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Auch die Kirche am Bahnhof in Helpup bietet jeden Dienstag ein „Willkomenscafé“ an. Hier markieren Natalia Pashchuk (l.) mit Renata und Marta sowie Oleana Topchiienko mit Janna und Evelina auf der Karte ihre Heimatorte. - © Knut Dinter
Auch die Kirche am Bahnhof in Helpup bietet jeden Dienstag ein „Willkomenscafé“ an. Hier markieren Natalia Pashchuk (l.) mit Renata und Marta sowie Oleana Topchiienko mit Janna und Evelina auf der Karte ihre Heimatorte. | © Knut Dinter

Oerlinghausen Wie Ukrainern das Ankommen in Oerlinghausen erleichtert wird

Die Oerlinghauser Stadtverwaltung ist nach dem 1. Juni nicht mehr für die gemeldeten geflüchteten Menschen aus der Ukraine zuständig. Ansprechpartner wird das Jobcenter.

Knut Dinter
14.05.2022 , 06:28 Uhr

Oerlinghausen. Der Stadtverwaltung sind 200 geflüchtete Personen aus der Ukraine, unter ihnen 88 Kinder, bekannt, die sich gegenwärtig in Oerlinghausen aufhalten. „Seit einiger Zeit ist ihre Zahl relativ konstant geblieben“, teilte Saskia Frei-Klages, Fachbereichsleiterin Ordnung und Soziales, während der jüngsten Ratssitzung mit.

Es handelt sich zumeist um Mütter mit ihren Kindern. 28 Minderjährige sind im Grundschulalter, 35 sind zwischen 10 und 16 Jahre alt. Der weitaus überwiegende Teil ist privat untergebracht. 22 leben in der städtischen Unterkunft „Waldhof“. Da hier auch 18 ehemalige Ortskräfte aus Afghanistan wohnen, sind jetzt alle Plätze belegt.

Dort werden nach Mitteilung von Frei-Klages Mitarbeiter der offenen Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt, um den Minderjährigen Freizeitangebote zu machen. „Wir versuchen auch, Wohnungen zu vermitteln, aber das ist sehr schwierig“, sagte sie. Wer freien Wohnraum anbieten möchte, kann sich gern an die Stadtverwaltung wenden.

Vom 1. Juni an können alle angemeldeten Geflüchteten finanzielle Mittel nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Anspruch nehmen, informierte die Fachbereichsleiterin. Insofern sei die Stadtverwaltung nicht zuständig, eine Beschäftigung anzubieten. Es sei grundsätzlich möglich, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Es fehlen freie Plätze in den Kitas

Ein erster Sprachkursus habe bereits begonnen, berichtete Frei-Klages. Die Organisation sei jedoch schwierig, da nicht bekannt sei, wie lange die Geflüchteten bleiben werden. Einige seien bereits wieder weggezogen. An der Grundschule Süd werden die Kinder von einer ukrainischsprachigen Lehrkraft unterrichtet, sagte Marcel Jagnow. An anderen Oerlinghauser Schulen gebe es ähnliche Modelle. Die Heinz-Sielmann-Schule hat ein Patensystem eingeführt. Hier kümmern sich russischsprechende Kinder um ihre ukrainischen Mitschüler. Da die Kindergärten und Tagesstätten keine freien Plätze mehr bieten, hat das Kreisjugendamt festgelegt, dass nur solche Kinder aufgenommen werden, die in diesem Jahr eingeschult werden. An einigen Orten in Lippe wurden internationale Eltern-Kind-Gruppen gebildet. Sie richten sich an Flüchtlingsfamilien mit Kindern bis zum sechsten Lebensjahr, die noch keine Kita oder Schule besuchen.

„Wir bemühen uns darum, eine solche Gruppe auch in Oerlinghausen einzurichten“, kündigte Frei-Klages an. Mit dem Programm „Rucksack-Kita“ soll der regelmäßige Austausch unter den Eltern unterstützt und die Mehrsprachigkeit der Kinder gefördert werden. Für die Begleitung werden noch Eltern gesucht, die ein Honorar erhalten. Als praktische Hilfestellung für ukrainische Flüchtlinge wurde der „Ankommenstreff“ im Waldhof reaktiviert, wie Frei-Klages mitteilte. Jeweils am Montag und am Donnerstag wird eine Unterstützung bei Anträgen und allen übrigen Fragen des täglichen Lebens angeboten. Für den 23. Mai plant die Stadtverwaltung eine Veranstaltung, bei der über das Jobcenter als neue zuständige Stelle, den Schulbesuch, die Krankenversicherung und andere Themen informiert wird.

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