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Wie warm es ist in einem Bienenstock fühlen die Besucher beim Stand des Imkers Guido Lethmathe (r.) auf dem Naturtag, den der Heimatverein auf dem Heimathof in Leopoldshöhe veranstaltete. - © Sibylle Kemna
Wie warm es ist in einem Bienenstock fühlen die Besucher beim Stand des Imkers Guido Lethmathe (r.) auf dem Naturtag, den der Heimatverein auf dem Heimathof in Leopoldshöhe veranstaltete. | © Sibylle Kemna

Leopoldshöhe Bienenspucke veredelt Honig

Vielseitiger Aktionstag „Der Natur auf der Spur“ auf dem Heimathof lockt vor allem Familien mit Kindern an. Imker und Schäferin standen im Mittelpunkt des Interesses.

Sibylle Kemna
14.06.2022 , 09:11 Uhr

Leopoldshöhe. Ein tolles Erlebnis nicht nur für Kinder bot der Heimatverein am Samstag mit dem Tag „Der Natur auf der Spur“. Schäferin, Imker, der Hegering Windwehe und Nabu Leopoldshöhe berichteten von den Tieren und Pflanzen und boten zahlreiche Mitmachmöglichkeiten.

Gleich zu Beginn des Naturtags stapften etliche Kinder und ihre Eltern durch die Wiese zu den Schafen, um zu erleben, wie sie geschoren werden. „Das machen wir jedes Jahr, aber heute ist es das erste Mal mit Zuschauern“, berichtete Schäferin Pia Völker.

Schafschererin Karolin Brüntrup und ihr Helfer Ahmad aus Syrien packten die Drenther Schafe resolut bei den Hörnern und zwangen sie, sich auf den Rücken zu legen, um sie von der warmen Wolle zu befreien. „Eins hat gestrampelt, da hat der Mann die Beine mit einem Seil zusammengebunden“, berichtete der vierjährige Leon anschließend.

Brüntrup berichtete, dass sie zum Schafescheren gekommen ist bei ein Work&Travel-Aufenthalt in Neuseeland. Inzwischen ist sie 31, hat nach Scherkursen und viel Erfahrungen ihr Hobby zum Beruf gemacht. Auch die Erwachsenen fanden es spannend, ihr zuzuschauen und kauften zum Teil die gerade frisch geschorene Wolle.

In Aktion: Schäferin Pia Völker (l.) und Schafschererin Karolin Brüntrup packen Nuri nach der Schur an den Hörnern und bringen ihn zurück hinter das Gatter. Neben Brüntrup hilft auch Ahmad aus Syrien beim Scheren. - © Sibylle Kemna
In Aktion: Schäferin Pia Völker (l.) und Schafschererin Karolin Brüntrup packen Nuri nach der Schur an den Hörnern und bringen ihn zurück hinter das Gatter. Neben Brüntrup hilft auch Ahmad aus Syrien beim Scheren. | © Sibylle Kemna

17 kleine tierische Stars

„Ich nehme die von Ole, die hat eine tolle Farbe“, sagte eine begeisterte Strickerin, die erfuhr, dass diese Färbung „badger“ heißt. Nachdem alle 50 Schafe geschoren waren, stand Schäferin Pia Völker den Besuchern Rede und Antwort. Die 17 Lämmer waren die kleinen Stars in der Herde.

Am Stand der Imker fühlten die Besucher staunend, wie warm so ein Bienenstock ist. „Kann das auch mal zu heiß werden?“, fragte ein Vater und Imker Guido Lethmathe berichtete, dass die Arbeiterinnen sich dann vor dem Eingang sammeln und mit ihren Flügeln die warme Luft aus dem Stock fächern.

„Der Nektar hat einen Wassergehalt von 60 Prozent“, berichtete der Imker. Indem die Bienen ihn aufsaugen, mit Speichel vermischen, runterschlucken und wieder hochwürgen, wird er immer dickflüssiger und so zu Honig mit nur noch 18 Prozent Wasser. „Man könnte sagen, Honig ist vermischt mit Bienenspucke, aber er wird so von den Bienen mit vielen Enzymen veredelt“, berichtete Lethmathe.

„Ich habe ein eigenes Volk und meine Schwester mehrere“, berichtete die siebenjährige Imkerin Charlotte stolz. Zusammen mit Oma Gisela Dünnermann hatten sie ihre Honiggläser auf einem Tisch aufgebaut und verkauften sie. „Jetzt hab ich gar keine Angst mehr vor Bienen und Wespen“, meinte Charlotte.

Beim NABU Leopoldshöhe erweiterten die Besucher beim Natur- und Vogel-Quiz mit eingetopften Nektar-und Pollenpflanzen für Insekten ihr Wissen. Spannend fanden die Kinder auch die Präparate heimischer Tiere bei der Rollenden Waldschule des Hegerings. Hier kamen sie den sonst so scheuen Bewohnern des Waldes ganz nahe.

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