0
Peter Synowski, Geschäftsführer der Stadtwerke, steht am Nichtschwimmerbecken. Das wird nach der Sanierung des Freibades zur Liegewiese umgewandelt werden. Dort, wo jetzt der Bauzaun steht, soll der Haupteingang gebaut werden. - © Gunter Held
Peter Synowski, Geschäftsführer der Stadtwerke, steht am Nichtschwimmerbecken. Das wird nach der Sanierung des Freibades zur Liegewiese umgewandelt werden. Dort, wo jetzt der Bauzaun steht, soll der Haupteingang gebaut werden. | © Gunter Held

Oerlinghausen Letzte Saison des alten Freibads

Die Mitarbeiter des Freibades geben alles, um das Bad vor der Sanierung noch hübsch und funktionstüchtig zu halten. Doch die Technik könnte ihre Mühen zunichtemachen.

Gunter Held
12.05.2022 , 07:11 Uhr

Oerlinghausen. Die Temperatur stimmt. Am Samstag sollen soll es bei leichter Bewölkung 23 Grad warm werden, bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 8 Prozent. Beste Voraussetzung also, um ab 10 Uhr am kommenden Samstag, 14. Mai, das Freibad zu eröffnen.

Es ist die letzte Saison vor der Sanierung des Bades. Im nächsten Jahr wird das Freibad umfassend saniert. Dann werden auch während der Sommermonate Bauarbeiten durchgeführt, so dass kein Badebetrieb stattfinden kann, sagt Peter Synowski, Geschäftsführer der Stadtwerke und als solcher auch verantwortlich für die Bäder.

Wenn das Freibad eröffnet wird, heißt das im Umkehrschluss, dass das Hallenbad geschlossen wird. Für die letzte Saison des alten Freibades haben die Mitarbeiter dort noch einmal alles gegeben, alle Farbreste zusammengesucht und die Becken noch einmal hübsch gemacht. So toll wie das Bad jetzt aussieht, mag der eine oder die andere der Meinung sein: Wieso muss das Bad denn saniert werden, es sieht doch alles noch gut aus.

Im nächsten Jahr bleibt das Bad geschlossen

Dass dem nicht so ist, erläutert Peter Synowski: „Wir haben hier im Freibad einen Wasserverlust von 140 Kubikmetern – pro Tag.“ Das heißt, dass jeden Tag 140.000 Liter Wasser einfach verschwinden. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht 186 Kubikmeter Wasser – im ganzen Jahr. Wie Synowski erklärt, muss das Wasser im Mai und Anfang Juni noch auf die angestrebten 24 Grad Celsius aufgeheizt werden. „Doch auch die Heizung lässt sich nicht mehr hundertprozentig regulieren.“ Seit Jahren werde im Freibad die Wärme aus dem Holzheizkraftwerk bezogen – und „im Sommer muss auch nicht mehr dazugeheizt werden“.

Wer ab Samstag das Freibad besucht, wird feststellen, dass im hinteren Teil der Rasen einer großen Sandfläche gewichen ist. Dort haben die Stadtwerke Leitungen verlegt, die unter der geplanten Klimaerlebniswelt verlaufen.

Das Freibad wird sich im Zuge der Sanierung grundlegend verändern. Das Schwimmerbecken, das jetzt 50 Meter lang ist, wird auf die Hälfte verkürzt. Die Sprunggrube bleibt ungefähr an ihrem Platz, ist nach der Sanierung aber nicht tief genug für einen Fünf-Meter-Sprungturm. Im neuen Bad wird es nur noch einen „Einer“ und einen „Dreier“ geben.

In die gewonnene freie Fläche wird das Nichtschwimmerbecken gesetzt. Das wird eine Länge von etwa 22 Metern haben, mit Sprudelliegen und einer Rutsche ausgerüstet sein. Zwischen dem Schwimmer- und dem Nichtschwimmerbecken soll ein etwa zwei Meter breiter Weg verlaufen. Die Becken werden aus Edelstahl bestehen, eine Bauweise, die heute üblich ist. Diese Edelstahlwannen werden in das bestehende Becken eingesetzt.

Die Technik sieht wenig vertrauenserweckend aus. Wo es möglich war, ist repariert worden. - © Gunter Held
Die Technik sieht wenig vertrauenserweckend aus. Wo es möglich war, ist repariert worden. | © Gunter Held

Das Kinderplanschbecken soll ungefähr am jetzigen Standort bleiben, aber komplett erneuert werden. „Das jetzige Planschbecken ist gefliest, was zur Folge hat, dass uns in jedem Winter einige Fliesen kaputtfrieren und ersetzt werden müssen“, sagt Synowski. Auch das werde nach der Sanierung vorbei sein. Die Kosten belaufen sich auf geschätzte fünf Millionen Euro. „Wegen der enormen Preissteigerungen in jüngster Vergangenheit kann man noch keine konkreten Zahlen nennen, sagt Synowski. Gefördert wird die Sanierung mit 2,17 Millionen Euro aus dem ISEK-Programm. Fakt ist allerdings auch, dass das Freibad wegen der Bauarbeiten im nächsten Jahr geschlossen bleibt.

Schwimmmeister Andreas Lehne deutet auf einen Überlauf, der vom Rost zerfressen ist. Darüber sind die Filter zu sehen. - © Gunter Held
Schwimmmeister Andreas Lehne deutet auf einen Überlauf, der vom Rost zerfressen ist. Darüber sind die Filter zu sehen. | © Gunter Held

Ob das Bad diese Saison noch durchhält, kann niemand sagen, erklärt Schwimmmeister Andreas Lehne. „Wenn die Filter ausfallen, was tatsächlich jederzeit passieren kann, müssen wir das Bad schließen“, sagt er. Die Filteranlagen stammen aus 1966 und können nicht mehr repariert werden.

Alle Infos zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen gibt es unter

?stadtwerke-oerlinghausen.de

Die 50 Meter langen Bahnen wird es nach der Sanierung nicht mehr geben. Auf der gleichen Fläche werden Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken untergebracht. - © Gunter Held
Die 50 Meter langen Bahnen wird es nach der Sanierung nicht mehr geben. Auf der gleichen Fläche werden Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken untergebracht. | © Gunter Held

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken