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Mit vier Hängern und Bullis hat der Umzug der Oerly-Musikschule vom alten Gebäude an der Holter Straße zum neuen Standort in Lipperreihe stattgefunden. Viele Eltern, Schüler und Lehrer haben mitgeholfen. - © Karin Prignitz
Mit vier Hängern und Bullis hat der Umzug der Oerly-Musikschule vom alten Gebäude an der Holter Straße zum neuen Standort in Lipperreihe stattgefunden. Viele Eltern, Schüler und Lehrer haben mitgeholfen. | © Karin Prignitz

Oerlinghausen Die Oerly-Musikschule zieht um

Eltern, Schüler und Lehrer packen beim Verladen mit an. Am neuen Standort in der Grundschule Lipperreihe bieten sich ganz andere Platz- und Angebotsmöglichkeiten.

Karin Prignitz
20.04.2022 | Stand 20.04.2022, 17:56 Uhr

Oerlinghausen/Leopoldshöhe. Unzählige Kisten sind gepackt und beschriftet worden. Instrumente, Notenständer, Regale und so unendlich viele Dinge mehr werden in vier Hänger und Bullis verfrachtet. Immer hin und her geht es. Verladen, entladen, ausräumen, einräumen. 20 Jahre lang war der Hauptstandort der Oerly-Musikschule im historischen Gebäude an der Holter Straße 59, einen Zweitstandort gibt es noch in Leopoldshöhe. Jetzt schlagen David, Barbara und Stefanie Clarke zusammen mit Lehrern, Schülern und Mitarbeitern ein neues Kapitel in der Bergstadt auf. Direkt nach den Osterferien soll es losgehen.

Die Oerly-Musikschule zieht in den Osterferien an den Standort Lipperreihe. In der dortigen Grundschule hat die Musikschule fast die komplette untere Etage von der Stadt gemietet. In 13 Räumen, die nun großzügiger und moderner daherkommen, wird es von der Früherziehung über den Instrumentalunterricht bis hin zu Tanz und Gesang eine breite Angebotspalette geben.

Eigentlich sollte der Umzug bereits im Herbst stattfinden, hatte sich aber vor allem coronabedingt verzögert. David und Barbara Clarke haben die Oerly-Musikschule vor 23 Jahren in Oerlinghausen aufgebaut. Zunächst oberhalb des Freibades, dann an der Holter Straße. „Das wird jetzt der letzte Umzug sein“, kündigt David Clarke an, während die Gruppe der 30 Helfer einen Regenschauer abwartet, um gleich anschließend weiter zu laden. Eltern, Lehrer und Schüler packen mit an.

Einige Möbel der Grundschule konnte die Musikschule übernehmen

Adrian Meise ist einer von ihnen. Der heute 21-Jährige hat als Kind mit der Früherziehung begonnen, nimmt heute immer noch Schlagzeugunterricht. „Das jetzt ist ein Neuanfang“, sagt er und ist ebenso positiv gestimmt wie alle anderen. Stefanie Clarke räumt im einstigen Lehrerzimmer, das nun zum Früherziehungsraum umfunktioniert worden ist, Kisten in Regale. Ein grüner Teppich liegt bereits. Die stylishe Lampe unter der Decke konnte die Musikschule übernehmen, wie auch einige Möbelstücke der Grundschule. Alle Räume haben einen neuen Anstrich bekommen, sind barrierefrei zu erreichen.

Der frühere Kartenraum ist jetzt der Aufenthaltsraum. Er liegt direkt neben der Küche und gibt den Blick frei auf den Spielplatz hinter dem Gebäude. Die Verwaltung ist in einen der ehemaligen Klassenräume gezogen. Ein Musik-Shop ist bereits bestückt worden. Dort, wo früher die Schulklassen unterrichtet wurden, stehen jetzt Keyboards, Gitarren, Klaviere und Schlagzeuge.

In den Fluren türmen sich noch Kisten und weitere Instrumente. Dort ist an der Tragwerkskonstruktion gearbeitet worden. „Die Decke muss jetzt noch von den Trockenbauern verschlossen werden“, informiert Marc Balsmeier, bei der Stadt unter anderem zuständig für die Gebäudeunterhaltung. Die ehemaligen Klassenräume seien umgebaut, Trockenwände aufgestellt und Decken abgehängt worden. „In einem Raum ist der Teppichboden ausgetauscht worden.“

Einige Arbeiten verzögern sich noch

Gestrichen worden sei noch nicht, bestätigt Marc Balsmeier. Das soll erst geschehen, wenn die Sicherheitsbeleuchtung installiert ist. „Aufgrund der aktuellen Lieferschwierigkeiten verzögern sich diese Arbeiten“, sagt Balsmeier. Das Schulnetzwerk muss von der Grundschule getrennt, EDV-Kabel in die einzelnen Räume verlegt und es muss brandschutztechnisch nachgerüstet werden.

Im Gegenzug sind vier Grundschulräume und ein Lehrerzimmer neu angelegt worden. Der Schulhof wird künftig von Grundschule und Musikschule gemeinsam genutzt. Zu großen Überschneidungen dürfte es aber kaum kommen, denn das Gros des Unterrichtes endet in der Regel, bevor der Musikunterricht beginnt.

In einem Raum haben bereits die mit dem typischen Stoffmuster überzogenen Bänke der Celtic Highlanders ihren Platz gefunden. Sie standen im alten Gebäude im Flur vor den Unterrichtsräumen. „Wir haben im Januar begonnen, zu streichen, sauber zu machen und einzurichten“, erzählt Stefanie Clarke, die vor allem die Hilfe von Oerly-Hausmeister Johann Tews hervorhebt. „Er ist unser Goldstück“, sei immer zur Stelle gewesen.

Nach den Osterferien soll der Musikschulbetrieb am Montag, 25. April starten. Neben dem ausgeweiteten Unterrichtsangebot sind Konzerte und andere Veranstaltungen für alle Generationen geplant. „Wir wollen uns aber zunächst mit allen Lipperreiher Akteuren an einen Tisch setzen“, kündigt Stefanie Clarke an. Die Oerly-Musikschule hat aktuell rund 900 Schülerinnen und Schüler.

Bereits vor gut zwei Jahren hatte Stefan Güttler das alte Gebäude an der Holter Straße erworben. Dort gibt es bereits Pläne für eine vorübergehende Nachnutzung. Spruchreif sind diese Pläne aber noch nicht. Fest steht, dass das Gebäude über kurz oder lang abgerissen wird. „Eine energetische Sanierung würde sich nicht rechnen“, sagt Güttler.

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