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Die Kinder der Streicher-AGs der Grundschulen Helpup, Leopoldshöhe Nord und des Grundschulverbundes Oerlinghausen zeigen konzentriert auf der Bühne, was sie bereits gelernt haben. - © Karin Prignitz
Die Kinder der Streicher-AGs der Grundschulen Helpup, Leopoldshöhe Nord und des Grundschulverbundes Oerlinghausen zeigen konzentriert auf der Bühne, was sie bereits gelernt haben. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Musikverein Oerlinghausen feiert sein 20-jähriges Bestehen

Zur Geburtstagsveranstaltung wurde eigens ein Festival-Orchester zusammengestellt. Die Vereinsgründer und der Bürgermeister blicken auf die turbulenten Anfänge zurück.

Karin Prignitz
24.05.2022 | Stand 24.05.2022, 17:44 Uhr |

Oerlinghausen. Schnell noch einmal winken, ganz fix konzentrieren und dann kann es losgehen. Ihren allerersten Auftritt vor großem Publikum meistern die Schülerinnen und Schüler der Streicher-AGs der Grundschulen Helpup, des Grundschulverbundes Oerlinghausen und der Grundschule Nord Leopoldshöhe mit Bravour. Für ein besonderes Datum haben die Pädagogen Andreas Friesicke und Monika Krawulski außerdem ein Festival-Orchester zusammengestellt.

Mitglieder des Ensembles „String Time“ und das Streicherensemble mit Instrumentalisten von acht Jahren bis ins Erwachsenenalter haben zusammen das Stück „Barrier Reef“ einstudiert. Sie spielen auch, während Ballettgruppen des TSV Oerlinghausen von Gaby Irrgang, die am 29. Mai ein eigenes Jubiläum in der Aula feiern, tanzen. An diesem Tag aber ist es der Musikverein Oerlinghausen (MVO), der musikalisch und informativ auf die vergangenen 20 Jahre zurückblickt.

Vor 20 Jahren wurde die städtische Musikschule geschlossen

Das Entsetzen bei Lehrern, Schülern und Eltern war groß, als sich die Politik im Jahr 2002 mehrheitlich dafür aussprach, die städtische Musikschule Oerlinghausen zu schließen. Die vorangegangenen Diskussionen hatten heftige Proteste ausgelöst, es gab Demonstrationen und Unterschriftenaktionen. Geholfen hat all das nicht. Vor 20 Jahren wurde der Betrieb eingestellt.

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Bürgermeister Dirk Becker, der damals noch nicht im Amt war, erinnert sich an turbulente Zeiten. Rückblickend will er das nicht bewerten. „Entscheidend ist, was daraus entstanden ist“, sagt Becker bei der Geburtstagsveranstaltung des MVO. Dass es den Verein durch das große Engagement vieler Aktiver heute noch gebe, dass das Musikleben noch vielfältiger geworden sei, „das ist letztlich der besondere Erfolg“.

Hauptziel sei von Beginn an die Förderung des gemeinschaftlichen Musizierens, sagt Gisela Görges, die den Vereinsvorsitz vor einem Jahr übernommen hat. „Die Person, die dieses Ziel als Erster formuliert hat, ist Martin Fugmann.“ Er war der Mitgründer und erste Leiter. Dass sich die Stadt seinerzeit aus der Förderung öffentlicher Kultur zurückgezogen habe, „das war schon ein Statement“, sagt Fugmann. „Wir konnten uns nicht vorstellen, dass die Arbeit vorbei sein sollte.“ Schließlich habe es in Oerlinghausen immer eine riesige musikalische Gemeinschaft gegeben. „Ich war damals frustriert, dass das nicht mehr gewollt war“, sagt Fugmann. „Damals ist viel Porzellan zerschlagen worden.“

Anschubfinanzierung für den Musikverein

Seine Frau habe ihn ermutigt, nach Lösungswegen zu suchen. Alfons Haselhorst, Friedhelm Möller und Michael Matthewes kamen mit ins Boot. Ein Konzept für einen Musikverein wurde erarbeitet und schließlich der Musikverein gegründet – nachdem die Politik sich doch noch entschlossen hatte, eine Anschubfinanzierung zu bewilligen.

Alfons Haselhorst, der den Posten des Geschäftsführers und im Jahr 2010 den Vorsitz übernahm, erinnert an unzählige Konzerte des MVO, an Ländernächte und regelmäßige Talentbühnen. Gemeinsames Musizieren, „die Menschen zusammenbringen“, das sei das Wichtigste.

All das möchte der neue Vorstand weiterführen. „Kurze Wege, ein qualifiziertes Angebot und hochqualifizierte Lehrer“, das sei bis heute der Anspruch, verdeutlicht Gisela Görges. Zusammen mit Mitmoderatorin Annelie Katzke hat sie das Lehrerensemble mit Regine Witt (Querflöte), Andreas Friesicke (Violine), Monika Krawulski (Violoncello) und Mari Ito-Friesicke (Klavier) zur Eröffnung des Programms begrüßt. Regine Witts Querflötenensemble, Jörg Prignitz mit seinem Percussionensemble und Christoph Leo mit der Big Band des MVO setzen jeweils eigene Akzente und werden vom Publikum bejubelt.

Während der Pause kann ein kniffliges Musikquiz gelöst werden. Neun Fragen gilt es zu beantworten, um den Namen eines Komponisten herauszufinden. Als Hauptpreis gibt es vom Haus der Musik aus Detmold eine Konzertgitarre. Sabrina Bories ist die glückliche Gewinnerin.

Als weitere Preise sind jeweils zwei Gutscheine der Buchhandlung Blume, des Rumpelstilzchens, von StilArten und drei Gutscheine vom Haus der Musik in Detmold vergeben worden.

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