0

Oerlinghausen Ein ruhiger Tag bei der mobilen Impfaktion

Wer sich impfen lassen will, der kommt bei der jüngsten mobilen Aktion im Niklas-Luhmann-Gymnasium ohne Wartezeit aus.

Karin Prignitz
01.02.2022 , 09:11 Uhr

Oerlinghausen (kap). Vergleichsweise ruhig verlief die mobile Impfaktion des Kreises Lippe in der Mensa des Niklas-Luhmann-Gymnasiums (NLG). Knapp 120 Personen nutzten den Service am Samstag. Überwiegend wurde geboostert, bekamen Bürger also ihre dritte Impfung, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten und insbesondere schwere Verläufe von Covid-19 zu verhindern. Weil die meisten Älteren bereits vollständig geimpft sind, waren sie nur vereinzelt vertreten. Gekommen seien vor allen Jugendliche von 12 bis 17 Jahren. An Erstimfungen habe es nur eine Handvoll gegeben, berichtete Allgemeinärztin Christel Bieber vom Medizinischen Dienst Bielefeld.

Gemeinsam mit Assistenzarzt Jendrik Becker-Assmann vom Klinikum Lippe-Detmold klärte sie die Impfwilligen auf. Geimpft wurde mit Biontech sowie mit Moderna für die Ab-30-Jährigen. Ein junger Mann, der im Pflegebereich arbeitet, bekommt die Boosterimpfung, eine 25-Jährige lässt sich zum ersten Mal impfen, weil sie endlich wieder ins Fitnessstudio gehen möchte. Viele Jugendliche, die das NLG besuchen, lassen sich piksen. „Viele haben erzählt, dass die ganze Klasse bereits geimpft ist“, erzählt Christel Bieber. „Das läuft hier also offensichtlich sehr gut.“ Die Medizinerin weist darauf hin, dass auch junge Menschen von Long Covid, also von gesundheitlichen Langzeitfolgen, betroffen sein können.

„Die Gefahr einer Herzmuskelentzündung ist viermal so hoch.“ Bei kleineren Kindern könne es zur Autoimmunerkrankung Pims kommen. Kinder gehörten allerdings nicht zur Gruppe derer, die bei der mobilen Aktion geimpft wurden. Die Ärzte vermittelten, dass zum vollen Impfschutz eine dritte Impfung gehört, „so, wie bei Tetanus auch“. Auch eine vierte Impfung mit neuem Impfstoff könne sinnvoll sein, glaubt Jendrik Becker-Assmann. Danach werde sich der Impfzeitraum aber wohl bei einmal jährlich einpendeln.

Dass Menschen mehr Angst vor der Piks als vor der Corona-Krankheit haben, können die Mediziner nicht nachvollziehen. „Mittlerweile sind weltweit mehr als acht Milliarden Menschen geimpft“, führt Christel Bieber vor Augen. Viele Studien gebe es. „Der Corona-Impfstoff ist wahrscheinlich der am besten erforschte überhaupt.“ Wie es mit neuen Corona-Varianten weitergehe, bleibe abzuwarten, sagt Jendrik Becker-Assmann, der eine Impfpflicht bei der Delta-Variante befürwortet hätte. Mittlerweile, sagt er, „haben sich 75 Prozent der Gesellschaft doch schon für eine Impfung entschieden“. Von den Oerlinghauser Schützen gab es als Dankeschön für das Impfteam, das auch am Wochenende im Einsatz ist, eine Kiste mit Süßigkeiten.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken