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Die Vorsitzende der „OerliJugend“, Lena Kindsgrab (v. l.), sowie Juliette Outiti, Rieke Weller, Caspar Beckmann und Bjarne Wohlfahrt wollen als Vertreter der ersten Oerlinghauser Kinder- und Jugendvertretung nun mit ihrer Arbeit beginnen. - © Karin Prignitz
Die Vorsitzende der „OerliJugend“, Lena Kindsgrab (v. l.), sowie Juliette Outiti, Rieke Weller, Caspar Beckmann und Bjarne Wohlfahrt wollen als Vertreter der ersten Oerlinghauser Kinder- und Jugendvertretung nun mit ihrer Arbeit beginnen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Die „OerliJugend“ sucht weitere Mitstreiter

Kinder und Jugendliche können ihre Interessen aktiv vertreten. Noch bis zum 15. Juli kann online abgestimmt werden, welche Projekte umgesetzt werden sollen.

Karin Prignitz
29.06.2022 , 08:23 Uhr

Oerlinghausen. Sie wollen dazu beitragen, „dass Oerlinghausen kinder- und jugendfreundlicher wird, dass Spielplätze besser geplant werden, es Jugendtreffs gibt und insgesamt mehr kommuniziert wird“. Seit dem Jahr 2019 gibt es in Oerlinghausen eine Kinder- und Jugendvertretung. Die Corona-Pandemie hat die meisten Aktivitäten ausgebremst. Derzeit und noch bis zum 15. Juli aber kann online abgestimmt werden, welche Projekte mit dem „Fördertopf Jugendideen“ finanziert werden sollen. Vier Projekte stehen zur Auswahl, 10.000 Euro zur Verfügung. Die „OerliJugend“ wird die Umsetzung begleiten.

Zur Wahl stehen: die Anschaffung einer mobilen Tenniswand, eine Beton-Tischtennisplatte für einen Spielplatz in der Bremer Siedlung, die digitale Erweiterung des Gruppenraums im soziokulturellen Zentrum (KNUP) und die Aufforstung der Wälder in Oerlinghausen (Baumpflanzaktion). Auf der Internetseite der Stadt geht es unter dem Punkt „Soziales und Gesellschaft“ und dann „OerliJugend“ zur Onlineabstimmung. „Wir haben auch über Instagram und andere Medien auf die Aktion aufmerksam gemacht“, berichtet Caspar Beckmann. Der Neuntklässler (15) ist kurz vor den Ferien zum Schülersprecher der Heinz-Sielmann-Schule gewählt worden.

Vorsitzende ist Lina Kindsgrab. Die Niklas-Luhmann-Gymnasiastin nutzt bereits die Möglichkeit, parallel an der Universität Bielefeld mit 15 Jahren zu studieren. Ebenso wie Bjarne Wohlfahrt (16), der stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Orga-Teams der Mountainbiker von MTB Bielefeld ist. Juliette Outiti (17) besucht das Oberstufenkolleg Bielefeld, Rieke Weller (18) die elfte Klasse der Felix-Fechenbach-Gesamtschule Leopoldshöhe. Gewählt worden ist der Vorstand im September 2021, am Weltkindertag.

Eigentlich hätten es noch drei Jugendliche mehr sein können. Die sind bisher aber noch nicht gefunden worden. Das, da sind sich die aktuellen Vertreter der „OerliJugend“ einig, liege sicherlich auch daran, dass seit März 2020 kaum etwas habe umgesetzt werden können. „Außerdem“, sagt Caspar Beckmann, „muss sich die OerliJugend erst einmal etablieren“. Die Altersgrenze liegt zwischen 13 und 24 Jahren.

„Mir war es wichtig, Einblicke in die Kommunalpolitik zu bekommen“, benennt Rieke Weller ihre Motivation, sich in der Kinder- und Jugendvertretung zu engagieren. „Wir wollen zeigen, dass Jugendliche wichtig sind und etwas bewegen können.“ Genau das habe sie an der Aufgabe gereizt. Bjarne Wohlfahrt nennt noch einen anderen Punkt, den der Zusammenarbeit. Beim gemeinsamen Umsetzen von Projekten „können wir Erfahrungen für das Leben sammeln“. Viele Jugendliche seien durchaus politisch interessiert, „sie wissen aber nicht, was und wie sie etwas bewirken können“. In der „OerliJugend“ sei das gegeben.

Bindeglied zwischen Jugend und Kommunalpolitik

Die Kinder- und Jugendvertretung vertritt die Interessen ihrer Generation und versteht sich als Bindeglied zum Rat der Stadt. Vertreter der „OerliJugend“ nehmen an Ausschüssen teil. Im Ausschuss für Soziales, Jugend und Sport etwa und im Schul- und Kulturausschuss.

„Wir haben das Recht, Anträge zu stellen“, erzählt Juliette Outiti. Diese Anträge können schriftlich beim Bürgermeister eingereicht werden, Kopien gehen auch an die Fraktionsvorsitzenden der Parteien. Natürlich, bestätigt Rieke Weller, sei diese ehrenamtliche Aufgabe zuweilen zeitintensiv, aber sie lohne sich in jedem Fall. Je nachdem, welche Projekt bei der laufenden Online-Abstimmung in welcher Reihenfolge gewählt werden, könnten auch mehrere umgesetzt werden. „Das kommt immer auf die Summe an, die investiert werden muss“, erläutert Bjarne Wohlfahrt. Theoretisch könnten die 10.000 Euro für alle Projekte reichen, oder auch für weniger. „Die Gewinner bekommen kein Geld“, das stellt das Team klar. „Es wird stattdessen umgesetzt, was sie sich wünschen.“ Die entsprechenden Materialien besorge die Stadt, die OerliJugend begleite die Umsetzung.

Die Kinder- und Jugendvertretung kann aus zehn Mitglieder bestehen, die jeweils für drei Jahre von den Mitgliedern einer Delegiertenversammlung gewählt werden. Neben den bis zu acht Jugendlichen sind ein Mitarbeiter des Fachbereichs Soziales, Bildung, Ehrenamt sowie ein Vertreter der offenen Kinder- und Jugendarbeit dabei.

Die „OerliJugend“, so steht es in der Satzung, hat die Möglichkeit, sich zum Jugendparlament weiterzuentwickeln. „Wir sind bereits im Austausch mit dem seit mehreren Jahren bestehenden Jugendparlament in Schloß Holte-Stukenbrock“, bestätigt Linda Kindsgrab. Einladungen von den Parteien, um sich dort vorzustellen, habe es bislang nicht gegeben, bestätigen die Jugendlichen.

www.oerlinghausen.de

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