsteuerung seines Modellfliegers und erklärt den Kindern die verschiedenen Funktionen. - © Kristoffer Fillies
Guido Prüßner betätigt die Fernsteuerung seines Modellfliegers und erklärt den Kindern die verschiedenen Funktionen. | © Kristoffer Fillies

„Wir haben uns vor vielen Jahren entschieden, aufgrund der Lautstärke nur Batterie-Modellflieger zu nutzen“, erklärte MFV-Pressewart Peter Wolff. Auf dem Flugplatz selbst konnten die Kinder dann am Lehrer-Schüler-Fliegen teilnehmen. Dabei stehen Schüler und Lehrer Schulter an Schulter auf dem Platz, beide haben jeweils eine Fernsteuerung in den Händen. Weil das Starten und Landen zum schwierigsten Teil des Modellflugs gehört, machte das der Lehrer, in der Luft konnte dann der Schüler übernehmen. „Die Fernsteuerung des Lehrers hat einen Schalter, mit dem ich die Steuerung übernehmen kann, wenn es Schwierigkeiten gibt“, erklärte Pilot Guido Prüßner. Er erklärte den Kindern auch die drei Achsen, mit denen seine Pichler Joker XL gesteuert wird: Seiten-, Höhen- und Querruder.

Kleine Fallschirmspringer landen auf dem Platz

Um die Wette flogen die acht Kinder zum Abschluss mit kleinen Fliegern aus Schaumstoff. Wer mit den wenigsten Würfen von der Startposition bis zum markierten Dreieck am anderen Ende der Flugbahn kam, gewann den ersten Platz und Gummibärchen. Und noch einen Spaß hat sich der MFV für die Kinder ausgedacht: Pilot Prüßner ließ aus der Luft kleine Fallschirmspringer aus dem Flugzeug abwerfen. Die Kids liefen über den Platz und versuchten, sie zu fangen. Ihre selbstgebastelten Flugzeuge nahmen sie mit nach Hause.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken